Kaum eine Insel ist stärker geprägt von Gegensätzen als Sylt: zwischen Luxus und Ursprünglichkeit, Glamour und natürlicher Idylle. Ein bildgewaltiger Blick auf einen Ort voller Magie.
Unter seiner Attraktivität leidet Sylt allerdings auch: Mehr als 750.000 Besucher jährlich statteten der Insel vor Corona einen Besuch ab, zum Nutzen, aber auch zum Leidwesen der Einheimischen. Dieser Film wirft einen Blick auf die Parallelwelt im hohen Norden.
Außergewöhnlich ist für viele Touristen allein schon die Anreise nach Sylt. Die meisten kommen mit ihrem Wagen huckepack auf dem Autotransporter von Niebüll aus mit der Bahn an, erleben rechts und links des Hindenburgdamms die Wasserwelt des Wattenmeers. Auf der Insel geht es mit den Gegensätzen weiter: zwischen Luxus und Ursprünglichkeit, zwischen Kampen und Camping. Sylt ist eine Insel der Gegensätze. Quirliges Leben in Westerland, menschenleere Strandabschnitte am Lister Ellenbogen. Die Kurzreportage gibt einen Einblick in die Parallelwelt einer majestätischen und vermeintlich extravaganten Insel, jenseits der Touristen-Hotspots.
Im Mittelpunkt des Films stehen dabei auch waschechte Insulaner, wie Landwirt John-Ricklef Petersen. Er ist einer von rund 14.000 Menschen, die von dort stammen und sogar noch den Sylter Dialekt Söl'ring beherrschen. Seit mehr als 100 Jahren betreibt die Familie Petersens auf den Wiesen der Insel Landwirtschaft, bereits in dritter Generation. Das Herzstück des landwirtschaftlichen Biobetriebes bilden die 250 Galloway-Angusrinder aus eigener Zucht. Die Familie arbeitet auch dann auf den Feldern und am Deich, wenn in der Hochsaison die Touristen in ihren Hotel- und Ferienhausbetten noch schlummern. Das Verhältnis zwischen ihnen und den Einheimischen ist zwiegespalten. Die Insel lebt vom Tourismus, doch die Naturschutzgebiete werden dadurch belastet und treiben die Immobilienpreise in die Höhe. Viele Einheimische können sich ihre eigene Insel schon lange nicht mehr leisten.
Inzwischen fest verwurzelt mit der Insel ist der 20-jährige Phillip Grossmann. Ihn findet man meist vor Sylts Südspitze, etwa sechs Kilometer von Bauer Petersens Salzwiesen entfernt, auf der "Simon Alexander". Es ist eines von nur fünf Fangschiffen, das vor Sylt Muscheln fischen darf. Die Ausbeute ist groß, denn Sylt gilt als ein Paradies für Miesmuscheln.
Landwirt John-Ricklef Petersen hat nicht nur seine Rinder ständig im Blick, sondern vor allem auch seine ebenso vielen Salzwiesen-Schafe, 250 wollige Ureinwohner von Sylt. Sie weiden bis in den November hinein auf den Salzwiesen an der Ostseite der Insel und bestimmen den Jahresrhythmus der Familie. Alles ist fast auf den Tag genau getaktet, damit rechtzeitig zu Ostern etwa 400 Lämmer das Licht der Welt erblicken.
Jürgen Stoll ist ein Filou und Lebenskünstler. Als Heiratsschwindler wird er 1983 bei seinem Prozess vor die Wahl gestellt: Gefängnis in der DDR oder eine Karriere als "Romeo" in der BRD.
Der Frauenliebling ist sich sicher, dass er im Westen schon einen Weg finden wird, der Stasi zu entkommen. Doch es passiert ihm der größte anzunehmende Betriebsunfall: Bei einer Demonstration verliebt er sich in Jutta - und sie sich in ihn.
Aus Angst, Jutta zu verlieren, getraut er sich nicht, ihr die Wahrheit zu sagen. Jürgen Stoll spielt mit im großen Spiel der Geheimagenten. Bis er merkt, dass die Stasi noch ganz andere Pläne mit ihm hat. Doch Jutta verlieren, das will er nicht.
Bei einem Fluchtversuch wird er mit Jutta kurz vor der Grenze geschnappt. Ein Doppelagent der Stasi hat ihn an den BND verraten. Diesmal gibt es wirklich Gefängnis, wenn auch im Westen. Erst nach der Wende wird Stoll entlassen. Er sucht Jutta und fasst mit ihr den Plan, sich an denen zu rächen, die ihnen die besten Jahre gestohlen haben.
Dafür schlüpft Jürgen Stoll noch einmal in eine Rolle und beginnt ein Spiel, bei dem er beinahe wieder seine geliebte Jutta verliert. Doch schließlich steht dem Happy End nichts mehr im Wege.
Mit Wolfgang Stumph, Katja Riemann, Anne Kasprik, Bernd Stegemann, André M. Hennicke, Bernhard Schütz
Sommer 1948: Das Leben im sauerländischen Altena war hart nach den langen Kriegsjahren. Doch die Schwestern Ulla, Gundel und Margot sind jetzt ausgelassener Stimmung.
Die Jüngste, Ulla, verdreht Draufgänger Tommy, der gerade aus der Kriegsgefangenschaft zurück ist, den Kopf. Dabei ist sie mit Apothekersohn Jürgen so gut wie verlobt. Die schüchterne Buchhalterin Gundel hat derweil die Zahlen der Metallwerke ihres Vaters im Sinn.
Sie bekommt nicht mit, dass Tommys Freund Benno nur Augen für sie hat. Die älteste Schwester Margot kümmert sich um Sohn Winne. Ihr Mann Fritz ist nach Kriegsende noch nicht heimgekehrt.
Firmenchef Eduard Wolf wird von den geschwächten Arbeitern unter Druck gesetzt. Das Essen ist knapp. Sie streiken, angeführt von Tommy. Es herrscht Inflation, auch das Geld eines Fabrikbesitzers ist nichts mehr wert.
