Es sind Spuren vergangener Kulturen, um die sich geheimnisvolle Mythen ranken: Wer erschuf die Nazca-Linien? Wo liegt Atlantis? Und was hat es mit der Himmelsscheibe von Nebra auf sich? All das sind Relikte, die von Menschenhand geschaffen wurden. Aber wie konnte das den Menschen von damals gelingen? ZDFinfo zeigt sieben große Rätsel der Menschheit. Und begleitet Wissenschaftler, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, die Geheimnisse aufzuklären. Archäologe Markus Reindel sucht seit über 20 Jahren nach einer Erklärung für die geheimnisvollen Nazca-Linien in Peru. Physiker Philip Häusser überprüft in einem Experiment, welche geheimnisvollen Kräfte im Bermuda-Dreieck wirken könnten. Und Jürgen Hermes, Computerlinguist von der Universität Köln, kann vielleicht das Voynich-Manuskript entschlüsseln. Außerdem begleitet ZDFinfo den Archäologen Harald Meller bei einer internationalen Forschungsgrabung: Er will herausfinden, wer die Schöpfer der mysteriösen Himmelsscheibe von Nebra gewesen sein könnten. Archäologe Michael Parker Pearson forscht über die Bedeutung von Stonehenge. ZDFinfo besucht den Forscher in Wales - fast 300 Kilometer von Stonehenge entfernt. Denn dort fand Pearson Steinbrüche, aus denen die sogenannten Blausteine des berühmten Monuments stammen.
Der Astrophysiker Harald Lesch bereitet Themen aus verschiedenen Wissenschaftsbereichen für die Zuschauer allgemein verständlich und mit einem Augenzwinkern auf.
Brücken verbinden Orte und Menschen - und oftmals sind sie wahre Meisterwerke der Architektur oder gehen an die Grenze des technisch Machbaren. ZDFinfo erzählt die Geschichte des Brückenbaus. Die Dokumentationsreihe "Genial konstruiert" zeigt Meilensteine der Ingenieurskunst. Experten und Wissenschaftler erklären bahnbrechende Erfindungen im Bereich der Architektur und Technik. Für Brückenbaumeister ist kein Fluss zu breit und kein Abgrund zu tief. Brücken gehören zu den wichtigsten Erfindungen der Menschheit. Ob prachtvoll, imposant oder schlicht - sie erfüllen eine Reihe von Funktionen. Menschen entwickelten sie, um Hindernisse sicher zu überwinden, Strecken schneller bewältigen zu können oder neue Transportwege zu erschließen. Ihre Konstruktion vereint Kunst und Technik - und fordert eine genaue Kenntnis physikalischer Gesetze. Wer sie missachtet, muss mit dem Schlimmsten rechnen - wie historische Katastrophen belegen. Insofern spiegelt die Geschichte des Brückenbaus auch den wissenschaftlichen Fortschritt wider. Ob aus Holz, Stein oder Stahl, es gibt viele Möglichkeiten, reißende Flüsse, tiefe Schluchten oder ganze Meerengen zu überbrücken. Jede Brücke hat ihre Geschichte - in Entstehung, Design und Technik gleicht keine der anderen. Die Physikerin Léa Bello nimmt die Zuschauer mit auf eine Reise zu den ältesten, schönsten und eindrucksvollsten Brücken der Welt.
