Edward II. von England - Tödliches Spiel um die Macht
D 2019
45'
Edward II. nimmt in der englischen Geschichtsschreibung einen bis heute zwiespältigen Rang ein. Er gilt als schwacher König, ungeeignet für die Herrschaftsausübung. Die Stärke eines Herrschers wird in der damaligen Zeit daran gemessen, wie er es versteht, mit den vielen Baronen im Lande umzugehen, die seit der Magna Charta von 1225 verbriefte Rechte gegenüber dem König haben. England befindet sich am Ende des 13. Jahrhunderts auf dem Weg zur späteren Weltmacht; ein Königreich, das sich durch blutige Eroberungskriege auf der britischen Insel konstituiert und sich so auch langfristig zu stabilisieren sucht.
Die erste Königin Englands galt als "Bloody Mary". Dabei war sie durchaus nicht blutrünstig. Seit Langem steht Maria Tudor im Schatten ihrer Verwandten Heinrich VIII. und Elizabeth I. Maria I. wollte eine gottgefällige Königin und gute Ehefrau sein. Ihr katholischer Glaube ließ sie schmerzvolle strategische Fehlentscheidungen treffen. So wählte sie entgegen aller Empfehlungen einen katholischen Ehemann: Spaniens Kronprinzen Philipp II. Im Streit um die Konfessionen in Europa unterstützt sie den Gatten mit Truppen und macht sich im englischen Königshaus wenig Freunde. Die Katholikin Maria I. regiert fünf Jahre lang. Neue Untersuchungen zeigen die erste Königin von England als wegweisend im Kampf für Geschlechtergleichheit. Hätten nicht tendenziöse Zeitgenossen daran gearbeitet, ihr Andenken nachhaltig zu demolieren - allen voran ihre ehrgeizige Schwester Elizabeth I., eine Anglikanerin. Diese ließ während ihrer Regierungszeit Maria gezielt dämonisieren: Je düsterer das Bild der erzkatholischen "Bloody Mary", desto strahlender sollte ihr eigenes Bild der siegreichen "Gloriana" wirken. Welche Talente und Sehnsüchte, Eigenheiten und Schicksalsschläge prägten Maria? Und welche ihrer zahlreichen Errungenschaften sollte sich später ihre Schwester, Königin Elizabeth I., ans Revers heften? Die Dokumentation beleuchtet Marias Werdegang: als kindliche Thronerbin, als degradierte Zofe der eigenen Schwester und schließlich als erste Frau auf Englands Thron.
Das Format bietet Einblicke in die Welt der Muslime in Deutschland. Von konservativ bis liberal, von politisch über kulturell bis religiös oder theologisch sind alle Lebenseinstellungen zu finden.
Kritisch, investigativ und unerschrocken - das ZDF-Politmagazin bietet Reportagen, Analysen und Hintergründe zu den aktuellen Themen aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. "frontal" ist unabhängig und keinem verpflichtet. Denn für das Magazin zählen Meinungsvielfalt, klare Standpunkte und der kritische Blick im Interesse der Zuschauer. Die Reporter decken Missstände auf und liefern Fakten, die andere lieber verbergen wollen.
Wer wissen will, was außerhalb des Landes auf der politischen und gesellschaftlichen Bühne passiert, der ist hier richtig: Das Magazin liefert in ausführlichen und unterhaltsamen Beiträgen Antworten.
Stylish, trendy, spottbillig: Die chinesische Fashion-Marke SHEIN bringt Tausende neuer Kleidungsstücke heraus - jeden Tag. Dahinter steckt ein knallhartes Geschäftsmodell. Geschickt setzt SHEIN bezahlbare Trends für die "Generation TikTok" um. Mit Erfolg. Denn inzwischen ist das Unternehmen die am schnellsten wachsende Fast-Fashion-Marke der Welt. Beobachter kritisieren jedoch die katastrophalen Arbeitsbedingungen und Umweltschäden. Klassische Modekollektionen im Frühjahr und Herbst sind passé. Längst wechseln junge konsumaffine Modebewusste das Outfit schon nach wenigen Wochen. In den sozialen Medien - allen voran bei TikTok - geben Influencerinnen ständig Tipps für neue Textilträume. Blitzschnell reagiert SHEIN auf aktuelle Entwicklungen und überschwemmt den internationalen Modemarkt. Auch vor systematischem Ideenklau schrecke der chinesische Onlinehändler dabei nicht zurück, sagt die britische Modedesignerin Fern Davey im Interview mit Reporterin Iman Amrani.
Likes, Luxus, Lügen? Influencer im Visier der Steuerfahnder
D 2026
30'
Reisen, Luxus, Geschenke - Influencer verdienen damit viel Geld. Doch manche wollen viel nehmen, aber nichts geben und zahlen keine Steuern. Jetzt sind sie im Visier der Steuerfahnder.
Der Schaden gehe in die Millionen, sagt das Finanzamt in Nordrhein- Westfalen. Mit Steuertricks versuchen manche Influencer, sich vor den unliebsamen Zahlungen zu drücken.
Allein 2025 zahlten Unternehmen in Deutschland über 800 Millionen Euro an Influencer, damit sie Werbung machen. Einnahmen, die natürlich versteuert werden müssen. Einkommensteuer, Umsatzsteuer, Gewerbesteuer - je nachdem kann am Ende fast die Hälfte der Einnahmen an den Staat gehen. Tut es aber oft nicht. Allein in Nordrhein-Westfalen prüfen Ermittler des Finanzamtes Steuerfälle gegen Influencer in einem Gesamtvolumen von rund 300 Millionen Euro. "Viele Influencer scheinen vergessen zu haben, wenn sie Einnahmen haben, müssen sie auch zahlen", sagt Steuerfahnderin Stephanie Thien. Und das System mancher Influencer sei "wirklich auf Verschleierung angelegt". Die Autorinnen Greta Buschhaus und Nadine Sander wollen verstehen, wie das System der Steuervermeidung funktioniert. Sie haben unter anderem undercover bei einem Steuerberater gedreht, der aggressive Steuermodelle bewirbt und Influencern Ratschläge gibt, die die Grenze zur Legalität überschreiten. Mehr unter https://diespur.zdf.de
Dynastien zwischen Glanz und Abgrund: Über viele Jahrzehnte entstehen Milliardenvermögen, weltbekannte Marken und die Faszination großer Familienimperien. Doch hinter dem Glanz stehen oftmals Krisen, Skandale und Konflikte. Die glänzenden Namen sind Agnelli, Bettencourt und Ambani. Umstritten ist die Marcos-Dynastie und bodenständig die Familie Würth. Wie schaffen sie es, langfristig erfolgreich zu sein? Von traditionsreichen Unternehmerfamilien bis zu politisch geprägten Clans: Der Film spannt den Bogen von Europa über Asien bis in die USA und erzählt von Aufstieg und Fall, von spektakulärem Erfolg, tiefen Krisen und den Mechanismen ihrer Macht. Im Fokus stehen die Agnellis, die aus einem Turiner Autobauer ein globales Industrieimperium formten, die Marcos, die durch Korruption Milliarden entzogen, ins Exil gingen und später an die Macht zurückkehrten, sowie die Würth-Familie, die mit konsequenter Aufbauarbeit zu den reichsten Unternehmerdynastien der Welt aufstieg. Ebenso beleuchtet werden die Bettencourts, deren Name durch einen der größten Familienskandale Frankreichs ging, ohne die Dominanz von L'Oréal zu brechen, und die Ambanis, die mit außergewöhnlichem Reichtum und ikonischen Symbolen moderner Macht neue Maßstäbe setzen. Gemeinsam machen sie sichtbar, was diese Dynastien antreibt, wie sie Krisen überstehen - und warum ihr Einfluss bis heute ungebrochen ist. Zwischen Marken, Macht und Milliarden: Superreiche und ihre Imperien. Ihr Aufstieg wirkt wie ein Versprechen grenzenlosen Erfolges - doch hinter dem Glanz verbergen sich nicht nur Milliardenvermögen, sondern auch Krisen, Skandale und Konflikte.
