Kultur Heute meldet sich zur diesjährigen Jubiläumsausgabe der Ars Electronica mit einem Spezial aus Linz. Moderatorin Ani Gülgün-Mayr spricht mit Festivalleiter und Ars-Electronica-Chef Gerfried Stocker über das Jubiläum und die Entwicklung der Ars Electronica über die letzten 30 Jahre.
Der OK QUARTER am OK Platz ist der zentrale Festivalhub und Ausgangspunkt des neuen FESTIVAL WALK, der zu insgesamt acht Locations führt.
Gemeinsam mit Veronika Liebl besucht Ani Gülgün folgende Stationen: "Metally Meadows" im Priesterseminar, ein Getreidefeld aus metallischen Objekten, das auf Berührung reagiert, die Soundinstallation "Noise of War" in der Elisabethinenkirche, "Operator", eine interaktive Social-Media-Plattform, sowie "Wicked Mirror", das ein digitales Alter Ego erzeugt und zum Streitgespräch herausfordern kann.
Bei "Who is Jumping Jack" schließlich wird man von einer Armee von Flaschenöffnern auf ungewöhnliche, militärisch anmutende Weise gespiegelt.
Kultur Heute Spezial macht die Ars Electronica unmittelbar erlebbar.
Das ORFIII-Erfolgsformat "Bei uns daham" geht in die zweite Staffel. Die Reportage-Sendereihe besucht Grätzel und Orte und schaut genau hin, was die Menschen dort bewegt. Den Anfang macht die Wiener Donauinsel, berühmt nicht zuletzt dank Toni Spiras "Donauinsulanern". Treten hier noch immer Originale und schräge Zeitgenossen in gehäufter Zahl auf? Was denken und was reden die Leute, die sich hier die heißen Tage vertreiben? Wie schafft es die Wasserrettung, ein so großes Gebiet zu überwachen? Und wie laufen die Bauarbeiten rund um den gelben Fahrradsteg, der die Brigittenau mit der Donaustadt verbindet? Gestalter Christian Papke hat das Treiben für diese Neuproduktion über den Sommer begleitet.
Eine der malerischsten Landschaften des Salzkammergutes, die Gegend um den Wolfgangsee, beheimatet eine lange bergbäuerliche Tradition. Am Ufer des berühmten Sees, im Ort Winkel bei St. Gilgen, steht im Benediktinerkloster Gut Aich ebenfalls die landwirtschaftliche Arbeit im Vordergrund. Regisseur Peter Beringer hat die Menschen in dieser alpinen Region für Landleben begleitet und zeigt, wie sich hier Heimatbewusstsein, Traditionstreue und Gottesfrömmigkeit zu einem typischen Charakter dieser Gegend vereint haben. Gerade um die großen Festtage des Jahres herum wird den Menschen alljährlich bewusst, dass das Festhalten an den Werten der früheren Generationen auch für das heutige Leben sinnstiftend ist. Zu sehen sind unter anderem Fischer am See, Forstarbeiter, Bauern bei der Zucht von Angus-Rindern, Schafzüchter mit angeschlossener Sennerei und die typischen Goldhauben-Damen.
Er gilt als König der Weitwanderwege in Tirol: der Adlerweg. Auf 24 Etappen und rund 320 Kilometern führt er vom Kaisergebirge bis zum Arlberg - einmal quer durch Tirol. Diese "Land der Berge"-Produktion portraitiert den Tiroler Höhenweg und zeigt spektakuläre Landschaften sowie die Menschen, die mit dem Adlerweg verbunden sind.