Die Eisenbahn ist eine der großartigsten Erfindungen aller Zeiten. Sie hat das Leben der Menschen von Grund auf verändert, und noch immer wird an ihrer Weiterentwicklung geforscht. Die Dokumentationsreihe "Genial konstruiert" zeigt Fortschritte im Bereich des Bauingenieurwesens. Experten und Wissenschaftler erklären bahnbrechende Erfindungen vergangener Zeiten sowie Innovationen im Bereich der Architektur und Technik. Was kommt als nächstes? Die Erfindung der Dampfmaschine im 18. Jahrhundert ist ein Meilenstein in der Geschichte der industriellen Revolution. Sie wird ständig weiterentwickelt und verbessert. Im 19. Jahrhundert gelingt es schließlich, sie als Antrieb für ein Transportmittel zu nutzen. Räder werden auf Schienen gebracht - die Eisenbahn ist geboren. Mithilfe dieser bahnbrechenden Erfindung können Güter über weite Strecken transportiert werden, und Reisen - zuvor fast nur in Postkutschen möglich - werden komfortabler. Ein Problem gibt es anfangs: Die ersten Schienen sind aus Gusseisen und halten dem Gewicht der Lokomotive nicht stand. Dem Ingenieur George Stephenson gelingt es einige Jahre später, Lokomotiven leichter zu machen und die Qualität der Schienen zu verbessern. Der Weg zur modernen Bahn ist geschaffen. Damit die Bahn für den Güter- und Personenverkehr auch im 21. Jahrhundert attraktiv bleibt, müssen sich Ingenieure jedoch viel einfallen lassen. Für Reisende zählt, schnell und komfortabel ans Ziel zu gelangen. In Kalifornien arbeitet man an einem Projekt der Zukunft: dem Hyperloop. Ein Hochgeschwindigkeitsverkehrssystem, bei dem sich Kapseln in einer weitgehend luftleeren Röhre auf Luftkissen gleitend mit nahezu Schallgeschwindigkeit fortbewegen sollen. Sieht so die Zukunft der Fortbewegung aus? Matthieu Barreau begibt sich auf Entdeckungsreise. Er trifft Ingenieure und Experten, um mehr über die Geburtsstunde der Eisenbahn zu erfahren - und über die Zukunft des Güter- und Personentransports.
Ein Lächeln in einer Strichzeichnung schreibt Popgeschichte: das Smiley. Von der Motivationshilfe wird es zum Ausdruck eines Lebensgefühls einer ganzen Epoche. Einige haben daran verdient. LEGO-Steine sind bunt und können immer wieder anders verbaut werden. Kinder bauen damit die unterschiedlichsten Häuser und Türme. Der Entwickler der ersten Steine hatte zuvor bei Kindern nachgefragt, was sie sich wünschen. Aber ein anderer hatte Erfolg damit.
Kopierer prägen den Büroalltag. Das Radargerät macht Geschwindigkeit messbar. Die Fernsehkamera ist live dabei. Visionäre Erfinder veränderten mit ihren Erfindungen unser Bild der Welt. Sterne können am besten oberhalb der Erdatmosphäre beobachtet werden. Doch endlich im Orbit, sendet das Hubble-Teleskop nur unscharfe Bilder. Die Lösung: Das Fernrohr bekommt eine Brille.
Die Idee beim Sonntagsfrühstück brachte Millionen in Bewegung: der Joggingschuh mit Sohlen aus dem Waffeleisen. Joggen revolutionierte den Freizeitsport und wurde ein Milliardengeschäft. Das Zusammenklappen und Unterbringen auf kleinstem Raum ist das Konstruktionsprinzip von Kampfjets. Daran orientierte sich der Ingenieur Owen MacLaren bei der Entwicklung eines Kinderwagens für seine Enkel. Ergebnis: der Buggy, ein zusammenklappbares Raumwunder.
Entgegen aller Vorurteile entwickelt der Erfinder Garrett Morgan die Atemschutzmaske und überzeugt alle beim ersten Einsatz: Er rettet Bergleute aus einem verschütteten Stollen. Als Schutz gegen Überfälle entwickelt Richard Davis eine leichte Weste aus vielen Gewebeschichten. Zum Beweis der Wirksamkeit schießt sich Davis in seinen nur mit der neuen Polsterung gesicherten Bauch. Die Folge: ein blauer Fleck und viele Bestellungen der Weste.
Edison, Nobel, Kennard, Fuld, Thompson - fünf Männer, deren Erfindungen Angst und Schrecken verbreiten und schließlich zum Milliardengeschäft werden. Den elektrischen Stuhl erfand Thomas Edison. Sein Plan: Tötung durch Wechselstrom sollte die Wechselstrom-Technik seines Konkurrenten George Westinghouse in Verruf bringen.