Keinen Respekt vor Regeln - nur die Überzeugung, dass wer anders denkt, den Markt beherrscht. Der Film zeigt, wie Rulebreaker Imperien schaffen: radikal, risikobereit und rücksichtslos. Ob in Technologie, Rohstoffen, Pharma oder Finanzen: Christian Angermayer, Travis Kalanick, Zhong Huijuan, Peter Thiel, Gina Rinehart und Masayoshi Son haben die Grenzen des Machbaren verschoben - und so ganze Branchen verändert. Dieser Teil der Reihe "Die Welt der Superreichen" richtet den Blick auf eine Generation von Milliardären, die Märkte nicht nur bedient, sondern neu erfunden haben - oft gegen Widerstände, Konventionen und die Logik ihrer Branchen. Travis Kalanick verwandelte eine simple Idee in ein globales Mobilitätsimperium - und legte dabei das Taxigewerbe weltweit in Trümmer. Peter Thiel erkannte früher als alle anderen, dass Technologie Macht ist, und investierte sein Kapital konsequent in die Zukunft, die er selbst mitgestalten wollte. Zhong Huijuan baute in einem der reguliertesten Märkte der Welt einen Pharmakonzern von globalem Format - mit Methoden, die die Branche bis heute beschäftigen. Gina Rinehart erbte ein angeschlagenes Unternehmen und machte daraus eines der größten Bergbauimperien der Erde - unnachgiebig, polarisierend, unaufhaltsam. Christian Angermayer setzt auf Psychedelika, Longevity und Technologie, wo andere noch zögern. Masayoshi Son verwettet Milliarden auf Visionen, die kaum jemand versteht - und scheitert spektakulär, nur um beim nächsten Mal noch größer zu wetten. Was sie alle eint: kein Respekt vor dem Status quo, kein Zögern an Grenzen - sondern die Überzeugung, dass wer die Regeln schreibt, auch den Markt beherrscht. Doch Erfolg kommt selten ohne Preis: Ihre Wege sind gepflastert mit spektakulären Siegen, milliardenschweren Fehlinvestitionen und Skandalen, die ganze Branchen erschütterten. Zwischen Marken, Macht und Milliarden: Superreiche und ihre Imperien. Ihr Aufstieg wirkt wie ein Versprechen grenzenlosen Erfolges - doch hinter dem Glanz verbergen sich nicht nur Milliardenvermögen, sondern auch Krisen, Skandale und Konflikte.
Sie sind jung, digital und weltweit vernetzt. Sie sind die Unternehmerinnen und Unternehmer, die Reichtum im 21. Jahrhundert neu definieren. Ihre Erfolgsgeschichten prägen die Welt. MrBeast, Martin Klenk, Ben Francis, Lucy Guo, Ed Craven und Melanie Perkins stehen für eine Generation, die Aufmerksamkeit, Identität und digitale Erlebnisse in Milliardenunternehmen verwandelt - und das in einem atemberaubenden Tempo. Von der Garage bis zur Milliarde: Der Film richtet den Blick auf eine Generation, die die Regeln des Reichtums neu geschrieben hat. MrBeast verwandelte YouTube-Videos in ein globales Medienimperium mit Hunderten Millionen Abonnenten. Martin Klenk machte aus einer Studentenarbeit einen Weltkonzern. Ben Francis nähte in seiner Garage Trainingskleidung - und baute mithilfe von Influencer-Marketing eine der begehrtesten Sportswear-Marken der Welt. Lucy Guo wusste schon als Kind, wie man ein PayPal-Konto eröffnet, und setzte früh auf KI, als andere noch zögerten. Ed Craven bewegt sich mit seiner Vorliebe für Spielwetten souverän im Graubereich der digitalen Wirtschaft. Und Melanie Perkins hat es sich zur Mission gemacht, kreatives Gestalten für jeden zugänglich zu machen. Was sie alle eint: kein Erbe, kein Familienname, keine traditionellen Strukturen - sondern Instinkt, Risikobereitschaft und die Fähigkeit, den Zeitgeist zu lesen, bevor er sichtbar wird. Zwischen Marken, Macht und Milliarden: Superreiche und ihre Imperien. Ihr Aufstieg wirkt wie ein Versprechen grenzenlosen Erfolges - doch hinter dem Glanz verbergen sich nicht nur Milliardenvermögen, sondern auch Krisen, Skandale und Konflikte.
Geschütztürme in der Nordsee, eine Festung in der Karibik und eine Stadt unter der Erde: militärische Bauwerke - entworfen für den Ernstfall. Wie sind sie gebaut, und wie funktionieren sie? In der Themsemündung ragen rostige Stahlbauten aus der See, in Cartagena umschließen gewaltige Mauern den Hafen, in Kappadokien führen Schächte in ein unterirdisches Labyrinth: drei Orte, an denen sich technische Kreativität und Ingenieurskunst eindrucksvoll zeigen. An der Küste Englands werden im Zweiten Weltkrieg stählerne Geschütztürme im Meer verankert. Die Forts gleichen einer kleinen Stadt auf Stelzen: ausgestattet mit Unterkünften, Scheinwerfern und Flakgeschützen. Sie sollen eine gefährliche Lücke in der britischen Luftabwehr schließen und Angriffe deutscher Bomber und Marschflugkörper abwehren. Die Karibik im Zeitalter der Entdeckungen: Wertvolle Güter aus der Neuen Welt werden dort umgeschlagen und nach Europa verschifft. Im 16. Jahrhundert gewinnt der Hafen von Cartagena an der Küste des heutigen Kolumbiens enorme strategische Bedeutung. Gold und vor allem Silber lagern in der Stadt. Zu ihrem Schutz errichtet die spanische Kolonialmacht ein weitreichendes System aus Mauern und Bastionen - ergänzt durch Sperranlagen im Meer, um die gesamte Bucht vor der Stadt abzuriegeln. Ziel der Baumeister ist, die Stadt uneinnehmbar zu machen. Auch in Kappadokien ist der Untergrund ein Teil der Verteidigung. In den weichen Tuffstein graben die Menschen einst ganze Städte: verzweigte Labyrinthe aus unterirdischen Kammern, Gängen und Lüftungsschächten, Dutzende Meter tief. Verschließbare Zugänge, eine eigene Wasserversorgung und Vorratsräume ermöglichen es, im Kriegsfall Zuflucht zu finden und längere Zeit zu überleben. Die Reihe "Geniale Bauwerke der Geschichte" von ZDFinfo präsentiert Bauten von der Antike bis zur Neuzeit. Meisterhafte Ingenieurskunst am Rande des Machbaren. Was verraten diese Konstruktionen über ihre Erbauer - und ihre Zeit?
Weltweit errichten Menschen Monumente des Glaubens: Bauten, für die kein Aufwand zu groß scheint. Viele Sakralbauten setzen neue Maßstäbe in Stil und Größe. Meisterwerke für die Götter. Auf Java bildet der Tempel Borobudur ein steinernes Mandala, in Barcelona wächst die Sagrada Família in die Höhe, und im Norden Chinas klammert sich ein Kloster an eine Felswand. Drei heilige Orte, an denen die kreative Kraft des Glaubens greifbar ist. Im Herzen der indonesischen Insel Java liegt Borobudur, der größte buddhistische Tempel der Welt. Der mehr als tausend Jahre alte Bau ist als dreidimensionales Mandala angelegt. Ebene für Ebene steigen Pilger nach oben, umrunden den Bau auf festgelegten Wegen und durchqueren so symbolisch die verschiedenen Sphären der buddhistischen Kosmologie. Dass die Tempelanlage Borobudur seit über tausend Jahren Vulkanausbrüchen, Monsunregen und Erdbeben standhält, verdankt sie ihrer raffinierten Konstruktion: Passgenau verzahnte Steinblöcke, Kragbögen und ein System aus Wasserspeiern leiten Kräfte und Regen ab. In Barcelona entwirft Antoni Gaudí Ende des 19. Jahrhunderts mit der Sagrada Família ein Gotteshaus, das mit traditionellen Formen radikal bricht. Verzweigte Säulen tragen das Gebäude wie Baumstämme, ihre Gestaltung basiert auf präzisen Naturstudien. Gaudí experimentiert mit neuartigen Tragstrukturen, die in bislang unerreichte Höhen wachsen sollen. Heute führen Architekten und Ingenieure seine Vision fort. Sie verstärken die Türme mit innovativen Steinelementen, damit der Bau modernen statischen Anforderungen genügt. Am Fuß des chinesischen Hengshan-Gebirges scheint ein Tempel hoch über dem Talboden an einer Felswand zu hängen. Tatsächlich ruht der Klosterkomplex auf tief in den Berg getriebenen Kragbalken. Hölzerne Zapfenverbindungen verleihen der Konstruktion Elastizität und machen sie widerstandsfähig gegen Erdbeben. Auf diese Weise gebaut, hat der Tempel die Jahrhunderte überdauert. Geschützt von einer überhängenden Felswand vereint der Tempel daoistische, buddhistische und konfuzianische Elemente. Die Reihe "Geniale Bauwerke der Geschichte" von ZDFinfo präsentiert Bauten von der Antike bis zur Neuzeit. Meisterhafte Ingenieurskunst am Rande des Machbaren. Was verraten diese Konstruktionen über ihre Erbauer - und ihre Zeit?