Ulla tauscht daraufhin Wertgegenstände gegen Kartoffeln für die Arbeiter ein. Ulla will Medizin studieren, sie wird sogar zur Aufnahmeprüfung zugelassen. Weil ihr Vater dagegen ist, hilft Tommy ihr dabei, dessen Unterschrift zu fälschen.
Unerwartet fahren die Briten mit ihrem Commander Jones auf das Hofgelände der Firma. Ihr Befehl: Totaldemontage. Alle Maschinen der Metallwerke sollen beschlagnahmt werden. Doch Jones merkt schnell, dass er in Wolf einen anständigen Unternehmer vor sich hat, keinen strammen Nazi. Er lässt Eduard daher ein paar Maschinen.
Eine Gelegenheit, die Walter Böcker, ehemaliger Ortsgruppenleiter der NSDAP, zu nutzen weiß: Er hat sein Vermögen mit Zwangsarbeit, Waffen und Munition gemacht. Nun unterbreitet er Eduard ein verlockendes Angebot. Doch dieser lehnt vorerst ab. Eduards Ehefrau Christel ist darüber froh, denn einem wie Böcker ist niemand gewachsen, auch nicht ihr Eduard, findet sie.
20. Juni 1948: Die neue Währung ist da. Jeder erhält 40 D-Mark. So auch die sechs Freunde. Auch Margot ist glücklich, denn nun ist endlich Fritz heimgekehrt. Doch die Stimmung in der Villa ist eisig, und für Winne ist sein Vater ein Fremder. Nach einem Streit mit Eduard zieht Margot mit Mann und Kind aus. Christel versucht noch, die Wogen zu glätten und Margot zum Bleiben zu überreden, doch die bleibt stur.
Sie landen in einer spartanischen Dachwohnung, wollen es nun ohne die Unterstützung der Familie wagen. Am nächsten Morgen nimmt Ulla heimlich an der Medizin-Aufnahmeprüfung in Tübingen teil, die sie besteht. Der charmante Tommy begleitet sie, und die beiden verbringen leidenschaftliche Stunden miteinander. Als ihr Vater jedoch Wind von der Sache bekommt, verbietet er ihr den Umgang. Er will, dass sie Jürgen heiratet und - sehr zum Unmut von Gundel - seine Nachfolge übernimmt.
In dieser angespannten Stimmung tritt Margot mit einer Bitte an den Vater heran: Fritz hat Tuberkulose. Er wird sterben ohne Behandlung, aber die können sie sich nur mit Eduards Hilfe leisten. Doch Eduard will dem verhassten Ex-Nazi-Schwiegersohn partout nicht helfen. Margot ist darüber empört: Schließlich geht es auch um Winne und sie.
Auf dem städtischen Schützenfest schießt Tommy den Adler und möchte Ulla zu seiner Schützenkönigin machen. Diese rauscht jedoch sauer und überfordert ab, weil er damit ihre bisher heimliche Liebe gegen ihren Willen öffentlich gemacht hat. Zwischen Jürgen und Tommy kommt es nun zu einer Rangelei. Jürgen läuft Ulla nach und will ihr den ausstehenden Antrag machen, doch Ulla bremst ihn. Sie steht zwischen den Welten.
Gundel bietet sich - selbst verzweifelt über ihre Rolle als ewig Zweite - als Tommys Königin an. Die beiden tanzen ausgelassen, was Benno schmerzlich beobachtet. Sie landen schließlich betrunken in Tommys Waggon, wo Gundel mit ihm schläft. Zuhause warten schon Eduard und Christel. Gundel konfrontiert ihren Vater mit ihrer Wut, da er sich nun doch lieber auf Böckers Angebot einlässt und mit ihm zusammenarbeitet, als sie zur Nachfolgerin zu machen. Ulla sagt sie schließlich, dass sie die Nacht mit Tommy verbracht hat. Der will am nächsten Morgen mit Ulla reden, doch für sie ist er nun zu weit gegangen.
Vor der Villa kommt es zum Handgemenge zwischen Eduard und Tommy, wobei dieser Eduard zu Boden schlägt. Ulla ist fassungslos. Danach verlässt Tommy Altena und geht nach Ostberlin. Ulla fährt nach Tübingen, um dort ihr Studium zu beginnen. Und der todkranke Fritz bittet Margot, Sterbehilfe zu leisten. Am nächsten Morgen steht Commander Jones vor der Tür von Firmenchef Eduard Wolf und nimmt diesen fest. Die Anklage lautet: Kriegsverbrechen.
Mit Elisa Schlott, Vanessa Loibl, Anna Maria Mühe, Katja Riemann, Thomas Sarbacher, Hans-Jochen Wagner
April 1949: Ulla lebt endlich ihren Traum - sie studiert Medizin in Tübingen und arbeitet nebenher im Klinikum. Als sie von der Verhaftung ihres Vaters erfährt, kehrt sie nach Altena zurück.
Christel ist sich sicher, dass Böcker Eduard denunziert hat, Stacheldraht an das KZ Bergen-Belsen geliefert zu haben. Wenn keine Gegenbeweise vorgelegt werden, sieht es schlecht für ihn aus. Angeblich sind die alten Papiere bei einem Fliegerbombenangriff verbrannt.
Ulla hat eine Idee: Ihr Vater hatte vor Jahren seinem Freund, dem jüdischen Apotheker Julius Rosen, zur Flucht verholfen. Er könnte als Leumundszeuge aussagen. Also bittet Ulla Jürgen, ihr zu helfen. Denn Jürgens Vater hatte die örtliche Apotheke übernommen, als Rosen die Stadt verlassen musste.
Auf dem Dachboden finden sie in einem alten Schrank Fotos von ihm und seinen Kindern und eine Postkarte von seiner Tante. Jürgen beginnt nun zu hinterfragen, wie sein Vater an die Apotheke gekommen ist. Auch wenn sein Vater es nicht so benennt, hat er von der Enteignung der Juden profitiert. Für Jürgen eine bittere Erkenntnis, die zum Bruch mit seinem Vater führt.