Zu ihnen gehören die ehrenamtlichen Wegwarte am Wilden Kaiser, die mit großem Einsatz die Wanderwege erhalten. Im Karwendel gibt Naturpark-Ranger Sebastian Pilloni Einblicke in die Tierwelt - allen voran in das Leben der Steinadler, die hier ihre Brutgebiete haben. Die Region beherbergt eine der dichtesten Steinadler-Populationen der gesamten Alpen. Vom Gipfelsieg auf der Birkkarspitze führt die Route weiter entlang der Nordkette mit Blick auf Innsbruck. Hier trifft "Land der Berge" auf Hirte Felix Felderer, der im Sommer über 800 Schafe hütet, sowie auf die Hüttenwirte Manuela Kneringer-Schimpfössl und Christoph Schimpfössl, die die abgelegene Steinseehütte in den Lechtaler Alpen bewirtschaften - versorgt manchmal nur per Hubschrauber. Ein abschließender Höhepunkt ist die älteste Höhensiedlung Tirols, Pfafflar, wo Christoph Lechleitner mit seiner Mutter Rosi Friedl und zahlreichen Helfern in alter Tradition überwucherte Viehweiden zurückerobert. Gleich, welchen Teil des Adlerweges man durchwandert hat: Was am Ende bleibt, sind Erinnerungen an atemberaubende Landschaften und unvergessliche Begegnungen mit beeindruckenden Menschen.
Diese "Land der Berge"-Neuproduktion begleitet Hüttenwirtinnen und Hüttenwirte auf einigen der schönsten Schutzhütten Tirols und zeigt ihren oft anspruchsvollen Alltag hoch über den Tälern. Die Dokumentation führt zu spektakulär gelegenen Hütten in den Tuxer Alpen, den Hohen Tauern, den Lechtaler Alpen und dem Karwendel. Dabei stehen nicht nur die landschaftliche Schönheit und die Wanderwege im Mittelpunkt, sondern auch die Herausforderungen der Hüttenbewirtschaftung - von Versorgung und Selbstversorgung bis hin zu den besonderen Menschen, die diese Orte mit viel Leidenschaft betreiben.
Kitzbühel - das ist bei weitem nicht nur ein Winterparadies. Auch im Sommer sind die Almen und Berge um Kitzbühel sind eine Welt für sich. Fernab von Schickimicki und Prominenz meistern hier Menschen ihr Leben im Bewusstsein, dass nicht sie die Herren der Natur sind. In den Orten Reith, Aurach und Jochberg gibt es nach wie vor eine starke bäuerliche Kultur. Der ehemalige Biathlet Hans-Peter Foidl betreibt in Reith eine Imkerei und musste seine Völker heuer bis in den Juni hinein füttern, damit sie nicht verhungerten. Seine Bienenstöcke stehen in den Bergen über Reith verteilt. Der Bauer Jürgen Stelzhammer erfuhr aus Facebook, dass auf seinem Grund im Winter eine gewaltige Lawine niedergegangen ist. Die Aufräumarbeiten dauern noch an. Michael Obernauer ist Waldaufseher und gelangt an Orte, die selbst die hiesige Bevölkerung nicht kennt. Sie alle haben sich schon als Kind gewünscht, das zu werden, was sie jetzt sind.
Ausgehend vom legendären Großglockner, lädt diese "Land der Berge"-Produktion zu einer bildgewaltigen Reise mit einzigartigen Aufnahmen aus der Luft ein. Den höchsten Berg Österreichs zu erklimmen ist wohl der Wunsch von vielen heimischen BergsteigerInnen. Murmeltiere balgen sich hier ohne Scheu in den sattgrünen Wiesen. Und die imposanten Steinböcke im Hochgebirge wirken nahezu stoisch. Dazwischen zieren einige silbrig leuchtende Edelweiße den Weg.
Über glitzernde Eisfelder, vorbei an einigen Wasserfällen, wird der Margaritzensee erreicht, der am Fuße des größten Gletschers Österreichs, der Pasterze, liegt. Der Nationalpark Hohe Tauern ist als gigantisches Wasserreservoir bekannt; so dient er Mensch, Tier und Pflanzenwelt seit jeher als Quelle des Lebens. Auf der kärntnerischen Seite des Großglockners liegt Heiligenblut. Die Gemeinde wird für ihre Wallfahrtskirche geschätzt, die mit ihrem geschnitzten, dreiflügeligen Hochaltar ein wahres Meisterwerk der Spätgotik darstellt. Im naheliegenden Fleißtal wurde einst mit Stockmühlen das Tauerngold gewonnen. Interessierte können hier erfahren, wie das glänzende Edelmetall aus dem Flusssand gesiebt wird. Und mit viel Glück wird man auch heutzutage noch fündig.