Seit Jahrtausenden errichten Menschen Gebäude in gewaltigen Dimensionen. Von den Prachtbauten des alten Rom bis zu künstlichen Wasserstraßen, die ganze Gebirge überwinden. Über dem Pantheon in Rom spannt sich seit fast 2000 Jahren eine monumentale Betonkuppel, ein gigantisches Kanalbauwerk durchschneidet die Landenge von Panama, und nördlich von Madrid ragt das größte Kreuz der Welt: Monumente des Willens und der Macht. Im Herzen Roms wagen Baumeister vor fast 2000 Jahren ein Experiment: einen Bau mit einer riesigen Kuppel aus römischem Beton. Das Pantheon wird zum Meilenstein der Architektur. Seine ausgeklügelte Konstruktion, spezielle Mörtelrezepturen und der Oculus - die Öffnung am Scheitel der Kuppel - sorgen dafür, dass das Bauwerk bis heute erhalten ist. In der Moderne entstehen Projekte in noch größeren Dimensionen: Mit der Eröffnung des Panamakanals im Jahr 1914 verkürzt sich der Seeweg zwischen Atlantik und Pazifik um ein Vielfaches. Der Bau ist ein gewaltiger Kraftakt, der Tausende Menschenleben fordert. Der Panamakanal durchschneidet die kontinentale Wasserscheide, sodass Schiffe von einem Ozean in den anderen gelangen können. Riesige Schleusen werden errichtet, die Schiffe bis auf Höhe des Kanals bringen - und wieder hinunter auf Seehöhe. Heute kämpfen die Kanalbetreiber mit technischen Mitteln gegen eine neue Herausforderung: Der Klimawandel lässt das Süßwasser knapp werden. In den Bergen der spanischen Sierra de Guadarrama lässt der Diktator Francisco Franco ab 1940 ein Monument errichten, das Politik und Religion in Stein fasst. Auf einem Felsmassiv entsteht ein gigantisches Kreuz, darunter wird eine Basilika tief in den Berg getrieben. Tausende Zwangsarbeiter müssen den Bau errichten. Bis heute ist das Monument politisch umstritten - ein Beispiel für Bauwerke, die technisch anspruchsvoll sind und zugleich die Weltanschauungen ihrer Entstehungszeit widerspiegeln. Die Reihe "Geniale Bauwerke der Geschichte" von ZDFinfo präsentiert Bauten von der Antike bis zur Neuzeit. Meisterhafte Ingenieurskunst am Rande des Machbaren. Was verraten diese Konstruktionen über ihre Erbauer - und ihre Zeit?
Rund um den Globus entstehen Bauwerke der Superlative - höher, länger, tiefer als alles zuvor. Sie überwinden Tiefen, durchstoßen Berge und verschieben die Grenzen des technisch Machbaren. In Frankreich spannt sich das Viadukt von Millau Hunderte Meter über dem Boden einer Schlucht, in China erklimmt der höchste Außenaufzug der Welt eine Felswand, und tief unter den Alpen verläuft der Gotthard-Basistunnel nahezu schnurgerade durch das Gebirge. Im Süden Frankreichs löst das Viadukt von Millau ein chronisches Verkehrsproblem: Statt sich durch die engen Straßen der Stadt zu quälen, gleitet der Verkehr heute in wenigen Minuten über die Tarn-Schlucht. Möglich macht das eine elegante Schrägseilbrücke, deren Pylone bis zu 343 Meter hoch aufragen. Damit ist das Viadukt die höchste Brücke der Welt, gemessen an der Bauwerkshöhe. Ein Meilenstein moderner Ingenieurskunst. In den Quarzsandsteinfelsen von Wulingyuan in Zentralchina erschließt der Bailong-Aufzug - der "Aufzug der hundert Drachen" - eine ganz andere Dimension: Es geht steil bergauf. Während sich der untere Teil des Aufzugschachts im Fels befindet, fahren die doppelstöckigen Kabinen im oberen Abschnitt an einem Stahlfachwerkturm, der im Gestein verankert ist. Der höchste Außenaufzug der Welt befördert Besucher 326 Meter in die Höhe und eröffnet spektakuläre Blicke auf den Nationalpark. Tief im Inneren der Alpen durchstößt der Gotthard-Basistunnel das Gebirge über eine Länge von 57 Kilometern. Riesige Tunnelbohrmaschinen haben sich über Jahre durch den Fels gearbeitet, um eine nahezu ebene, schnelle Verbindung zu schaffen. Heute bildet der Tunnel das Herzstück des alpenquerenden Schienenverkehrs. Täglich passieren rund 250 Güterzüge die Röhre. Ein Infrastrukturprojekt, das europäische Handelsrouten neu ordnet und Distanzen im Fernverkehr schrumpfen lässt. Die Reihe "Geniale Bauwerke der Geschichte" von ZDFinfo präsentiert Bauten von der Antike bis zur Neuzeit. Meisterhafte Ingenieurskunst am Rande des Machbaren. Was verraten diese Konstruktionen über ihre Erbauer - und ihre Zeit?
Weltweit entstehen Bauwerke nach dem Vorbild der Natur. Moderne Ingenieurskunst verbindet Ästhetik, Funktion und Nachhaltigkeit - neue Wege für eine Architektur der Zukunft. Innovative Gebäude in London, Singapur und Cornwall zeigen, wie sich Prinzipien aus der Natur auf moderne Architektur übertragen lassen. Die Baukomplexe schonen Ressourcen und schaffen neue urbane Räume. Ein neuer Blick auf das Bauen im 21. Jahrhundert. Im Londoner Finanzdistrikt entsteht zu Beginn der 2000er-Jahre mit "30 St Mary Axe" ein Hochhaus, das rasch ein architektonisches Wahrzeichen der Stadt wird. Besser bekannt als "The Gherkin", orientiert sich die markante Form an biologischen Strukturen, unter anderem an Tiefseeschwämmen. Seine besondere Trag- und Fassadenstruktur ermöglicht flexible Raumkonzepte und trägt zu einem möglichst energieeffizienten Betrieb bei. In Singapur wächst im Stadtzentrum ein futuristischer Garten: die "Supertrees". Die bis zu 50 Meter hohen Stahlkonstruktionen tragen vertikale Gärten, sammeln Regenwasser und sind in das Energiekonzept des Parks eingebunden. Nach Einbruch der Dunkelheit verwandeln sie sich in eine Licht- und Klanglandschaft - ein eindrucksvolles Beispiel für das Zusammenspiel von Technik, Natur und urbanem Grünraum. Ein stillgelegter Steinbruch in Cornwall beherbergt das "Eden Project", einen einzigartigen Naturpark. Unter riesigen, lichtdurchlässigen Kuppeln gedeihen tropische und subtropische Pflanzenarten. Die neuartigen Gewächshäuser ziehen jährlich Hunderttausende Besucher an. Sie stehen exemplarisch für nachhaltige Architektur und innovative Nutzungskonzepte im Umgang mit Landschaft und Ressourcen. Die Reihe "Geniale Bauwerke der Geschichte" von ZDFinfo präsentiert Bauten von der Antike bis zur Neuzeit. Meisterhafte Ingenieurskunst am Rande des Machbaren. Was verraten diese Konstruktionen über ihre Erbauer - und ihre Zeit?