In dieser Folge der "Terra X"-Reihe "Eine kurze Geschichte über ..." erklärt der Geschichts-Blogger Mirko Drotschmann - alias "MrWissen2Go" - die Welt des Mittelalters. Das Mittelalter gilt als dunkel, rückständig und grausam. Aber war es das wirklich? YouTuber Mirko Drotschmann bringt Licht ins Dunkel. Er erzählt die Geschichte einer Epoche, die erstaunlich bunt und vielgestaltig war - eine filmische Reise durch 1000 Jahre. Das Mittelalter reicht vom 5. Jahrhundert nach Christus - als die Antike mit dem Untergang des Römischen Reiches im Westen zu Ende ging - bis zur Erfindung des Buchdrucks mit beweglichen Lettern durch den Mainzer Johannes Gutenberg. Gewaltige Burgen und mehr als 100 Meter in den Himmel ragende Kathedralen zeigen eindrücklich, zu welchen Leistungen die Menschen im Mittelalter bereits fähig waren. Computeranimationen lassen auch die Bereiche der damaligen Welt wieder sichtbar werden, die heute längst verschwunden sind oder schon immer im Verborgenen lagen. Dazu gehören auch Himmel und Hölle. Für die Menschen im Mittelalter waren sie so real wie die Welt, die sie umgab. Mirko Drotschmann erklärt, was diese Weltsicht mit den Menschen gemacht hat. Noch heute sind viele mittelalterliche Redewendungen im Sprachgebrauch. Besonders viele stammen aus der Welt der Ritter, wie zum Beispiel die Formulierung "jemandem mit offenem Visier begegnen" oder "mit offenem Visier kämpfen" oder auch "für jemanden eine Lanze brechen". Aber was hieß das eigentlich, als Ritter zu leben, Herr auf einer eigenen Burg zu sein oder für den König zu kämpfen? Aus bis zu 150 Einzelteilen bestand eine Rüstung, die den Ritter vor Lanzen, Schwerthieben oder Pfeilen schützen sollte. Um sich in die Zeit hineinzuversetzen, wird Mirko Drotschmann von Kopf bis Fuß in eine Rüstung gesteckt. Ein wissenschaftliches Experiment soll Klarheit bringen, wie beweglich ein Ritter in voller Montur noch war. Die Teststrecke ist ein 400 Meter langer Hindernisparcours. Das verblüffende Ergebnis: Die gut 30 Kilogramm schwere, auf Maß gefertigte Rüstung ermöglicht einen nahezu vollen Bewegungsumfang. Frauen führten im Mittelalter ein besonders hartes Leben. Selbst im Kloster, wo sie nicht heiraten mussten und damit vor männlicher Willkür besser geschützt waren, besaßen sie nur eingeschränkte Rechte. Zu ihren traditionellen Aufgaben gehörte die Versorgung der Kranken und Schwangeren aus den umliegenden Dörfern. Dass Nonnen aber auch in Männerdomänen eindrangen und wie Mönche im Skriptorium Bücher kopieren durften, haben Paläontologen am Max-Planck-Institut für Menschheitsgeschichte herausgefunden. Im Zahnstein einer Nonne, die vor rund 900 Jahren in einem Kloster auf dem Gebiet des heutigen Nordrhein-Westfalen begraben wurde, entdeckten sie Spuren von Lapislazuli. Aller Wahrscheinlichkeit nach gelangte der kostbare blaue Farbstoff beim Verzieren von Büchern in den Mund der Frau, beim Anlecken des Pinsels. Und das bedeutet, dass Frauen womöglich doch einen höheren Status hatten, als man bisher vermuten konnte. Das Mittelalter war alles andere als ein dunkles, düsteres Zeitalter. Vieles hat sich innerhalb der 1000 Jahre entwickelt: Städte sind wie Pilze aus dem Boden geschossen, Kathedralen in den Himmel gewachsen. Es gab große Fortschritte im Handwerk und in der Medizin. Und auch der Horizont der Menschen erweiterte sich: 1492 landete Kolumbus in der Neuen Welt, und Luthers Reformation rüttelte an der Vormachtstellung der katholischen Kirche. Die Menschen lenkten ihren Blick mehr und mehr auf das irdische Leben und stellten Überliefertes infrage. Damit war der erste Schritt auf dem Weg in die Moderne getan.