Anschließend geht es weiter über Mallnitz. Zu bewundern gibt es hier eine der eindrucksvollsten Schluchten Österreichs: die Raggaschlucht. Das Naturdenkmal gleicht einem Nadelöhr; die tosenden Wasserfälle können aufgrund der Enge nur in eine Richtung begangen werden. Vorbei am 3.252 Meter hohen Ankogel, geht es abschließend ins Maltatal - das Tal der stürzenden Wasser.
Dokumentarfilmer Hans Jöchler fängt in der Neuproduktion zahlreiche spektakuläre Eindrücke zwischen dem Großglockner und den Karnischen Alpen ein. Durch atemberaubende Aufnahmen tauchen die Zuschauer und Zuschauerinnen in heimisches Brauchtum, Geschichte und Natur ein, die allzu oft den idyllischen Szenerien aus Bildbänden gleicht. (Dokumentation 2021)
Ganz schön ausgefuchst - Enzi Fuchs alias Sophie Mayerhofer geht als deutsche "Miss Marple" in Regensburg auf Ganovenjagd. 25 Jahre ist her, seit sie ihrer Heimatstadt den Rücken gekehrt hat und nach England ging. Jetzt ist sie zurück - mit einem Koffer voller ausgefallener Kriminalisten-Utensilien. Ihr Bruder Ludwig ist Polizeirat und führt ein beschauliches Familiendasein - doch das ändert sich, als Sophie auftaucht, denn ihre unkonventionelle Art wirbelt Staub auf … - Nach über 25 Jahren in London kehrt Sophie Mayerhofer in ihre Heimatstadt Regensburg zurück. Gleich bei ihrer Ankunft erwartet sie eine schlimme Nachricht: Ihr Vater, Dr. Mayerhofer, ist tot. Sophie will einfach nicht wahrhaben, dass der zuckerkranke Mann eines natürlichen Todes gestorben ist. Von Anfang an wittert die Hobbydetektivin ein Verbrechen. Und tatsächlich findet Miss Sophie wenig später erste Hinweise, die ihre Vermutung untermauern.
Mit: Carola Aichner, Monika Baumgartner, Martin Benrath, Barbara de Koy, Enzi Fuchs, Frank Giering, Christoph Hofrichter, Jörg Hube, Maximilian Krückl, Sabina Luft, Johannes Silberschneider. Deutschland, 1997.
Aus der Donau wird die Leiche eines Kindes gefischt. Die Polizei ist sicher, dass es sich bei dem Toten um den zwölfjährigen Patrick handelt. Seit Tagen wird der Junge vermisst, außerdem wurde seine Lederjacke an einer anderen Stelle des Flusses gefunden. Tatsächlich ist aber Benno Schwenger, Patricks bester Freund und ein ehemaliges Mitglied der Regensburger Domspatzen, der Tote aus dem Fluss. Doch wo steckt dann Patrick? Sophie beginnt zu recherchieren.
Mit: Carola Aichner, Monika Baumgartner, Martin Benrath, Barbara de Koy, Enzi Fuchs, Frank Giering, Christoph Hofrichter, Jörg Hube, Maximilian Krückl, Sabina Luft, Johannes Silberschneider. Deutschland, 1997.
Großartig besetzte, herrlich schwungvolle Liebeskomödie inmitten der traumhaft schönen Kulisse der ewigen Stadt: Vor dreißig Jahren haben sich Walter und Eva (Ann-Kathrin Kramer) in Rom rettungslos ineinander verliebt. Als Sohn Max in ihre Fußstapfen tritt und sein Herz ausgerechnet an eine waschechte römische Prinzessin verliert, könnte der Zeitpunkt aber kaum schlechter gewählt sein.
