ARTE
ARTE So 12.07.
Doku
Im heutigen Peru nutzten die Einheimischen seit Jahrtausenden Vogelkot als Dünger, weil er reich an Phosphor und Stickstoff ist ? genannt Guano. Alexander von Humboldt brachte 1802 Proben nach Europa. RBB
Weizenernte mit Mähdrescher bei Nauen in Brandenburg RBB
Pierre-Marc Delaux, Forschungsdirektor am Laboratoire de Recherche en Sciences Végétales (LRSV) bei Toulouse, und Kollegin Lucie Chauderon betrachten genetisch veränderte Lebermoose. RBB
Der Stickstoffanteil an der Luft beträgt 78 Prozent. Doch Pflanzen können nur Stickstoff aufnehmen, der mit anderen Elementen wie Wasserstoff verbunden ist. RBB
Ein Landwirt zeigt Stickstoffdünger-Pellets (aus Harnstoff) in der ausgestreckten Hand. RBB

Dünger der Zukunft: Die Stickstoff-Revolution

TV-Programm des deutsch-französischen Rundfunkveranstalters Association Relative à la Télévision Européenne. ARTE sendet ein Vollprogramm mit den Schwerpunkten Kultur, außergewöhnliche Dokumentationen, zeitgenössische Spielfilme sowie Musik- und Theaterproduktionen.

  • D 2026
  • 52'
Dokumentation Ohne künstlichen Stickstoffdünger wären die hohen Erträge der industriellen Landwirtschaft undenkbar. Doch der intensive Einsatz schädigt das Klima. Weltweit wird nach klimafreundlichen Alternativen gesucht. Von revolutionären Plasma-Reaktoren über Bakterien-Dünger aus recyceltem Urin hin zur Vision von selbstdüngendem Getreide - die Ansätze sind so vielfältig wie faszinierend.

Inhalt

Damit Pflanzen gut wachsen, brauchen sie Stickstoff. Aber der lebenswichtige Stoff ist in der Natur nicht so einfach verfügbar. Bislang ist das Haber-Bosch-Verfahren das Mittel der Wahl, um der schier unerschöpflichen Lufthülle Stickstoff zu entziehen und in Form von Ammoniak zu binden, aus dem dann der Dünger für die moderne Landwirtschaft entsteht. Doch die Herstellung ist enorm energieaufwändig. Und zu viel Stickstoff belastet die Umwelt. Wie kann eine wachsende Weltbevölkerung ernährt werden ohne den massiven Einsatz von Dünger, der die Erderwärmung weiter beschleunigt? Die Dokumentation begleitet internationale Forscherteams bei der aufregenden Suche nach klimafreundlichen Alternativen: In Graz arbeiten Chemiker daran, das energieintensive Haber-Bosch-Verfahren abzulösen. Effiziente Plasma-Technologie soll es möglich machen, Stickstoff energiesparend aus der Luft zu gewinnen. Start-ups in den USA und Frankreich setzen auf die Kraft von Mikroorganismen und nutzen dabei in großen Mengen recycelten menschlichen Urin. Gleichzeitig entschlüsseln Biologen in Freiburg und Toulouse das genetische Geheimnis urtümlicher Symbiosen. Ihr ehrgeiziges Ziel: Nutzpflanzen wie Tomaten oder Getreide gentechnisch so zu verändern, dass sie spezielle Lebensgemeinschaften mit Bakterien eingehen und sich dadurch ihren Stickstoff selbst aus der Luft holen können. So wie es Hülsenfrüchtler in der Natur bereits tun. Stehen wir vor einer neuen landwirtschaftlichen Revolution?

Sendungsinfos

Regie: Martin Gronemeyer, Michaela Kirst Stereo
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