Die Spuren zu Julius Rosen führen Ulla nach Ostberlin. In ihrer Verzweiflung wendet sie sich an Tommy, der hier studiert und zwischenzeitlich eine Affäre mit seiner Professorin Sybille Himmelreich angefangen hat. Tatsächlich finden sie mithilfe von Sybille, die ausgezeichnete Verbindungen hat, den gesuchten Julius Rosen. Aber natürlich flammen auch die alten Gefühle zwischen Ulla und Tommy wieder auf. Doch zu vieles steht zwischen ihnen.
Noch immer sieht Ulla in ihrem Vater nichts Schlechtes, was Tommy bei dem Vorwurf, der gegen Eduard im Raume steht, nicht verstehen kann. Wie kann sie nur so naiv sein zu glauben, dass Eduard der einzige Stahlfabrikant in ganz Deutschland war, der sich nicht die Hände schmutzig gemacht hat? Ulla ist verletzt: Wenn er so denkt, warum hat er ihr dann überhaupt geholfen?
Doch seine Antwort, dass nur sie der Grund dafür ist, bekommt sie schon nicht mehr mit. Denn Julius Rosen steht mit einem Koffer auf der anderen Straßenseite. Er hat es sich überlegt, er wird Eduard in Altena helfen.
Derweil führt Gundel die Geschäfte der Firma, sehr zum Unmut von Böcker, der die alleinige Führung haben will. Er hat einen Plan, wie er die Firma an sich reißen kann: Wenn Bankdirektor Mücke Gundel als Geschäftsführerin ablehnt und damit den Münzauftrag kündigen wird, muss die Familie Wolf ihn als Geschäftsführer akzeptieren. Doch Gundel bietet - zu aller Überraschung - die Münzherstellung ohne Rechnung an. Diese wird erst fällig, wenn ihr Vater zurück ist.
Bis dahin haftet die Familie mit ihrem Privatvermögen. Den Deal kann Mücke nicht ablehnen, sehr zum Ärger von Böcker. Voller Auftrieb trifft Gundel nun noch ihre alte Liebe Benno in Düsseldorf wieder, und die beiden kommen sich näher.
Für Schwester Margot ist das Leben alles andere als rosig. Nach dem Tod von Fritz versucht sie, durch Schmuggeln Geld zu verdienen. Eines Nachts verursacht sie dabei einen Unfall und vertraut sich in ihrer Not ausgerechnet Böcker an. Er überreicht ihr einen Briefumschlag mit Geld, um eine Überfahrt nach Argentinien und Pässe für sich und Winne bezahlen zu können. Er verspricht auch, sich ihrer Sorge anzunehmen und den heimlichen Unfall zu "klären". Als sie ihren Vater im Gefängnis besucht, um sich auch von ihm zu verabschieden, eskaliert der Streit erneut, und Margot eröffnet ihrem Vater wütend, dass sie ihn angezeigt hat. Eduard ist fassungslos.
Julius Rosen sagt vor Gericht parallel für Eduard aus, und damit lässt der Commander ihn frei. Die Freude ist groß, auch weil Gundel sich mit Benno verlobt hat. Doch plötzlich erhält Eduard Papiere vom eigens dafür heimgekehrten Tommy, die ihn schwer belasten. Und er steht vor einer folgenschweren Entscheidung. Können diese Papiere seine Schuld bezeugen?
Mit Elisa Schlott, Vanessa Loibl, Anna Maria Mühe, Katja Riemann, Thomas Sarbacher, Hans-Jochen Wagner
Eduard hat die Firma Christel und seinen Töchtern vermacht. Durch die Hochzeit von Margot und Böcker besitzen die Eheleute damit grundsätzlich die Mehrheit an den Vereinigten Metallwerken.
Schweren Herzens gibt Ulla ihr Medizinstudium auf und beschließt, ihr Leben in Altena erst einmal in Ordnung zu bringen und zudem mit Tommy endgültig abzuschließen, der zurück nach Ostberlin gegangen ist. Ulla fühlt sich nach dem Tod des Vaters verloren.
Die solide Art von Jürgen schenkt ihr Stabilität. So nimmt sie seinen Heiratsantrag schließlich an.
Benno wohnt trotz der Heirat mit Gundel unter der Woche in Düsseldorf, während sie in Altena bleibt, um weiter in der Firma zu arbeiten. In Düsseldorf kommt Benno seiner Kollegin Regina näher. Als Gundel eines Tages ihre Angst vor dem Zugfahren überwinden kann und Benno besucht, erwischt sie ihn in flagranti mit Regina.
Böcker ist zum neuen Arbeitgeberpräsidenten gewählt worden. Er schmiedet Pläne, wie man wieder Munition herstellen könnte. Gundel und Ulla wollen diesen Weg für die Firma mit allen Mitteln verhindern, doch dafür müssen sie zunächst Margot überzeugen - und einen Gegenentwurf liefern. Aber wie kann der aussehen?
Während der Arbeiteraufstände am 17. Juni 1953 gerät Tommy ins Visier der Stasi. Er flüchtet mit seiner kleinen Tochter Angelika, die aus der Affäre mit Sybille entstanden ist, nach Altena und bewirbt sich bei Ulla in der Firma Wolf. Nach anfänglichem Zögern stellt Ulla ihn ein. Ulla und Gundel präsentieren zeitgleich den anderen Anteilseignern ihre Geschäftsidee von elektrisch bedienbaren Krankenhausbetten als Alternative zur Munitionsherstellung. Als es zur Abstimmung kommt, wähnt sich Böcker mit der Stimme Margots schon als Gewinner, aber sie stimmt für die Betten. Wütend rauscht Böcker ab. Die Wolf-Frauen aber sind seit langer Zeit wieder vereint.
