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Hilfe, die Berliner kommen! - Wie Zuzug Brandenburger Dörfer verändert

  • 45'
Reportage Die Großstadt verlassen, um auf dem Land Ruhe und Freiheit zu finden, davon träumen viele. Einige ziehen irgendwann raus ins Grüne, andere entscheiden sich für eine Wochenendbleibe auf dem Dorf. Das idyllische Gerswalde in der Uckermark wurde zum Sehnsuchtsort für Kreative und stadtmüde Berliner. Was macht das mit Alteingesessenen? Und welche Konflikte, aber auch Chancen bringt das?

Inhalt

Etwa 200.000 Menschen sind in den vergangenen zwölf Jahren aus Berlin in brandenburgische Dörfer gezogen. Viele weitere Familien haben sich Wochenendhäuser zugelegt. Oft bringen die Zugezogenen Leben und Kaufkraft in von Überalterung und Abwanderung geprägte ländliche Räume. Aber nicht immer bringen sie allen nur Freude. An wenigen Orten kollidieren die Kulturen aus Stadt und Land so wie in Gerswalde in der Uckermark. Manche Alteingesessene kritisieren, hier habe sich eine Blase aus Berliner Hipstern gebildet, die das Dorf gentrifiziere, aber gleichzeitig mit den Menschen vor Ort wenig Berührungspunkte habe. Gerd Henselin vom Kultur- und Heimatverein sieht vor allem die Entwicklung der Grundstückspreise mit Sorge, für viele Menschen aus der Region seien sie längst zu teuer geworden. Während die Einwohnerzahl seit Jahren sinkt, sind Parkplätze rund um die Dorfkirche an den Wochenenden bei Ausflugswetter fast so schwer zu bekommen wie am Berliner Helmholtzplatz. Der Grund: der Große Garten, den die Künstlerin Lola Randl vor einigen Jahren für großstadtmüde Kreative schuf. Mina Mahouti will hier ein Bistro eröffnen, rausziehen wird sie aber nicht: "Ich will auf das Leben in Berlin nicht verzichten." Lola Randl selbst hat dem Landleben inzwischen den Rücken gekehrt. Sie kommt nur noch auf Besuch. "Ich bin fremd geblieben, richtig Wurzeln geschlagen habe ich im Dorf nicht", sagt sie. Auch ein Solarpark sorgt für Konflikte. Während die Gemeinde mehrheitlich auf zusätzliche Einnahmen hofft, fürchten vor allem Zugezogene um die Aussicht aus ihren Häusern und Ferienimmobilien. Doch es gibt auch versöhnliche Zeichen: Der neue Verein "Miteinander-Füreinander" möchte Brücken zwischen Alteingesessenen und Zugezogenen bauen. Die Mutter von Lola Randl will den Großen Garten nutzen, um Gemüseanbau für Gerswalder aus beiden Bubbles zu ermöglichen. Und Gerd Henselin konnte mit seinem Verein die alte Feuerwache sanieren und zu einem Treffpunkt für das Dorfleben umbauen.

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VPS: 20.05.2026 20:14, Untertitel, Stereo
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