Jungarchitekt Max hat es voll erwischt. Im Nu erliegt er dem Charme der temperamentvollen Kellnerin Bianca. Nach zwei Tagen im Liebesrausch steht für ihn fest: Er will Bianca heiraten! Doch der Weg zum Traualtar ist dornenreich. Überraschend kommt ans Licht, dass seine Angebetete eine echte Prinzessin ist. Während Mutter Gioia unverhohlen Standesdünkel plagen, bemüht sich Biancas Vater krampfhaft, den drohenden Ruin seines alten römischen Adelsgeschlechtes aufzuhalten. Dem nicht genug, kriselt es gewaltig in der scheinbar perfekten Ehe von Max' Eltern.
Mit Harald Krassnitzer, Ann-Kathrin Kramer, Matthias Zera, Annika Ernst, Federica Sabatini, Ricky Tognazzi, Stefania Rocca
Klinikchefin Johanna hatte nie Verständnis für die Entscheidung ihres Vaters Wilhelm, Deutschland zu verlassen und sich in Afrika eine neue Existenz als Arzt aufzubauen. All die Jahre wollte sie keinen Kontakt zu ihm. Da er todkrank ist, springt sie über ihren Schatten und reist mit gemischten Gefühlen zu ihm. Doch es ist zu spät, Wilhelm stirbt noch vor ihrer Ankunft. Auf der afrikanischen Farm, die ihr Vater zu einem improvisierten Krankenhaus umfunktioniert hat, trifft Johanna auf den ruppigen Buschpiloten Thomas, der eng mit dem Papa befreundet war und mit ihm zusammenarbeitete. Nach Wilhelms Tod will seine Tochter die Farm so schnell wie möglich verkaufen und nach Deutschland zurückzukehren. Doch eine Flugzeugpanne mit anschließender Notlandung in der Wüste ändert alles.
Mit Julia Brendler , Kai Schumann , Kevin Otto , Ndoni Khanyile , Bernhard Piesk , Nikol Voigtländer , Simone Hanselmann , Chris April u.a.
Regie: Ulli Baumann
Johanna hat sich dazu entschlossen, die Klinik ihres Vaters zu übernehmen, und muss sich dem afrikanischen Krankenhaus-Alltag stellen. Der Konflikt mit Thomas ist vorprogrammiert. Eine weltenbummelnde Touristin, die in Not gerät , bringt zusätzlich Verwirrung in die Klinik und zwischen Johanna und Thomas. Welches Geheimnis verschlägt die schöne Fremde ausgerechnet in diese abgelegene Ecke der Welt?
Mit Julia Brendler , Kai Schumann , Kevin Otto , Ndoni Khanyile , Bernhard Piesk , Simone Hanselmann , Chris April , u.a.
Regie: Ulli Baumann
Der sogenannte "Marsch auf Rom" zwischen 27. und 31.Oktober 1922 bezeichnet die Phase der faschistischen Machtübernahme durch Benito Mussolini in Italien mitsamt folgender, radikal durchgeführter "Italienisierung" Südtirols. "Politischer Notstand" verkoppelt mit Konflikten zwischen deutsch-österreichischer und italienischer Identität kennzeichneten die 20er und 30er Jahre, dann die "Stahlpakt-Phase" zwischen Hitler und Mussolini mitsamt 2.Weltkrieg. Moderater dann nach 1945, jedoch zeitweise auch Gewalt besetzt, Stichwort: Bombenanschläge, die Jahrzehnte der Auseinandersetzung und Debatten um Selbstbestimmung und Autonomie. Stetig begleitet von lange gespannten, wenn nicht gestörten Verhältnissen zwischen Wien und Rom. Die Dokumentation von Andreas Pfeifer legt frei, wie das österreichisch-italienische Grenzland mit seiner Sonderstellung in nationalen und europäischen Krisenzeiten umgegangen ist und wie die letztlich erstrittene Autonomie die kulturelle und politische Distanz zu Rom und zu Wien vergrößerte. Viele Südtiroler und Südtirolerinnen beharren mittlerweile auf einem Identitätsgefühl, das weder dem italienischen Zentralstaat noch der österreichischen Schutzmacht zugeneigt ist und sich zwischen Bergeshöhen und Belcanto, Tracht und Trattoria, Speck und Spaghetti einen eigentümlichen Weg bahnt. Das sprachliche Wandern zwischen den beiden Welten kreiert und kreierte häufig den Charme des Unperfekten, den Mangel an fehlerfreiem Deutsch wie fließenden Italienisch. Wie Südtiroler deutscher und italienischer Muttersprache mit- und nebeneinander leben - und wie sich das Lebensgefühl im Land aus alpinen und mediterranen Quellen gleichermaßen speist, spürt Andreas Pfeifer in dieser, auch an wichtigen historischen Orten gedrehten "Menschen und Mächte" Dokumentation nach. Pfeifer reist durch Südtirol, streift dabei die eigene Lebensgeschichte, seine zweisprachige Kindheit und Jugend, spricht mit Zeitzeugen, die unter dem Faschismus litten und wandert analytisch mit kritischen Zeitgenossen wie Reinhold Messner durch ein Idyll und seine Schattenseiten.