Seit Jahrtausenden baut der Mensch für die Ewigkeit. Doch was, wenn technische Fehler gemacht werden und gewagte Konstruktionen versagen? Immer wieder kommt es zu verheerenden Unglücken. Drei dramatische Ereignisse in Italien, Brasilien und der Türkei zeigen, wie anfällig monumentale Bauwerke sein können - und welche Folgen Konstruktionsfehler, Materialermüdung und äußere Einflüsse haben. Am 14. August 2018 geschieht in Genua das Undenkbare: Mitten in der Stadt stürzt ein Teil der Morandi-Brücke ein. Die Schrägseilbrücke aus Spannbeton gilt lange als ein Meisterwerk der Ingenieurskunst. Doch gravierende Probleme in der Konstruktion haben fatale Folgen. Der Einsturz fordert 43 Menschenleben. Experten rekonstruieren die Ursachen der Katastrophe. Im brasilianischen Bundesstaat Minas Gerais bricht 2019 der Damm der Erzmine Córrego do Feijão. Jahrzehntelang hatte er Abfälle aus dem Bergbau zurückgehalten. Nach dem Dammbruch wälzen sich Millionen Kubikmeter durch die Landschaft und töten 272 Menschen. Die Doku fragt, warum der Damm den Belastungen nicht standhielt. Auch im türkischen Gaziantep gibt es schwere Schäden an einem jahrtausendealten Bauwerk. Nach schweren Erdbeben im Februar 2023 stürzen Teile der antiken Zitadelle ein. Andere Abschnitte überstehen das Beben unbeschadet. Warum versagen manche Strukturen und andere nicht? Die Reihe "Geniale Bauwerke der Geschichte" von ZDFinfo präsentiert Bauten von der Antike bis zur Neuzeit. Meisterhafte Ingenieurskunst am Rande des Machbaren. Was verraten diese Konstruktionen über ihre Erbauer - und ihre Zeit?
Auf Gipfeln, in Wüsten und im ewigen Eis bauen Menschen an der Grenze des Möglichen. Die Doku zeigt, wie Technik Leben dort ermöglicht, wo die Natur extreme Bedingungen setzt. Drei Orte zeigen, wie Menschen mithilfe ingenieurtechnischen Wissens extreme Landschaften bewohnbar machen. Bauwerke in Peru, in Iran und in Sibirien zeugen von Anpassungsfähigkeit, Erfahrung und technischem Einfallsreichtum. Hoch in den peruanischen Anden errichten die Inka Machu Picchu auf rund 2400 Metern Höhe. Ohne Eisenwerkzeuge, Räder oder Schrift schaffen sie eine Stadt mit Hunderten Terrassen, die Nahrung liefern und Regenwasser kontrolliert ableiten. Ein ausgeklügeltes Drainagesystem schützt die Anlage vor Erosion und Starkregen. Präzise behauene Granitblöcke verleihen der Anlage Stabilität - bis heute trotzt Machu Picchu Wind, Wasser und Erdbeben. Mitten in der iranischen Wüste liegt die Stadt Yazd. Trotz extremer Hitze und Trockenheit ist sie seit Jahrhunderten die Heimat für Hunderttausende. Unterirdische Kanäle - sogenannte Qanate - leiten Wasser aus den umliegenden Bergen über viele Kilometer in die Stadt. Windtürme sorgen für Kühlung, dicke Lehmwände speichern Kälte. Selbst die Lagerung von Eis gelingt unter diesen Bedingungen - ein Beispiel für nachhaltige Klimaanpassung ohne moderne Technik. Im Osten Sibiriens steht Jakutsk vor der gegenteiligen Herausforderung: Extreme Kälte bis zu minus 60 Grad bestimmt das Leben in den meisten Monaten des Jahres. Die Großstadt ist auf dauerhaft gefrorenem Boden, dem Permafrost, gebaut. Doch die steigenden Temperaturen lassen den Untergrund tauen. Gebäude verlieren an Stabilität, Risse entstehen. Wie geht die Stadt mit den extremen Bedingungen um? Und was unternehmen Ingenieurinnen und Ingenieure, um die Bebauung an das veränderte Klima anzupassen? Die Reihe "Geniale Bauwerke der Geschichte" von ZDFinfo präsentiert Bauten von der Antike bis zur Neuzeit. Meisterhafte Ingenieurskunst am Rande des Machbaren. Was verraten diese Konstruktionen über ihre Erbauer - und ihre Zeit?
Kugelförmige Häuser, ungewöhnliche Festungen, steile Bahnstrecken. Manche Bauwerke wirken bizarr. Welche technischen Ideen stecken hinter den außergewöhnlichen Konstruktionen? Diese Folge führt zu drei Orten, an denen Architektur besonders auffällt - und sich bei genauerem Hinsehen als präzise durchdachte Ingenieursleistung erweist: in die Niederlande, nach Kolumbien und in die Schweiz. In 's-Hertogenbosch in den Niederlanden wirken die sogenannten Bolwoningen, kugelförmige Wohnhäuser, als seien sie ihrer Zeit voraus und plötzlich in einer ganz normalen Vorstadt gelandet. Tatsächlich folgt ihre Form einem klaren statischen Prinzip: Die Kugel verteilt Lasten gleichmäßig und lässt sich aus vorgefertigten Elementen effizient montieren. Das Ergebnis sind experimentelle Wohnbauten, die funktional gedacht sind, aber radikal mit gewohnten Raumkonzepten brechen. Aber ist ein Haus alltagstauglich, das so gut wie keine geraden Wände hat? Über der kolumbianischen Hafenstadt Cartagena de Indias erhebt sich eine massive Festungsanlage, über mehrere Jahrzehnte errichtet von den spanischen Kolonialherren. Ihre ungewöhnliche Formgebung ist kein Zufall: Abgewinkelte Mauern, unterirdische Gänge und Vorrichtungen zur Selbstzerstörung sollten die Anlage gegen Angriffe widerstandsfähig machen - angepasst an die Waffen und Belagerungstechniken ihrer Zeit. In der Zentralschweiz steht das Bergdorf Stoos vor der Herausforderung, eine sichere Verbindung ins Tal zu schaffen. Die Lösung ist eine außergewöhnlich steile Standseilbahn. Mit Neigungen bis zu 110 Prozent führt die Trasse geradlinig den Hang hinauf - auch ein Schutz vor Lawinen. Speziell konstruierte, drehbare Kabinen sorgen dafür, dass der Fahrgastraum trotz extremer Steigung stets waagerecht bleibt. Die Reihe "Geniale Bauwerke der Geschichte" von ZDFinfo präsentiert Bauten von der Antike bis zur Neuzeit. Meisterhafte Ingenieurskunst am Rande des Machbaren. Was verraten diese Konstruktionen über ihre Erbauer - und ihre Zeit?
Der Astrophysiker Harald Lesch bereitet Themen aus verschiedenen Wissenschaftsbereichen für die Zuschauer allgemein verständlich und mit einem Augenzwinkern auf.