Nach fast einer Woche, in der keiner etwas von Böcker gehört hat, taucht er plötzlich wieder auf. Er macht Margot schwere Vorwürfe, dass sie ihn bei der Abstimmung verraten hat. Dabei habe er doch sogar dafür gesorgt, dass sie nicht im Gefängnis gelandet ist, nachdem sie damals, beim Unfall, einen Grenzer umgefahren hat. Margot ist am Boden zerstört. Sie fährt mit Winne zu dem seit dem Unfall schwer gehbehinderten Grenzer und redet mit ihm. Sie möchte ihrem Sohn zeigen, dass es nie zu spät ist, umzukehren, wenn man sich einmal verrannt hat.
Jürgens Eifersucht auf die Karriere seiner Frau geht so weit, dass er Ulla droht und sie zur Kündigung zwingt. Das liegt vor allem daran, dass er zwischenzeitlich erfahren musste, dass Tommy nun wieder in der Firma arbeitet. Doch Ulla stellt sich gegen ihn. Es kommt zur Auseinandersetzung der beiden mit schwerwiegenden Folgen.
Margot zweifelt indes immer mehr an der Beziehung zu Böcker. Sie fasst den Entschluss, ihn zu verlassen. Böcker hat aus Rache die Konten der Firma geplündert und will sein Leben in Argentinien fortsetzen. Die Firma steht vor dem Ruin. Doch Christel will nicht aufgeben, sondern das Familienunternehmen perspektivisch weiterführen. Denn: Margot will vor Gericht die Verantwortung für die Verletzungen des Grenzers übernehmen. Ulla macht ihrer Mutter und ihrer Schwester klar, dass sie endlich wieder zu sich selbst finden muss. Sie will ihr Medizinstudium in Tübingen wieder aufnehmen. Und Gundel? Sie sehnt sich nach ihrem Mann Benno und der Aussicht auf Familie und Kinder. Auch sie möchte auf eigenen Füßen stehen.
Es wird also eng für den Weiterbestand der Firma Wolf. Und es bleiben nur zwei Möglichkeiten: der Verkauf der Firma oder eine komplette Neugründung. Die Schwestern plädieren für den Verkauf. Christel jedoch will die Stahlfabrik noch nicht aufgeben und wagt die Neugründung. Allein, aber kraftvoller denn je. Alle vier Frauen gehen nun ihren eigenen Weg. Keine weiß, wohin dieser führen wird.
Mit Elisa Schlott, Vanessa Loibl, Anna Maria Mühe, Katja Riemann, Hans-Jochen Wagner, David Schütter
Die Verbrechen der DDR-Staatssicherheit bilden den Hintergrund dieser spannenden und berührend erzählten Dreiecksgeschichte um eine Liebe aus den letzten Jahren der DDR.
Ein Film über die Kraft der Wahrheit - und über Vertrauen als ersten und größten Schritt aus der gemeinsamen Vergangenheit in eine gemeinsame Zukunft.
Annette Schuster hat als technische Leiterin der Rekonstruktion zerstörter Stasiakten ihre Berufung gefunden. Tausende von Säcken mit Papierschnipseln sollen unter ihrer Anleitung rekonstruiert und von ihrem Lebensgefährten Johannes Güttler ausgewertet werden, um die letzten Geheimnisse der DDR aufzudecken.
Doch im Rahmen ihrer Arbeit trifft sie auf Michael Rosch, den sie auf einer Klassenreise nach Ostberlin kennenlernte und mit dem sie gleichermaßen Jugendliebe und Schuld verbindet - denn durch eine Entscheidung der 16-jährigen Annette geriet Michael einst in die Fänge der DDR-Staatssicherheit.
Während die beiden sich wieder verlieben, müssen sie sich wie jedes Paar mit der Frage beschäftigen, wie weit das Vertrauen in den anderen reicht und wo die Grenze zwischen beruflichem Lebenswerk und dem privaten Glück liegt. Kann man eine schuldbeladene Vergangenheit hinter sich lassen und von vorne anfangen?
Mit Sophie von Kessel, Benjamin Sadler, Marcus Mittermeier, Bernhard Schütz, Katharina Thalbach
Bei einem Verwandtenbesuch in der DDR 1971 lernt die junge Elke aus Bayern den Tischler Gregor aus Dessau kennen. Die beiden verlieben sich. Doch die Hürden für ihre Liebe sind enorm.
Beide sind verheiratet, beide sind Eltern von jeweils zwei Kindern. Elke lebt in der katholisch-konservativen Bürgerlichkeit der Bundesrepublik; Gregor arbeitet sich ab an der ideologischen und sozialen Enge der DDR, für die er so manches Opfer bringen muss.
Lediglich Elkes Schwägerin Juliane ist in die Beziehung eingeweiht, während die innerdeutsche Grenze die Liebenden trennt und eine regelmäßige Kommunikation verhindert. Nur einmal im Jahr schaffen Elke und Gregor einen Freiraum für die Liebe. Fernab vom Alltag und von allen Systemzwängen in Ost und West leben sie Leidenschaft, Neugier und innere Freiheit. Trotzdem, oder gerade deshalb, erweist sich Elkes und Gregors Verhältnis als stabil. Beide entwickeln sich weiter, durchleben familiäre und berufliche Krisen, verändern sich innerlich und äußerlich durch die bewegte deutsch-deutsche Geschichte hindurch.
Doch als Julianes Ehemann Helmut befördert wird und Zugang zu geheimen Verschlusssachen erhält, darf Elke plötzlich nicht mehr einreisen. Die einzige Chance für Elke und Gregor, ihre Liebe zumindest zeitweise aufrechtzuerhalten, ist eine Reise in die Tschechoslowakei, wo die beiden in der Einsamkeit einer leeren Prager Wohnung wieder zueinander finden, erfüllt von Abenteuer und romantischem Leichtsinn. Aber das intime Glück wird bald nicht nur von Eifersucht und Trennungsschmerz getrübt, auch Elkes prekäre finanzielle Situation setzt jede weitere Planung aufs Spiel. Als ein paar Jahre später auch noch Gregors Familie die Härte der Staatssicherheit zu spüren bekommt, ist seine bescheidene Existenz genauso bedroht wie seine Ehe.