Als der Obmann der Südtiroler Volkspartei Silvius Magnago am 17. November 1957 auf einer Großkundgebung auf Schloss Sigmundskron das "Los von Trient" ausruft, legt er damit das Fundament für die heutige Südtirolautonomie, die vielen europaweit als Modell gilt. Dem Vater dieser Südtirolautonomie widmet ORF III eine Dokumentation. Wiewohl die Produktion versucht, der ungemein vielschichtigen Gestalt Magnagos in all seinen Facetten zu nähern, ist sie gleichzeitig auch eine Biografie Südtirols.
Geboren wird Silvius Magnago am 5. Februar 1914 im altösterreichischen Meran als Sohn eines Oberlandesgerichtsrats und einer aus Vorarlberg stammenden Mutter. Die privilegierte Familie siedelt kurz nach seiner Geburt nach Bozen wo er aufwächst und die Schule besucht. Nach der Matura absolviert er den Militärdienst bei der italienischen Armee und dient als Leutnant im 1. Grenadierregiment in Rom. Gleichzeitig studiert er in Bologna Jura und promoviert 1940 zum Doktor der Rechtwissenschaften.
Als die Bevölkerung Südtirols 1939 mit der Option vor die Wahl gestellt wird - entweder in der Heimat bleiben dafür aber italianisiert werden oder der Heimat den Rücken kehren dafür aber die eigene Sprache und Kultur behalten - hat Silvius Magnago für Deutschland optiert. Für Deutschland optieren heißt auch für Deutschland einrücken. Magnago wird 1942 zur deutschen Wehrmacht einberufen und kommt als Leutnant der Gebirgsjäger an die Ostfront. Dort wird er bei einem Granatwerferangriff am Dnjepr bei Nikopol schwer verwundet. Er überlebt nur knapp, verliert aber sein linkes Bein.
Durch die prägenden Kriegserlebnisse für die Politik motiviert, entscheidet sich Magnago nach Südtirol zurückzukehren und sich dort politisch zu engagieren. Er zieht zusammen mit seiner Frau nach Bozen und tritt dort 1947 bei den ersten Gemeindewahlen für die SVP an. Magnago wird zum Vizebürgermeister von Bozen gewählt. Ein Jahr später schafft er den Sprung in den ersten Südtiroler Landtag und wird dessen Präsident.
Die Kundgebung auf Schloss Sigmundskron im Jahr 1957 ist wohl die Sternstunde des Silvius Magnago. Mit einer brennenden Rede gelingt es ihm die über 35.000 Zuhörer in seinen Bann zu ziehen. Er fordert: "Los von Trient" und will damit eine eigene, nicht mehr von Trient abhängige Autonomie für Südtirol.