Künstliche Intelligenz, die unsere geheimsten Wünsche erkennt, die uns beschützt - und bewacht. Welche neuen Möglichkeiten tun sich auf? Welche Gefahren? Die KI ist für uns da, immer und fast überall. Sie kennt uns, vielleicht sogar besser als wir uns selbst, und durchschaut die wahren Gefühle. In diesem Spannungsfeld spielt die fiktive ZDF-Serie "Concordia". Harald Lesch prüft, wie viel davon bereits in unserer Welt angekommen ist. "Concordia" ist der Traum der Stadt der Zukunft, in der alle sicher sind vor Kriminalität. Können wir uns bereits heute mithilfe der KI schützen? Seit Jahren fallen Plätze der Innenstadt Mannheims durch eine überdurchschnittlich hohe Kriminalitätsrate auf. Eine 24-Stunden-Videoüberwachung könnte helfen. Doch damit individuelle Merkmale wie Geschlecht, Erscheinung oder Hautfarbe keine Rolle spielen, dürfen Gesichter von Personen nicht gescannt werden. Forschende suchen zusammen mit der Polizei nach einer Methode, die nicht die Persönlichkeitsrechte der Bürger verletzt. Ein spezielles Programm soll ausschließlich die Bewegungsmuster der Passanten analysieren. Die Software muss lernen, zu erkennen, ob es sich noch um eine stürmische Begrüßung handelt oder bereits um einen eskalierenden Konflikt. Bei Letzterem soll die KI sofort Alarm schlagen. So der Plan. Doch wie trainiert man die KI? Und wie Erfolg versprechend ist das System? In der Serie "Concordia" analysiert ein Überwachungssystem die Emotionen der Menschen - überwiegen Angst, Freude oder Trauer? Und in der Realität? Weiß die KI bald mehr über unsere Gefühle als wir selbst? KI-Systeme lernen bereits heute, Menschen auf vielfältige Weise zu erfassen - auch bis in ihr Innerstes. Wissenschaftsteams beschäftigen sich beispielsweise mit "intelligenter Audioanalyse" und dem sogenannten Affective Computing. Sie wollen herausfinden, wie mittels KI von unserer Stimme auf unsere Stimmung und Emotionen rückgeschlossen werden kann. Was lässt einen Redner besonders charismatisch erscheinen, und wie überzeugt man besonders gut sein Gegenüber? Zum Training der KI werden neben verschiedenen Stimmproben auch andere Kriterien erfasst, wie Puls, Gesichtsausdruck und Körperhaltung. Auch die sogenannte Facial-Micro-Expression wird hinzugezogen, wenn sich für den Bruchteil von Sekunden unbemerkt Emotionen wie Ablehnung oder Zuneigung in der Mimik zeigen. Fatal - denn die entgleisenden Gesichtszüge zeigen unsere wahren Gefühle, die uns vielleicht nicht einmal selbst so bewusst sind. Doch was passiert, wenn einzelne KIs mit ihren Fähigkeiten miteinander vernetzt werden zu einer Art Super-KI oder "Artificial General Intelligence"? Google oder Microsoft kündigen bereits an, vernetzte KI-Systeme zu entwickeln, die sich gegenseitig korrigieren und steuern - ohne Zutun von Menschen und deren Kontrolle. Wird es eine Super-KI geben, die in der Lage wäre, Entscheidungen und Schlüsse unabhängig von ihren menschlichen Nutzern zu ziehen - autonom, ohne Aufforderung oder sogar gegen den erklärten Willen? Harald Lesch beleuchtet auch die Hintergründe, warum Politik und Gesellschaft jetzt gefordert sind, verbindliche Regeln zu KI aufzustellen.
Täuschend echte KI-Videos überfluten zunehmend den digitalen Raum. Es geht um Geld, Macht und politischen Einfluss - und es steht viel auf dem Spiel. Von viralen KI-Clips bis zu Deepfakes: Die Grenze zwischen real und nicht real verschwimmt zunehmend. Gemeinsam mit Jasmina Neudecker geht Harald Lesch dem Phänomen auf den Grund - und zeigt, wie wir uns für die neue Realität wappnen können. Wie konnte diese Technologie so schnell so mächtig werden? Der Film klärt, wie moderne KI-Systeme aus Daten lernen, Bilder und Videos zu erzeugen - und warum selbst Expertinnen und Experten zunehmend Schwierigkeiten haben, Fakes zweifelsfrei zu erkennen. Umfragen zeigen: Viele Menschen sind unsicher, was sie noch glauben können. Gleichzeitig werden KI-generierte Inhalte gezielt eingesetzt - für Aufmerksamkeit, für Geld, aber auch für Manipulation. Deepfakes, Desinformation und künstliche Influencer erschüttern das Vertrauen in Bilder. Die EU reagiert mit einer neuen Verordnung, die eine Kennzeichnungspflicht bei KI-Inhalten vorschreibt. Lässt sich damit das Vertrauen wieder herstellen? Die Entwicklung ist gesellschaftlich noch in anderen Bereichen hoch relevant. Der Ressourcenverbrauch der KI-Infrastruktur wächst rasant: Rechenzentren verbrauchen Energie und Wasser in gigantischem Ausmaß. Das ist der Preis einer scheinbar grenzenlosen Produktion von KI-Inhalten. Harald Lesch geht der Frage nach, welche Chancen und Risiken in der Technologie liegen. Er klärt, warum unser Gehirn besonders anfällig für visuelle Täuschungen ist und weshalb sich falsche Bilder tief in unserem Gedächtnis verankern, selbst dann, wenn wir sie längst als Fälschungen entlarvt haben. Am Ende stellt sich eine grundlegende Frage: Wenn alles künstlich erzeugt werden kann - woran können wir uns noch orientieren? "Achtung KI-Fake" ist eine aufregende Reise in eine Welt, in der Wirklichkeit neu verhandelt wird - und in der wir entscheiden müssen, was wir noch glauben wollen.
Ist künstliche Intelligenz ein Heilsbringer, oder stürzt sie die Menschheit ins Verderben? Reporter Miles O'Brien untersucht den Meilenstein der technischen Entwicklung und dessen Gefahren. O'Brien hat 2014 seinen linken Arm verloren und schöpft dank einer KI-Prothese Hoffnung, sich wieder wie ein gesunder Mensch bewegen zu können. Ein medizinischer Fortschritt, der ohne diese Technologie nie denkbar gewesen wäre. Aber sie birgt auch große Risiken. Die KI kann inzwischen bei der Heilung von Krebs helfen und den Ausbruch von Waldbränden schneller erkennen als die erfahrensten Feuerwehrleute. Die Dokumentation beobachtet, wie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler auf der ganzen Welt an immer neuen Anwendungsfeldern für diese spektakulärste Revolution seit Erfindung des Computers forschen. Aber längst werden auch ihre Schattenseiten gefürchtet: Ein Programm wie ChatGPT scheint denken, sprechen und schreiben zu können wie ein Mensch - wie viele Jobs wird die Software womöglich eines Tages ersetzen? Und KI-generierte Fake News wirken inzwischen so realistisch, dass sie Börsen abstürzen lassen und politische Krisen auslösen können. Die entscheidende Frage ist also: Sind wir wirklich in der Lage, diese Technik zu kontrollieren - oder beherrscht sie eines Tages uns?
Bis die ersten Raketen den Orbit erreichten, brauchte es große Ingenieurskunst und viele Fehlversuche. Welche entscheidenden Entdeckungen ebneten den Weg ins All? Zunächst sollten Raketen keine Menschen oder Satelliten transportieren, sondern Sprengköpfe. Doch die zivile Nutzung der Raketentechnik wurde immer wichtiger. Sie ermöglichte die Verwirklichung eines Menschheitstraums: der Mondlandung. Und die Menschheit träumt weiter.
Roboter sind aus unserer Welt nicht mehr wegzudenken. Sie bauen Autos, saugen Staub und entschärfen Bomben. Und die Forschung an künstlicher Intelligenz macht weiter rasante Fortschritte. Bereits vor mehr als tausend Jahren konstruierten Ingenieure in Bagdad das erste Gerät zum Aufzeichnen und Abspielen von Musik. Seither gab es viele technologische Durchbrüche, die den Weg zu den heutigen Robotern ebneten.
Im vergangenen Jahrhundert wird das Auto zum Inbegriff von Freiheit. Die Massenmotorisierung prägt unseren Lebensraum. Heute liegt die Herausforderung vor uns, das Auto neu zu erfinden. Als Carl Benz 1886 das erste Automobil patentieren lässt, ist es zunächst ein Ladenhüter. Bis seine Frau eine geniale Idee hat und dem Auto zum Siegeszug verhilft. Zunächst nur ein Spielzeug für Reiche, wird es zuerst in den USA zum Alltagsgefährt breiter Schichten.
Der Traum vom Fliegen ist alt. Und es gab viele Versuche, ihn zu verwirklichen - oft mit unglücklichem Ausgang. Bis zwei Brüder aus Ohio das Geheimnis des stabilen Fluges entdecken. Wilbur und Orville Wright führen die Erkenntnisse vieler Flugpioniere zusammen und konstruieren ein Flugzeug, das 1903 den ersten stabilen Motorflug ermöglicht. Seither erobern die Menschen den Himmel. Heute ist die ganze Welt nur eine Tagesreise entfernt.