Mit der Berliner Mauer fallen schließlich auch die Grenzen von Elkes und Gregors Liebe, aber ebenso die Grenzen, die sie vor Alltag, Routine und Langeweile geschützt haben. Die Wiedervereinigung stellt beide vor eine harte Probe. Gregor eröffnet Elke schweren Herzens, dass er nun endlich die Chance hat, mit seiner Frau die Träume zu verwirklichen, an denen sie das System all die Jahre gehindert hat. Hat ihre Beziehung ohne die Mauer überhaupt eine Zukunft - oder war es vor allem die Trennung, die sie über all die Jahre in ihrer gegenseitigen Sehnsucht verbunden hielt? Im vereinten Deutschland müssen sich die Liebenden nun entscheiden, wie viel sie für ihre Gefühle noch zu opfern bereit sind.
Mit Katharina Wackernagel, Peter Schneider, Katharina Spiering, Matthias Walter, Sebastian Nakajew, Ingrid Sattes
Sommer '86: Die Erfurter Schwestern Catrin und Maja halten die Reiseerlaubnis für den Balaton in Händen. Ein Traum von Sonne und Freiheit, doch schon bald stehen sie unter Beobachtung der Stasi.
Um Fluchtversuche von DDR-Bürgern zu unterbinden, betreibt die "Balaton-Brigade" vor Ort Ausspähung in Badehosen. Während Catrin auf dem Campingplatz rasch Freunde findet, ist die jüngere Maja magisch angezogen vom Glanz eines Luxushotels für West-Touristen.
Das Schicksal hilft und verschafft den beiden nicht nur Eintritt in die "Balaton-Residenz", sondern auch die Bekanntschaft des ungarischen Hotelchefs Tamás. Catrin verliebt sich sofort in den charmanten, aber geheimnisvollen Ungarn, aber Maja ist es, die ihm bei der ersten Gelegenheit einen Kuss abnötigt. Ein Schatten fällt auf das innige Verhältnis der beiden Schwestern.
Unterdessen rollt aber längst weiteres Unheil an: Mutter Kirsten hat nach einem ominösen Anruf aus Ungarn allen Anlass zur Sorge, dass die Reise ihrer Töchter die komplette Familie ins Verderben stürzen könnte. Unter einem Vorwand bringt sie ihren Mann Karl dazu, den Trabi anzulassen, um Maja und Catrin hinterherzufahren.
Mit Cornelia Gröschel, Sonja Gerhardt, Anja Kling, Götz Schubert, Franz Dinda, Dominic Raacke
Fortsetzung der Urlaubsgeschichte um zwei Erfurter Schwestern, die im Sommer '86 am Plattensee den Duft von Freiheit atmen. Mit dem Auftauchen ihrer Eltern spitzt sich die Lage dramatisch zu.
Mutter Kirsten sorgt sich weniger um den verderblichen Einfluss des Westens auf ihre Töchter als um ein Geheimnis, das an den sonnigen Ufern des Plattensees langsam zutage tritt: Ihr Mann Karl ist nicht der leibliche Vater der ältesten Tochter Catrin.
Kirstens alte Liebe Erik, der vor Jahrzehnten aus der DDR geflohen ist, macht selbst Urlaub auf dem Campingplatz, um endlich seine Tochter zu sehen. Kirsten will alles unternehmen, um ihren jahrelang gelebten emotionalen Drahtseilakt nicht aus dem Gleichgewicht geraten zu lassen. Doch plötzlich steht sie ihrer Jugendliebe mit sehr gemischten Gefühlen gegenüber und begreift, dass dieses Wiedersehen ihr Leben erst recht aus der Bahn zu werfen droht.
Maja und Catrin haben derweil zarte Bande geknüpft: Catrin gibt dem Werben ihres Zelt-Nachbarn Rudi nach, und Maja umgarnt den ungarischen Hotelbesitzer Tamás. Aber auch diese beiden Männer haben ihre Geheimnisse: Tamás organisiert unter der Hand Fluchthilfe in den Westen, und Rudi, nicht nur treuherzig, sondern maximal linientreu, interessiert sich für alles, was in dem verbotenen Hotel passiert.
Die Stasispitzel liegen auf der Lauer, um den nächsten Staatsfeind abzupassen - und für die Mädchen hat der so unbeschwert begonnene Urlaub endgültig seine Leichtigkeit verloren. Catrin, stets loyal, empfindet Majas Handeln als Verrat.
Mit Cornelia Gröschel, Sonja Gerhardt, Anja Kling, Götz Schubert, Franz Dinda
Dritter Teil der Geschichte um zwei Schwestern aus Erfurt und den Urlaub ihres Lebens. Maja will Tamás heiraten, obwohl sie weiß, dass er als Fluchthelfer mit einem Bein im Gefängnis steht.
Ihre Schwester Catrin weiß dagegen nicht, dass ausgerechnet ihr Freund Rudi alles daransetzt, Tamás das Handwerk zu legen. Unausgesprochen steht immer Majas Verrat zwischen den Schwestern. Da bringt eine dramatische Wendung die beiden wieder zusammen.
Spätsommer '86: Die Hochzeitsvorbereitungen für Majas großen Tag laufen. Sie hat Tamás' Antrag angenommen und freut sich auf ihr neues Leben an der Seite des Hotelchefs. Catrin, in Erfurt derweil mit Rudi zusammengezogen, begibt sich mit ihren Eltern auf die Reise nach Ungarn zu den Feierlichkeiten.