In der Nacht vom 11. auf den 12. Juni 1961 hört Silvius Magnago von seiner Wohnung in Bozen die Detonationen der Sprengungen. Am nächsten Tag erst erfährt er, dass 37 Strommasten gesprengt wurden um die Energieversorgung der Bozner Industriezone lahm zu legen. Magnago selbst beteuert immer, nichts von den Anschlägen gewusst zu haben. Dass auf Grund der Anschläge von der italienischen Regierung in Rom die 19er Kommission einberufen wird, die einen entscheidenden Schritt in Richtung Autonomiestatut darstellt, wird er erst spät eingestehen.
Für viele gilt Magnago heute als Vater des Autonomiepakets. In zahlreichen Verhandlungen und endlosen Treffen kämpft er um jede Fußnote und jeden Beistrich im Paket. Dabei ist das Thema selbst innerhalb der Partei umstritten. Am 22. November 1969 wird schlussendlich innerhalb der SVP über Annahme des Pakets abgestimmt. Mit einer knappen Mehrheit von 52,9% für das Paket geht die SVP-Landesversammlung als Schicksalstag in die Südtiroler Geschichte ein.
Am 11. Juni 1961 - in der Herz-Jesu-Nacht - erschütterte eine Serie von Bombenanschlägen Südtirol. In Abständen von wenigen Minuten explodierten mehr als sechzig Sprengkörper. Das Donnergrollen war die ganze Nacht über zu hören. Südtiroler versuchten mit diesen Gewaltakten auf die Unterdrückung der deutschsprachigen Tiroler in Südtirol durch die italienische Politik aufmerksam zu machen. "Freiheitskämpfer" oder "Terroristen"? Ein halbes Jahrhundert nach dem Start einer Anschlagserie, die in Summe mehr als zwanzig Todesopfer fordern sollte, bei der Südtiroler Täter verhaftet und gefoltert wurden, sprechen Täter von damals über ihre Motive, erklären italienische Carabinieri-Offiziere und Politiker, welchen Schock die Sprengstoffanschläge für Italien bedeuteten, wird der Frage nachgegangen, was österreichische Politiker davon wussten und wie sie auf die Südtirol-"Kämpfer" des "Befreiungsausschuss für Südtirol" Einfluss nahmen. Überliefert ist das Zitat des damaligen Außenministers Bruno Kreisky: "Auf ein paar Masten soll es mir nicht ankommen."
Regie: Brigitte Mosser-Schuöcker
Karl Gruber ist eine Schlüsselfigur in der österreichischen Nachkriegsgeschichte. Die Dokumentation zeichnet Karl Grubers bemerkenswerten Werdegang nach und umfasst seine Beteiligung am Widerstand gegen den Nationalsozialismus am Ende des Zweiten Weltkriegs und seine entscheidende Rolle bei der Vorbereitung des politischen Neubeginns nach 1945. Sie zeigt den Politiker, der bereits mit 36 Jahren Landeshauptmann von Tirol wird und später das Amt des ersten Außenministers der zweiten Republik einnimmt: Acht Jahre lang ist Karl Gruber maßgeblich an der Gestaltung Österreichs beteiligt. Das filmische Portrait beleuchtet Grubers Bemühungen und Leistungen bei der Wiederherstellung der Souveränität Österreichs, den Verhandlungen zum Staatsvertrag und der Etablierung des Landes in der internationalen Gemeinschaft. Sein Name steht auch für die Beteiligung Österreichs am Marshallplan und nicht zuletzt für seinen beharrlichen Einsatz bei der Südtirol-Frage bis hin zur Ausverhandlung des Gruber-De Gasperi-Abkommens. Nach dem Rücktritt als Außenminister setzt Gruber seine Karriere als hochrangiger Diplomat fort. Als Botschafter festigt er Österreichs internationale Beziehungen in verschiedenen europäischen Hauptstädten und in Washington. Interviews mit Historikern und Zeitzeugen sowie umfangreiches Archivmaterial geben einen Einblick in die Nachkriegszeit Österreichs und zeigen das Bild eines außergewöhnlichen Politikers, der ein unermüdlicher Verfechter eines unabhängigen und demokratischen Österreichs war.