Keine Erfindung hat unseren Alltag in den letzten Jahren so verändert wie das Smartphone. Es ist die bislang beste Antwort auf eine alte Frage: Wie kommunizieren wir über Entfernungen hinweg? Dieses Problem beschäftigt die Menschen seit Jahrtausenden. Sie haben immer ausgefeiltere Gerätschaften entwickelt, um Nachrichten schnell und sicher zu übermitteln. Und es geht weiter: Schon heute lässt sich ein Blick auf die Zukunft der Kommunikation werfen.
Informativ, hintergründig, analytisch: die Nachrichten des Tages aus Deutschland und der Welt. Mit Berichten, Reportagen und Interviews aus Politik, Gesellschaft und Kultur.
Mythen und Legenden ranken sich um die Gestalt Ludwigs II. von Bayern (1845 bis 1886), der als "Märchenkönig" in die Geschichte eingegangen ist. Er habe die Politik gescheut und sich vor allem seinen schwärmerischen Leidenschaften hingegeben: den Opern Richard Wagners und dem Bau prunkvoller Schlösser wie Neuschwanstein, Linderhof und Herrenchiemsee. Doch Ludwig war keineswegs nur ein versponnener Träumer, sondern verfolgte klare politische Ziele. Er glaubte an das "Dritte Deutschland", an eine eigenständige Kraft neben Preußen und Österreich. Der föderale Staatenbund der kleinen und mittleren deutschen Länder war Mitte des 19. Jahrhunderts ein Gegenmodell zu einem Bundesstaat unter preußischer Führung. Scheitern wird die Vision am politischen Genie Otto von Bismarcks und der militärischen Stärke des Hohenzollern-Staates. Im "Deutschen Krieg" von 1866 setzte sich Preußen nicht nur gegen Österreich durch, sondern auch gegen die mit Habsburg verbündeten "dritten" deutschen Staaten. Bayern verlor nach dem Friedensvertrag mit Preußen die Kontrolle über die eigene Armee. Ein Souveränitätsverlust, der sich mit dem Deutsch-Französischen Krieg von 1870 fortsetzte. Bismarck nutzte den militärischen Triumph zur Schaffung des Deutschen Kaiserreichs. In diesem geeinten Reich wurde der bayerische König mehr und mehr zur exotischen Randfigur. Er verlegte sich fortan auf das Bauen, um wenigstens auf dem Gebiet der Architektur seiner Herrschaft einen Rest von Glanz und Würde zu verleihen. Fernab der Residenzstadt München errichtete er Schlösser, die als weithin sichtbare Monumente an die Epoche des Absolutismus erinnern sollten. Bald konnte der König seine kostspieligen Bauvorhaben nicht mehr aus eigener Tasche finanzieren. Hoch verschuldet drohte Ludwig auch seiner Regierung mit der Absetzung. Ihr wollten die Minister mit einem Staatsstreich zuvorkommen. Der Machtkampf wird den letzten "wahren" König Bayerns das Leben kosten. Wie der Monarch ums Leben kam, ist bis heute ungeklärt. Die Umstände seines Todes werden in diesem Film untersucht. Wissenschaftliche Beratung: Prof. Dr. Hans-Michael Körner
Er galt schon bei seinen Zeitgenossen als "Vater Europas". Er schuf ein Fundament, das den Kontinent prägte. Deutsche und Franzosen betrachten Karl den Großen gleichermaßen als Stammvater. Die Grundlage für ein späteres Reich der Deutschen schuf Karl durch seine Eroberungen in der Mitte Europas. Er unterwarf die Sachsen und zwang sie, Christen zu werden. Mit ihrer Eingliederung verschob sich der Schwerpunkt des Frankenreichs nach Osten. Karls Imperium reichte von der Nordsee bis nach Mittelitalien, von Ungarn bis nach Spanien. Der Umriss erinnert an die Ausdehnung der europäischen "Sechsergemeinschaft" 1200 Jahre später. Der Frankenherrscher schuf nicht nur ein Imperium, er gab ihm auch eine Ordnung, setzte Ankerpunkte für eine gemeinsame religiöse und kulturelle Identität. Er wollte nicht nur Herrscher der Franken sein, sondern der gesamten römischen Christenheit. Wo er regierte, sollte auch ein Glaube die Teile seines europäischen Reiches miteinander verbinden. Am Weihnachtstag im Jahr 800 wurde er in Rom zum Kaiser gekrönt. Die römische Kaiserwürde und Reichsidee gingen damit auf das fränkische Herrscherhaus über. Daran konnten später die ostfränkischen und dann die deutschen Könige anknüpfen. Nachdem sich das Imperium Karls ein Jahrhundert später endgültig in ein West- und in ein Ostreich geteilt hatte, waren es ausgerechnet die Nachfahren der einst heidnischen Sachsen, die genug Macht, Willen und Einfluss besaßen, um in die Fußstapfen des großen Karolingers zu treten. So erwarb Otto der Große als von den deutschen Stämmen gewählter "ostfränkischer" König die Kaiserkrone und legte damit den Grundstock zur Entwicklung der römisch-deutschen Tradition.
Sie stammte aus dem von Russland annektierten Teil Polens. Rosa Luxemburg (1871 bis 1919) wurde politische Aktivistin in einer Zeit, in der Frauen in Deutschland noch nicht wählen durften. Die Arbeiterbewegung in Europa befand sich im Aufbruch, Sozialisten wurden überall verfolgt. Schon in jungen Jahren kämpfte Rosa Luxemburg für die Rechte der Arbeiterschaft - ab 1898, nachdem sie die deutsche Staatsangehörigkeit angenommen hatte, in der SPD. Rosa Luxemburg war Jüdin, sehr gebildet, besaß einen scharfen Verstand und ein mitreißendes Temperament. Sie war eine großartige Rednerin und brillante Schriftstellerin. Konflikte scheute sie nicht. Bei Streitfragen innerhalb der SPD nahm sie eine radikale Position ein. Ihr Engagement brachte sie wiederholte Male ins Gefängnis - verurteilt wegen Majestätsbeleidigung, Aufforderung zu Ungehorsam, Gefährdung des öffentlichen Friedens. Unermüdlich sprach sich Rosa Luxemburg gegen preußischen Militarismus und gegen die Aufrüstung aus. Als die SPD im August 1914 die Kredite für den Krieg bewilligte, brach sie aus Enttäuschung über den "Verrat" an der internationalen Arbeiterbewegung fast zusammen, dachte sogar an Selbstmord. Rosa Luxemburg, die auch dazu aufgerufen hatte, den Dienst an der Waffe zu verweigern, verbrachte fast die gesamte Zeit des Ersten Weltkrieges hinter Gittern. Doch auch dort blieb sie politisch aktiv. Als am 9. November 1918 die Revolution in Deutschland ausbrach und die Monarchie gestürzt wurde, war sie zur Stelle. Im Gegensatz zu den nun herrschenden Sozialdemokraten, die eine parlamentarische Republik errichten wollten, traten Rosa Luxemburg und ihre Mitstreiter für eine sozialistische Revolution ein, nach dem russischen Vorbild von 1917. Rosa Luxemburg ging jedoch auf Distanz zur Leninistischen Diktatur. Enttäuscht über die Politik der SPD, gründete sie zusammen mit Karl Liebknecht die Kommunistische Partei Deutschlands. Als ihr engster Mitstreiter im Januar 1919 zum bewaffneten Kampf für die Revolution aufrief, ließ die Regierung den Aufstand, der sich gegen die junge Republik richtete, blutig niederschlagen. Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht, die Köpfe der revolutionären Bewegung, wurden von Freikorps-Soldaten ermordet. Die sozialistische Revolution blieb aus. Die große Mehrheit der Deutschen stimmte für eine bürgerliche Demokratie - zunächst. Wissenschaftliche Beratung: Prof. Dr. Reinhard Rürup