Mutter Kirsten, die Erik zur Hochzeit eingeladen hat, steht ihrer alten Jugendliebe befangen, aber neugierig, in der Hotellobby der "Balaton-Residenz" gegenüber. Tamás' aberwitziger Plan, ausgerechnet in der Hochzeitsnacht ein kleines Mädchen über die Grenze nach Österreich zu schleusen, bringt die gesamte Familie in Schwierigkeiten. Rudi, der seinen künftigen Schwiegervater erpresst hat, um Tamás auszuspionieren, findet sich plötzlich auf der Seite des stolzen Ungarn. Und Karl und Kirsten müssen erleben, wie dieser Spätsommer 1986 alte Wunden doch noch aufreißt.
Die traute Welt der Erfurter Familie gerät vor der idyllischen Kulisse des Plattensees mehr und mehr aus den Fugen, und die Schwestern stehen vor der schwersten Bewährungsprobe ihres Lebens.
Mit Cornelia Gröschel, Sonja Gerhardt, Anja Kling, Götz Schubert, Franz Dinda, Dominic Raacke
Ostberlin 1987: Zwei Schwestern kämpfen in der DDR für ihre jeweilige Idee vom Sozialismus. Nur eine der beiden weiß, dass die dritte Schwester unter neuem Namen im Westen lebt.
Margot und Lotte könnten nicht unterschiedlicher sein und geraten immer häufiger aneinander. Die jüngste Schwester ist vor langer Zeit aus dem Leben der anderen beiden verschwunden und arbeitet nun in der BRD unermüdlich daran, das DDR-Regime zu zerschlagen.
Die älteste Schwester, Margot, hat eine steile Karriere im Außenhandel bei der Kommerziellen Koordinierung, kurz "KoKo", gemacht. Die zutiefst überzeugte Parteigenossin beschafft durch legale und illegale Geschäfte Devisen für ihr nahezu bankrottes Land. Durch Waffenhandel, Erlöse aus dem Häftlingsfreikauf mit der BRD oder aus der Entsorgung von West-Sondermüll im Osten wird die DDR-Zahlungsbilanz aufgebessert.
Die alleinerziehende Lotte hat einen Buchladen und ein paar Fragen zu viel. Sie schließt sich der jungen Umweltbewegung in der DDR an und wird sich nicht mehr einschüchtern lassen. Als ihr Sohn Ingo im Juni 1987 bei einem großen Open-Air-Konzert auf Westberliner Seite friedlich hinter der Mauer mitrockt, wird er verhaftet. Nach einer Nacht in DDR-Haft ist Ingo nicht mehr derselbe - Lotte muss hilflos mit ansehen, wie er sich im Kreis von Neonazis radikalisiert.
Die jüngste Schwester, Silvia, ist Mitte der 1970er-Jahre bei einem Unfall ums Leben gekommen. Das ist die Legende, und seitdem ist Silvia Bohla offiziell tot - auch für ihre zwei Kinder. Jetzt lebt sie als Ina Winter in der BRD. Als sie unerwartet wieder in Margots Leben auftaucht, gerät Margot unter Druck.
Mit Nadja Uhl, Barbara Auer, Nicolette Krebitz, Godehard Giese, Oliver Masucci, Angela Winkler
Januar 1988: Die Stasi versucht, die Opposition zum Schweigen zu bringen, und verhaftet unter anderen viele Mitglieder der Umweltbibliothek, darunter auch Lottes Freunde.
Doch der SED-Staat erreicht damit das Gegenteil: Die friedliche Revolution formiert sich jetzt erst recht. Das aggressive Vorgehen der Stasi behindert zudem die Arbeit der KoKo.
Margot ist mit der Partei-Elite auf der alljährlichen Gedenkfeier für Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht. Parallel rollen Lottes Freunde aus der Bürgerbewegung Transparente zur Gegen-Demonstration auf: "Freiheit ist immer die Freiheit der Andersdenkenden". Die Stasi versucht, die Opposition zum Schweigen zu bringen, und verhaftet unter anderen viele Mitglieder der Umweltbibliothek.
Margot muss ihre nervös gewordenen Geschäftspartner im Westen beschwichtigen. Ihre Warnungen an ihren Widersacher bei der Stasi, Norbert Krimling, dass sein Vorgehen der DDR schade, verhallen jedoch ungehört.
Auch in Margots eigener Familie brodelt es: Margots Ziehsohn Roland sitzt wegen versuchter Republikflucht im Knast, während Ina Winter, Rolands Mutter, vom Westen aus Margots deutsch-deutschen Häftlingshandel torpediert. Margot erkennt ihre Chance: Sie wird Roland nur dann in die Freiheit verkaufen, wenn Ina im Gegenzug im Bonner Ministerium für Innerdeutsche Beziehungen kündigt. Ina gibt nach, und Roland sitzt im Bus gen Westen.
Lotte und ihre Freunde bieten dem Staat immer mutiger die Stirn. In einer gewagten Aktion gelingt es ihnen, brisantes Bildmaterial über die unfassbare Umweltverschmutzung in Bitterfeld in den Westen zu schmuggeln, das dann im Westfernsehen läuft. Den Bürgern der DDR reicht es, sie gehen auf die Straße. Die Montagsdemonstrationen werden größer und größer.
In Margots Umfeld herrscht Alarmbereitschaft. Alle in der KoKo um Leiter Alexander Schalck-Golodkowski ahnen längst: Sie können mit ihren Devisengeschäften weder den Staat vor dem Bankrott retten noch die SED-Führung zu notwendigen Reformen zwingen. Margot will die Hoffnung aber nicht aufgeben und verkauft, was zu verkaufen ist. Doch die Zeit spielt gegen sie. Unter dem Ansturm der friedlichen Revolution tritt Honecker am 18. Oktober 1989 zurück. Am 9. November fällt die Mauer.
Mit Nadja Uhl, Barbara Auer, Nicolette Krebitz, Godehard Giese, Oliver Masucci, Angela Winkler
Mit dem Fall der Mauer im November 1989 weiß Margot, sie muss schnell handeln. Ihr Widersacher im Ministerium für Staatssicherheit, Krimling, ist jedoch schneller.