Die Schule geht wieder los! Um perfekt auf den Start ins neue Schuljahr einzustimmen, eignet sich wohl niemand besser als der lustigste Schuldirektor des Landes: Stefan Haider. Zum Abschluss im ORF-III-Kleinkunstsommer präsentiert Haider als TV-Premiere sein neues Programm "Director's Cut". Seit über zwanzig Jahren Religionslehrer und dann plötzlich Direktor? Wie konnte das passieren? Im Prinzip war es die Bewerbung. Die Zukunftsvision, die die Bewerbungskommission überzeugt hat. Ein Religionslehrer kennt schließlich die Richtung: Kehrt um! 180 Grad! Wer das täglich zweimal durchzieht, ist am Abend wieder auf der Spur. Und natürlich geht es in so einer Vision niemals nur um Schule. Nein! Das Leben insgesamt, die Welt, das ganze Universum gehören neu aufgestellt. Und irgendwer muss damit beginnen!
Mit Viktor Gernot hat er nicht nur die Band, sondern auch das Alter gemeinsam - und natürlich das Talent! Zum 60er bringt der Vollblut-Unterhalter in seinem neuen Soloprogramm einmal mehr alles mit auf die Bühne, was ihm und seinem Publikum Freude macht. Seine Instrumente - Gitarre, Piano, Bass, Akkordeon und Geige, vielleicht die Ukulele, hoffentlich nicht wieder die Blockflöte! Seine G'schichten über die Musik, das Leben, die Werbung und … die Liebe. Seinen Schmäh, der wieder einmal hilft, alles zu packen, was die Jahre so mit sich bringen - von humorvollen Höhen bis zu privaten Tiefen, von Mitsinghits bis Mozart.
Diese "Land der Berge"-Neuproduktion portraitiert die Region Eisenwurzen - zwischen Nationalpark Kalkalpen, Ybbstal und Pyhrgas. Die Bergsteiger Heli Steinmasse und Sigi Wasserbauer, die 1986 nur durch einen Zufall der K2-Katastrophe entkamen, klettern gemeinsam die Kampermauer im Nationalpark Kalkalpen. In einem traditionsreichen Schmiedezentrum, UNESCO-Weltkulturerbe, formt Metallkünstler Sepp Eybl mit seiner Schülerin Christine ein eisernes Denkmal für einen verstorbenen Freund. Und am Pyhrgas wagen Bettina und Michael - nach einem schweren Bikeunfall - die Rückkehr auf den Grat, bevor sie abschließend mit dem Gleitschirm ins Tal fliegen.
Auf der Planneralm brennen Thomas Lasser-Luidolt und Ingrid Luidolt auf 1.600 Metern Seehöhe Latschenöl. Familie Ilsinger bewirtschaftet seit Generationen die Schrabachalm. Für die Familie hat die Musik einen hohen Stellenwert. So vergeht auf der Alm kaum ein Tag ohne musikalische Gaudi. Aufsichtsfischer Peter Mayer wacht, wie schon seit Vater vor ihm, über den Donnersbach und seine Bewohner. Wolfgang Lämmerer und Isabella Wagner treiben ihre Hochlandrinder auf eine neue Weide. Die zotteligen Kühe, die ursprünglich aus Schottland stammen, sind wahre Kuscheltiere. Altschmied Johann Schweiger hat in seiner beruflichen Laufbahn über vierhundert Kirchenglocken zum Erklingen gebracht. Er ist einer der wenigen Schmiede, die Klöppel für Kirchenglocken herstellen. Auf der Weichboldhütte bäckt die Halterin Gabi jeden Samstag eine steirische Spezialität, die "Raunkerln".