Hildegard von Bingen (1098 bis 1179) ist die populärste Deutsche des Mittelalters - auf Augenhöhe mit den Mächtigen ihrer Zeit. Sie war Visionärin, Naturwissenschaftlerin und vieles mehr. So war sie auch Politikerin, Komponistin, Theologin und sogar Managerin zweier von ihr gegründeter Klöster. Viele ihrer Schriften, vor allem ihre Kenntnisse der Naturheilkunde, haben bis heute nichts von ihrer Aktualität eingebüßt. Andere werfen noch immer Fragen auf. Während die einen in Hildegards Visionen eine Art Drogenrausch der Kräuterkundigen vermuten, sehen andere darin eine prophetische Gabe, sogar einen Beweis ihrer Heiligkeit. Besondere Nähe zu Gott für sich zu beanspruchen, war nicht ungefährlich. Ihren Mut schöpfte sie aus religiösem Sendungsbewusstsein. Hildegards Visionen waren ein mächtiges Instrument für eine Frau in einer Zeit, in der das weibliche Geschlecht komplett unter männlicher Verfügungsgewalt stand. Sie schaffte es, dass der Papst selbst ihre Visionen anerkannte, und enthob sich damit des Verdachtes, eine Ketzerin zu sein. Aus heutiger Sicht besonders bahnbrechend war ihre Wahrnehmung der Natur, in der sie ein Spiegelbild der göttlichen Weltordnung sah. Die "erste Grüne" der Geschichte könnte man sie nennen. Auch den menschlichen Körper und die Sexualität beschrieb sie eingehend und mit großer Unbefangenheit. Von Hildegard von Bingen stammt die vermutlich erste und für eine Nonne bemerkenswert detaillierte Beschreibung des weiblichen Orgasmus. Der Film über das Leben Hildegards von Bingen zeichnet das Bild einer Frau, die viele Grenzen sprengte. Und er zeigt ein Jahrhundert, dessen technische und soziale Umwälzungen den Grundstein für die Moderne legten. Wissenschaftliche Beratung: Professor Dr. Franz J. Felten
Alexander der Große gilt als der Vorzeige-Weltherrscher der Geschichte. Kein Superlativ scheint dem jungen Makedonenkönig gerecht zu werden. In nur elf Jahren erobert er ein Gebiet, das sich von Griechenland über den Orient hinaus bis nach Indien erstreckt. 19 Staaten, drei Kontinente und unzählige Volksgruppen unterwirft er in einem einzigen gigantischen Feldzug. Als todesmutiger Kriegsherr ist Alexander schon zu Lebzeiten eine Legende, dafür hat er höchstpersönlich gesorgt. Zum Mythos aber erhebt ihn erst die Nachwelt. Kurz nach Alexanders Tod setzt eine Verklärung ein, hinter der die historische Figur über die Jahrhunderte fast vollständig verschwunden ist. In der zweiteiligen "Terra X"-Reihe stehen Schlüsselereignisse im Leben Alexanders im Vordergrund, die deutlich machen, wie der 20-jährige Königssohn aus dem entlegenen Norden Griechenlands zum ersten europäischen Weltherrscher wurde. Die erste Folge beschäftigt sich mit den frühen Jahren des Welteroberers. Auf der Basis moderner Geschichtsforschung beleuchtet der Film "Auf dem Weg zur Macht" die Verhältnisse am makedonischen Hof und in Griechenland, stellt die wichtigsten Ereignisse und Menschen im Leben von Alexander vor und erzählt, welchen Einfluss sie auf seine weitere Entwicklung genommen haben. Als Alexander im Juli 356 vor Christus geboren wird, gilt Makedonien nicht gerade als zukunftsweisendes Königreich. Während die Griechen im Mutterland schon längst die Demokratie ausgerufen haben, spielt Alexanders Vater Philipp noch immer den Alleinherrscher. Die Makedonen gelten als Außenseiter, werden angefeindet und als Barbaren beschimpft. Doch Philipp hat entscheidende Vorteile: Er ist der reichste Grieche seiner Zeit und besitzt das stärkste Heer im Land. Seit Jahren kämpft er an allen Fronten, um seine Macht auszubauen. Philipp plant in die Zukunft. Dafür braucht er einen geeigneten Thronfolger. Die Rolle soll Alexander übernehmen. Zwar wächst der Junge wohlbehütet und sorgenfrei auf, doch die Erwartungen an ihn sind hoch. Vor allem vom Vater, der ihn mit strenger Hand zum Krieger erziehen will. Alexander kann ihm nichts recht machen. Auf der anderen Seite steht seine Mutter Olympias - eine "Helikopter-Mutter", die all ihr Tun auf den Sohn ausrichtet. Nicht ganz selbstlos, wie es aussieht. Denn nur solange Alexander als Kronprinz gehandelt wird, ist auch ihre eigene Stellung am Hof gesichert. Sie ist es, die Alexander in dem Glauben erzieht, er stamme nicht von den Halbgöttern Herakles oder Perseus ab, wie Philipp behauptet, sondern von Göttervater Zeus persönlich. Stammbaumfiktion ist in der Antike nichts Besonderes. Auch Alexander verinnerlicht seine gottgleiche Abstammung, sein Vorbild aber ist und bleibt bis zum Lebensende der mythische Achill aus der Ilias. Der Philosoph und Universalgelehrte Aristoteles - bei seiner Berufung nach Makedonien eher umstritten als berühmt - bringt ihm die dramatische Geschichte über den Kriegshelden im Kampf um Troja nahe. Aristoteles ist Lehrer und enger Vertrauter des wissbegierigen Jungen. Er erklärt ihm, was die Demokratie der Athener bedeutet, fördert Alexanders naturwissenschaftliches Interesse ebenso wie seine Gabe, strategisch zu denken und Mut von Leichtsinn zu unterscheiden. Die vielleicht wichtigste Person in Alexanders Leben aber ist Hephaistion, sein treuer Weggefährte aus Kindertagen. Die beiden gehen durch dick und dünn, kämpfen Seite an Seite, träumen vom Heldentod auf dem Schlachtfeld. Ihre Freundschaft hält lebenslang. Und dann gibt es noch Bukephalos, das berühmteste Pferd der Antike und Alexanders heißgeliebtes Streitross. Die Zähmung des wilden Hengstes ist vermutlich nicht mehr als eine Legende. Sie enthält aber eine wichtige Botschaft an die Nachwelt: Schon mit 13 Jahren ist der junge Makedone bereit zu herrschen. Der erste Schritt ist getan, um aus dem Schatten des Vaters herauszutreten. Fünf Jahre später beweist Alexander, inzwischen zum Mitregenten erhoben, seine Entschlossenheit als Feldherr im Kampf gegen Athen und Theben. Er führt den entscheidenden Angriff an und beendet ihn mit dem Sieg. Den Makedonen beschert er damit die Vormachtstellung über das Mutterland und festigt seine Schlüsselposition in der königlichen Reiterei. Von da an scheint seiner Karriere nichts mehr im Weg zu stehen. Auch der nächste Gegner steht schon fest. Der persische Erzfeind soll endgültig in die Schranken gewiesen werden. Doch zuvor kommt es zum Bruch zwischen Alexander und seinem Vater, der Königssohn flieht ins Exil. Als Philipp von einem Attentäter ermordet wird, ist der Thron für Alexander frei. Sofort lässt der neue Herrscher potenzielle Konkurrenten aus dem Weg räumen. Auch innenpolitisch g