Die Staatssicherheit lässt in großem Umfang Akten vernichten, jeder erhält eine neue Legende. In Margots Chef, Schalck-Golodkowski, findet die Stasi zudem einen öffentlichkeitswirksamen Sündenbock, der allen die nötige Zeit verschafft, neue Wege zu gehen.
Krimling und andere wissen, wie sie durchkommen: Sie lackieren kurzerhand die Autoflotte des Ministeriums zu Taxen um. Die KoKo hingegen steht, so deckt es sogar der "Spiegel" auf, für Embargo-Verletzungen, Korruption und Veruntreuung. Margots Chef flieht in den Westen und hinterlässt ihr Vollmachten über ein Milliardenvermögen. Damit nichts in die Hände des kapitalistischen Feindes fällt, soll Margot das Vermögen der KoKo so schnell wie möglich verschwinden lassen. Sie steht jetzt allein vor den Scherben ihres Lebenswerks.
Währenddessen arbeitet Ina, Margots Schwester, im Finanzministerium der BRD unter Hochdruck an Übergangsplänen: Wie kann man mit dem Zusammenbruch der alten DDR-Strukturen umgehen? Ina will mit den Bürgerrechtlern über eine schrittweise wirtschaftliche Annäherung verhandeln. Sehr schnell begreift sie aber, dass niemand im Westen daran interessiert ist.
Familie Bohla versucht sich in Versöhnung - alle treffen auf Christas Party zum 18. Geburtstag zusammen. Christa und ihr in Westberlin lebender Bruder Roland fallen sich in die Arme. Dass er die tot geglaubte Mutter Silvia/Ina mitbringt, führt jedoch zum Eklat. Christa will nichts mit dieser Frau zu tun haben. Und Margots unversöhnliche Haltung lässt auch ihren Mann Paul zunehmend verzweifeln.
Lotte holt ihren Sohn Ingo aus dem Jugendwerkhof und hofft, ihn wiederzugewinnen. Doch er hat sich dort nur weiter radikalisiert. Seine Loyalität gilt den Neonazis. Auch wenn sie ihren Sohn verliert, gibt Lotte nicht auf, gegen die Täter des DDR-Unrechtssystems zu kämpfen.
Was sich für viele Anfang 1990 als hoffnungsvoller Neuanfang darstellt, ist für einen Großteil der Bohlas ein Scheitern. Allein die Kinder Christa und Roland sowie Lotte gehen in eine neue Zukunft - zwar beschädigt, doch auch mit Überzeugung und großen Hoffnungen.
Mit Nadja Uhl, Barbara Auer, Nicolette Krebitz, Godehard Giese, Oliver Masucci, Angela Winkler
Wegen angeblicher Westkontakte wird Bettina monatelang von dem Stasioffizier Jan verhört. Die beiden verlieben sich. Dann kommt Bettina ins Gefängnis. Jahre später sehen sie sich wieder.
Das Drehbuch zu dem Fernsehfilm "12 heißt: Ich liebe dich" schrieb Scarlett Kleint basierend auf dem gleichnamigen Roman von Regina Kaiser und Uwe Karlstedt, die darin ihre eigene Geschichte erzählen. Der Film wurde 2007 auf den Hofer Filmtagen uraufgeführt.
Bei den endlosen Verhören im Stasiuntersuchungsgefängnis Hohenschönhausen in Ostberlin sind Jan und Bettina immer der Gefahr ausgesetzt, dass ihre Liebe entdeckt wird. Dennoch gelingt es den beiden, sich mit wenigen Worten und Gesten und mittels eines Zahlencodes zu verständigen. "11 heißt: Du bist schön", "12 heißt: Ich liebe dich". Dann werden sie getrennt. Bettina verbringt drei Jahre in der Haftanstalt Hoheneck, bevor sie in den Westen abgeschoben wird.
Jan bringt es bis zum Ende der DDR bis zum Major. Bettina führt im vereinten Deutschland Besucher durch das zu einer Gedenkstätte umgewandelte ehemalige Stasigefängnis. Nach einigen Jahren spürt sie ihren Vernehmer von damals auf. Jan ist inzwischen verheiratet, Vater einer Tochter und Buchhalter in einem Logistikunternehmen. Erneut verlieben sich die beiden ineinander.
Mit Claudia Michelsen, Devid Striesow, Michael Krabbe, Winnie Böwe, Roland Mayer, Luise Helm, Nina Franoszek, Florian Panzer
Jürgen Stoll ist ein Filou und Lebenskünstler. Als Heiratsschwindler wird er 1983 bei seinem Prozess vor die Wahl gestellt: Gefängnis in der DDR oder eine Karriere als "Romeo" in der BRD.
Der Frauenliebling ist sich sicher, dass er im Westen schon einen Weg finden wird, der Stasi zu entkommen. Doch es passiert ihm der größte anzunehmende Betriebsunfall: Bei einer Demonstration verliebt er sich in Jutta - und sie sich in ihn.
Aus Angst, Jutta zu verlieren, getraut er sich nicht, ihr die Wahrheit zu sagen. Jürgen Stoll spielt mit im großen Spiel der Geheimagenten. Bis er merkt, dass die Stasi noch ganz andere Pläne mit ihm hat. Doch Jutta verlieren, das will er nicht.
Bei einem Fluchtversuch wird er mit Jutta kurz vor der Grenze geschnappt. Ein Doppelagent der Stasi hat ihn an den BND verraten. Diesmal gibt es wirklich Gefängnis, wenn auch im Westen. Erst nach der Wende wird Stoll entlassen. Er sucht Jutta und fasst mit ihr den Plan, sich an denen zu rächen, die ihnen die besten Jahre gestohlen haben.
Dafür schlüpft Jürgen Stoll noch einmal in eine Rolle und beginnt ein Spiel, bei dem er beinahe wieder seine geliebte Jutta verliert. Doch schließlich steht dem Happy End nichts mehr im Wege.