Das ORFIII-Erfolgsformat "Bei uns daham" geht in die zweite Staffel. Die Reportage-Sendereihe besucht Grätzel und Orte und schaut genau hin, was die Menschen dort bewegt. Den Anfang macht die Wiener Donauinsel, berühmt nicht zuletzt dank Toni Spiras "Donauinsulanern". Treten hier noch immer Originale und schräge Zeitgenossen in gehäufter Zahl auf? Was denken und was reden die Leute, die sich hier die heißen Tage vertreiben? Wie schafft es die Wasserrettung, ein so großes Gebiet zu überwachen? Und wie laufen die Bauarbeiten rund um den gelben Fahrradsteg, der die Brigittenau mit der Donaustadt verbindet? Gestalter Christian Papke hat das Treiben für diese Neuproduktion über den Sommer begleitet.
Kitzbühel - das ist bei weitem nicht nur ein Winterparadies. Auch im Sommer sind die Almen und Berge um Kitzbühel sind eine Welt für sich. Fernab von Schickimicki und Prominenz meistern hier Menschen ihr Leben im Bewusstsein, dass nicht sie die Herren der Natur sind. In den Orten Reith, Aurach und Jochberg gibt es nach wie vor eine starke bäuerliche Kultur. Der ehemalige Biathlet Hans-Peter Foidl betreibt in Reith eine Imkerei und musste seine Völker heuer bis in den Juni hinein füttern, damit sie nicht verhungerten. Seine Bienenstöcke stehen in den Bergen über Reith verteilt. Der Bauer Jürgen Stelzhammer erfuhr aus Facebook, dass auf seinem Grund im Winter eine gewaltige Lawine niedergegangen ist. Die Aufräumarbeiten dauern noch an. Michael Obernauer ist Waldaufseher und gelangt an Orte, die selbst die hiesige Bevölkerung nicht kennt. Sie alle haben sich schon als Kind gewünscht, das zu werden, was sie jetzt sind.
Ausgehend vom legendären Großglockner, lädt diese "Land der Berge"-Produktion zu einer bildgewaltigen Reise mit einzigartigen Aufnahmen aus der Luft ein. Den höchsten Berg Österreichs zu erklimmen ist wohl der Wunsch von vielen heimischen BergsteigerInnen. Murmeltiere balgen sich hier ohne Scheu in den sattgrünen Wiesen. Und die imposanten Steinböcke im Hochgebirge wirken nahezu stoisch. Dazwischen zieren einige silbrig leuchtende Edelweiße den Weg.
Über glitzernde Eisfelder, vorbei an einigen Wasserfällen, wird der Margaritzensee erreicht, der am Fuße des größten Gletschers Österreichs, der Pasterze, liegt. Der Nationalpark Hohe Tauern ist als gigantisches Wasserreservoir bekannt; so dient er Mensch, Tier und Pflanzenwelt seit jeher als Quelle des Lebens. Auf der kärntnerischen Seite des Großglockners liegt Heiligenblut. Die Gemeinde wird für ihre Wallfahrtskirche geschätzt, die mit ihrem geschnitzten, dreiflügeligen Hochaltar ein wahres Meisterwerk der Spätgotik darstellt. Im naheliegenden Fleißtal wurde einst mit Stockmühlen das Tauerngold gewonnen. Interessierte können hier erfahren, wie das glänzende Edelmetall aus dem Flusssand gesiebt wird. Und mit viel Glück wird man auch heutzutage noch fündig.
Anschließend geht es weiter über Mallnitz. Zu bewundern gibt es hier eine der eindrucksvollsten Schluchten Österreichs: die Raggaschlucht. Das Naturdenkmal gleicht einem Nadelöhr; die tosenden Wasserfälle können aufgrund der Enge nur in eine Richtung begangen werden. Vorbei am 3.252 Meter hohen Ankogel, geht es abschließend ins Maltatal - das Tal der stürzenden Wasser.
Dokumentarfilmer Hans Jöchler fängt in der Neuproduktion zahlreiche spektakuläre Eindrücke zwischen dem Großglockner und den Karnischen Alpen ein. Durch atemberaubende Aufnahmen tauchen die Zuschauer und Zuschauerinnen in heimisches Brauchtum, Geschichte und Natur ein, die allzu oft den idyllischen Szenerien aus Bildbänden gleicht. (Dokumentation 2021)