Im Zentrum der zweiten Folge steht Alexanders gigantischer Eroberungszug. Er führt ihn durch Kleinasien, Ägypten, Persien und Pakistan bis nach Indien - ans Ende der damals bekannten Welt. Scheinbar mühelos hat der Makedone innerhalb von elf Jahren das größte Imperium der Antike geschaffen. Nach seinem frühen Tod im Jahr 323 vor Christus zerfällt das Alexanderreich binnen kürzester Zeit. Die imperiale Idee aber prägt die weitere Geschichte Europas, angefangen von Cäsar bis Napoleon und darüber hinaus. Der Rachefeldzug gegen die Perser beginnt mit einem symbolischen Akt. Noch bevor Alexander seinen Fuß auf kleinasiatischen Boden setzt, schleudert er vom Boot aus einen Speer ans Ufer. Jeder, der ihn dabei beobachtet, soll sehen, dass er nicht vorhat, den Gegner zu schonen. Alexander ist ein Meister der Selbstinszenierung und Propaganda, wie zahlreiche Geschichten über ihn belegen. Sein Kriegsvorhaben macht er zur "heiligen Mission", als er am Grab des mythischen Helden Achill einen Kranz niederlegt und seine Rüstung im Tempel der Kriegsgöttin Athene weihen lässt. Die Zerschlagung des Gordischen Knotens mit dem Schwert verweist auf Alexanders Entschlossenheit, König des riesigen Perserreichs zu werden. Seine Besuche in ägyptischen Tempeln berichten von einem wichtigen Karriereschritt, der ihn schon früh vom Stammeskönig zum gottgleichen Pharao erhebt. Die Gründung von mindestens 20 "Alexander-Städten" an unterschiedlichsten Orten zeugt vom Ehrgeiz des Makedonen, seinen Namen und die griechische Kultur in die ganze Welt hinauszutragen. Und nicht zuletzt erzählt die Massenhochzeit in Susa von Alexanders Vision, aus unterschiedlichen Völkern einen einheitlichen, multikulturellen Staat zu erschaffen. Damit ist er seiner Zeit weit voraus. Alexanders Charisma ist legendär. Er besitzt die Gabe zu begeistern und Menschen zu Höchstleistungen anzuspornen. Auch als Politstratege beweist er Fingerspitzengefühl. Auf seinem Eroberungszug durch die persisch besetzten Gebiete präsentiert er sich stets als Befreier, indem er demokratische Verhältnisse einführt und vor allem die Tributzahlungen an die Perser für beendet erklärt. Im Laufe der Jahre wächst die Zahl seiner loyalen Anhänger stetig, auch wenn es immer mal wieder zu kleineren Aufständen kommt. Alexanders Kriegsgefährten, darunter auch sein engster Freundeskreis, schätzen seinen Kameradschaftsgeist, die Fürsorge, seinen Weitblick. Die meiste Zeit sind sie ihm treu ergeben. Erst als Alexanders unberechenbare Seite zum Vorschein kommt, fürchten sie ihn. Völlig überraschend brennt der frisch gekürte Perserkönig den Palast von Dareios in Persepolis nieder, fordert von seinen eigenen Leuten plötzlich Unterwerfungsgesten nach persischer Sitte und ermordet drei seiner Gefährten wegen vermeintlichen Hochverrats und Majestätsbeleidigung. Die vielen Kämpfe, die schnellen Siege und die neue Rolle als Großkönig haben Alexander verändert. Er handelt wie ein Despot. Hinzu kommt, dass er vom Ehrgeiz und der unstillbaren Sehnsucht besessen ist, ruhmreicher als der Ruhmreichste und besser als der Beste zu sein. In die Geschichte aber geht Alexander in erster Linie als Feldherr und Kriegsheld ein. Die meiste Zeit sitzt er kämpfend auf dem Rücken seines Pferdes Bukephalos oder zieht mit seinem riesigen Tross von rund 40.000 Mann von einer Schlacht zur nächsten. 22-mal wird der Feldherr verwundet, zum Teil schwer. Zum ersten Kontakt mit dem persischen Gegner kommt es am Fluss Granikos, die Schlacht kostet ihn fast das Leben. Das feindliche Heer ist den Makedonen zahlenmäßig haushoch überlegen, doch Alexanders Soldaten sind nicht nur besser ausgerüstet, sondern auch die besseren Krieger. Sein Markenzeichen wird der von ihm persönlich angeführte Angriff mit der Reiterei, sie ist seine erfolgreichste Waffe. Dagegen ist Dareios machtlos, der sich seinem Kontrahenten in Issos und Gaugamela stellt. Beide Male flieht der Perserkönig, schickt Alexander aber Friedensangebote. Dareios bietet ihm sogar Teile des Perserreiches und hohe Lösegeldsummen an, doch Alexander lehnt die Offerten selbstbewusst ab. Er will Dareios' Platz einnehmen. Nach der Befreiung der vom Feind besetzten Gebiete stürmt er ins Kernland der Perser, erobert Babylon, Susa, Persepolis und Ektabana. Der Rachefeldzug ist eigentlich abgeschlossen, doch Alexander will bis nach Indien vordringen. Denn dort, so weiß er von Aristoteles, liegt das Ende der Welt. Die Strapazen bis dahin sind unbeschreiblich, die erschöpfte Truppe meutert immer wieder, aber Alexander will nicht umkehren. Er plant sogar noch, Arabien zu erobern. Als nach einer erfolgreichen Schlacht gegen den indischen König sein
Vor 500 Jahren setzen der portugiesische Kapitän Ferdinand Magellan und seine Männer im Auftrag der spanischen Krone Segel - zu einem der größten Seefahrt-Abenteuer der Geschichte. Ihre Weltumsegelung hatte damals eine vergleichbare Bedeutung wie die Raumfahrt im 20. Jahrhundert. Zum ersten Mal war es gelungen, die wahre Dimension unseres Planeten in Augenschein zu nehmen. Dabei war das ursprüngliche Ziel der Expedition ein ganz anderes. Das 15. und 16. Jahrhundert ist das Zeitalter gewaltiger Umwälzungen. Mit dramatischen Konsequenzen in allen Bereichen des Lebens. Luther reformiert die Kirche, Kopernikus verdrängt den Menschen aus seinem scheinbar gottgegebenen Platz im Mittelpunkt des Universums, und europäische Seefahrer zeichnen ein völlig neues Bild der Erde. Vor diesem Hintergrund erzählt der Film die Geschichte Ferdinand Magellans. Eigentlicher Motor seiner legendären Expedition sind die damals unfassbar wertvollen Schätze der Gewürzinseln im Indischen Ozean und im heutigen Indonesien. Nelken und Muskat werden im 16. Jahrhundert mit Gold aufgewogen. Magellan verspricht Kaiser Karl V. nichts Geringeres als einen kürzeren Weg zu dem damals lukrativsten Stück Erde. Denn noch glaubte man - in Unkenntnis des wahren Erdumfangs -, dass man den Indischen Ozean schneller in Richtung Westen über den Atlantik erreichen könne als um Afrika herum. Außerdem war Magellan fest davon überzeugt, dass es eine Durchfahrt durch den amerikanischen Kontinent geben müsse. Am 20. September 1519 stachen unter seiner Führung fünf Schiffe von Spanien aus in See. Ende 1520 erreichten sie die heutige Magellanstraße und überquerten danach in monatelanger Fahrt als erste Europäer den Pazifik. Magellan selbst sollte den Erfolg seiner Unternehmung nicht mehr erleben. Er starb im Kampf gegen Eingeborene auf den Philippinen. Nach fast genau drei Jahren kehrte eines der ursprünglichen fünf Schiffe unter dem Kommando eines anderen Kapitäns nach Spanien zurück. Von den ursprünglich rund 240 Mann der Besatzung sahen nur circa 90 die Heimat wieder. Der Film folgt den Spuren der Expedition rund um den Globus, nach Indonesien, Patagonien und Spanien. In aufwendigen Reenactments auf dem seetauglichen Nachbau des legendären Schiffs "Victoria" erlebt der Zuschauer hautnah die Strapazen der Mannschaft. Auf der indonesischen Insel Ternate begleitet "Terra X" die Suche nach einem Wrack der Magellan-Flotte und erhält im Baskenland mithilfe eines kürzlich entdeckten Briefes an den König von Spanien detaillierte Einblicke in die letzten dramatischen Tage der Expedition. Das Team kommt dem Rätsel um einen mysteriösen Globus auf die Spur, der bereits fünf Jahre vor Magellans Expedition eine Passage durch Südamerika abbildete. Kann es sich hierbei tatsächlich schon um die Magellanstraße handeln? Am Beispiel eines faszinierenden Schiffsbauprojekts zeigt sich, wie es die Menschen im Jahr 1500 schafften, Segelboote zu bauen, die Strecken von über 60.000 Meilen zurücklegten.