Mit Wolfgang Stumph, Katja Riemann, Anne Kasprik, Bernd Stegemann, André M. Hennicke, Bernhard Schütz
Bei einem Verwandtenbesuch in der DDR 1971 lernt die junge Elke aus Bayern den Tischler Gregor aus Dessau kennen. Die beiden verlieben sich. Doch die Hürden für ihre Liebe sind enorm.
Beide sind verheiratet, beide sind Eltern von jeweils zwei Kindern. Elke lebt in der katholisch-konservativen Bürgerlichkeit der Bundesrepublik; Gregor arbeitet sich ab an der ideologischen und sozialen Enge der DDR, für die er so manches Opfer bringen muss.
Lediglich Elkes Schwägerin Juliane ist in die Beziehung eingeweiht, während die innerdeutsche Grenze die Liebenden trennt und eine regelmäßige Kommunikation verhindert. Nur einmal im Jahr schaffen Elke und Gregor einen Freiraum für die Liebe. Fernab vom Alltag und von allen Systemzwängen in Ost und West leben sie Leidenschaft, Neugier und innere Freiheit. Trotzdem, oder gerade deshalb, erweist sich Elkes und Gregors Verhältnis als stabil. Beide entwickeln sich weiter, durchleben familiäre und berufliche Krisen, verändern sich innerlich und äußerlich durch die bewegte deutsch-deutsche Geschichte hindurch.
Doch als Julianes Ehemann Helmut befördert wird und Zugang zu geheimen Verschlusssachen erhält, darf Elke plötzlich nicht mehr einreisen. Die einzige Chance für Elke und Gregor, ihre Liebe zumindest zeitweise aufrechtzuerhalten, ist eine Reise in die Tschechoslowakei, wo die beiden in der Einsamkeit einer leeren Prager Wohnung wieder zueinander finden, erfüllt von Abenteuer und romantischem Leichtsinn. Aber das intime Glück wird bald nicht nur von Eifersucht und Trennungsschmerz getrübt, auch Elkes prekäre finanzielle Situation setzt jede weitere Planung aufs Spiel. Als ein paar Jahre später auch noch Gregors Familie die Härte der Staatssicherheit zu spüren bekommt, ist seine bescheidene Existenz genauso bedroht wie seine Ehe.
Mit der Berliner Mauer fallen schließlich auch die Grenzen von Elkes und Gregors Liebe, aber ebenso die Grenzen, die sie vor Alltag, Routine und Langeweile geschützt haben. Die Wiedervereinigung stellt beide vor eine harte Probe. Gregor eröffnet Elke schweren Herzens, dass er nun endlich die Chance hat, mit seiner Frau die Träume zu verwirklichen, an denen sie das System all die Jahre gehindert hat. Hat ihre Beziehung ohne die Mauer überhaupt eine Zukunft - oder war es vor allem die Trennung, die sie über all die Jahre in ihrer gegenseitigen Sehnsucht verbunden hielt? Im vereinten Deutschland müssen sich die Liebenden nun entscheiden, wie viel sie für ihre Gefühle noch zu opfern bereit sind.
Mit Katharina Wackernagel, Peter Schneider, Katharina Spiering, Matthias Walter, Sebastian Nakajew, Ingrid Sattes
Die Reihe "Deutschland von oben" entlockt den deutschen Städten faszinierende Perspektiven und Geheimnisse.
Lebten unsere Vorfahren bereits an heute dicht besiedelten Orten, und haben Handelswege von früher noch Bedeutung? Aus der Luft lassen sich die Spuren der Vergangenheit mit denen der Gegenwart verknüpfen, sodass sich manche Stadtgeschichte neu erzählen lässt.
Viele unserer Metropolen waren bereits vor Hunderten von Jahren Orte, an denen man sich gerne niederließ. Eine der ältesten Städte und gleichzeitig die größte und wichtigste Stadt, die Römer auf dem Gebiet des heutigen Deutschlands gegründet haben, ist Trier. Per Animation erweckt der Film die Vergangenheit zum Leben und zeigt, was vom römischen Trier erhalten blieb - und warum.
Auch Erfurt kann auf eine stolze Geschichte zurückblicken. Bereits in der Steinzeit brannten hier die ersten Lagerfeuer, auch die Germanen ließen sich an der Gera nieder. Im Mittelalter war Erfurt die viertgrößte Stadt in Deutschland, nur von Köln, Nürnberg und Magdeburg übertroffen. Ihr Monopol war ein Farbstoff zur Blaufärbung, doch mit der Entdeckung Indiens und Amerikas - und des Indigos - verloren die Erfurter ihre Sonderstellung. Der Film zeigt die Wachstumsstufen und Handelsverbindungen als CGI-Animation. Bis heute ist Erfurts Krämerbrücke die einzige "beidseitig geschlossene Brückenbebauung" nördlich der Alpen. Am besten erkennt man die "schwebenden" Brückenhäuser aus der Luft.
Nicht nur den Römern und dem regen Handel des Mittelalters haben wir unsere heutigen Städte zu verdanken, vor allem technische Erfindungen wie Dampfmaschinen und Bahnhöfe ließen winzige Ortschaften zu einflussreichen Großstädten wachsen. Aber auch der umgekehrte Fall existiert: Das mittelalterliche Dinkelsbühl ist wie in einer Zeitschleife hängen geblieben, da die Eisenbahn lange Zeit an der einst einflussreichen Stadt vorbeiführte.
Der Film animiert das erstaunliche Wachstum des deutschen Bahnnetzes, begleitet Laser-Messflüge der Deutschen Bahn über Köln und Düsseldorf und schaut in Thüringen dabei zu, wie neue ICE-Trassen für Hochgeschwindigkeitszüge gebaut werden - direkt neben den bis zu 90 Meter hohen Masten der neuen Hochspannungsleitungen. Die Zugseile der umstrittenen neuen Stromleitungen werden per Helikopter verlegt.
Ein Netzwerk unsichtbarer Verbindungen zwischen zwei großen Städten sind die Reiserouten der Fußballfans, die zum Spiel Borussia Dortmund gegen Bayern München anreisen.