Der Kampf um Orléans Entscheidung im Hundertjährigen Krieg
F 2020
45'
Frühling 1429. Seit sechs Monaten belagern englische Truppen Orléans. Sie suchen die Entscheidung im Hundertjährigen Krieg. Die Lage ist verfahren - bis ein junges Mädchen alles ändert. Die Belagerung gilt als Wendepunkt des Krieges. Die Engländer setzen alles daran, die Stadt auszuhungern - dort herrscht Mutlosigkeit. Doch dann erscheint Jeanne d'Arc, die Jungfrau von Orléans. Geleitet von göttlichen Visionen wendet sie das Blatt. Im Oktober 1428 beginnt die Belagerung von Orléans. Die englische Armee ist entschlossen, die strategisch wichtige Stadt an der Loire zu erobern. Aber Orléans verfügt über eine große Artillerie, eine entschlossene Bürgerwehr und starke Festungsanlagen. Von Beginn der Belagerung an machen die Engländer strategische Fehler. Es gelingt ihnen nicht, die Stadt vollständig von ihren Versorgungswegen abzuschneiden. Aber erst mit dem Eintreffen von Jeanne d'Arc nimmt der Kampf eine historische Wende. Die "Jungfrau von Orléans" hat dem französischen Erbprinzen den Sieg über die Engländer versprochen. Gemeinsam mit der Bürgerwehr, dem französischen Militär und unterstützt von der Krone erringt das junge Bauernmädchen entscheidende Siege für Frankreich.
Edward II. von England - Tödliches Spiel um die Macht
D 2019
45'
Edward II. nimmt in der englischen Geschichtsschreibung einen bis heute zwiespältigen Rang ein. Er gilt als schwacher König, ungeeignet für die Herrschaftsausübung. Die Stärke eines Herrschers wird in der damaligen Zeit daran gemessen, wie er es versteht, mit den vielen Baronen im Lande umzugehen, die seit der Magna Charta von 1225 verbriefte Rechte gegenüber dem König haben. England befindet sich am Ende des 13. Jahrhunderts auf dem Weg zur späteren Weltmacht; ein Königreich, das sich durch blutige Eroberungskriege auf der britischen Insel konstituiert und sich so auch langfristig zu stabilisieren sucht.
Sie gilt als tragische Königin - Maria Stuart. Die katholische Königin herrscht über das protestantische Schottland und ringt mit Elizabeth I. um die englische Krone. Der Kampf um Religion und Thron geht für Maria blutig aus. Legenden besagen, sie habe ihr Blut für die katholische Kirche und die Liebe zu falschen Männern vergossen. Im Zeitalter der Gegenreformation sind Geschichtsmythen Mittel politischer Agitation. Zahlreiche historische Dokumente aus Archiven der Stuart- und Tudor-Zeit belegen: Schottlands Königin ist weniger Opfer als Täterin im politischen Ringen. Zeit ihres Lebens steht sie in Konkurrenz zu ihrer königlichen Cousine Elizabeth I. 30 Jahre lang habe Maria Stuart weder Mordkomplotte noch andere Intrigen gescheut, um die englische Krone an sich zu reißen. Bevorzugtes Mittel ihrer Wahl: Mordpläne fanatischer Katholiken. Die Dokumentation deckt mal tiefgründig und mal humorvoll auf, dass Elizabeth I. intimes Wissen über ihre Cousine Maria Stuart besaß und es gegen sie einsetzte. Die Forschung britischer Historikerinnen und Historiker zeigt: "Marias Ehrgeiz, Königin von England zu werden, dominierte alles. Sie wollte Elizabeth vernichten", so die englische Historikerin Tracy Borman.
Angst vor Tod und Teufel. Die Geschichte des Aberglaubens
D 2019
45'
Zombies, Dämonen, Geister - übernatürliche Kreaturen faszinieren Menschen seit Jahrtausenden. "ZDF-History" geht auf Spurensuche, untersucht vergangene und aktuelle unheimliche Phänomene. Für unsere Vorfahren war die Angst vor Untoten ganz real. Das zeigt ein Blick unter die Erde: Mit Steinen beschwert, festgeschnürt, mit Glöckchen im Grab oder enthauptet - die Indizien sind vielfältig. Archäologen sind auf der Jagd nach den "lebenden Toten". Wie rund um die St. Marien- und Bartholomäi-Kirche im niedersächsischen Harsefeld im Landkreis Stade. Dort lassen archäologische Funde ahnen, welche Angst unsere Vorfahren vor Untoten hatten - und welche Maßnahmen sie ergriffen, um sie im Grab zu halten. Aufhocker, Nachzehrer, Wiedergänger - im Aberglauben unserer Vorfahren konnten die "lebenden Leichen" unterschiedliche Gestalten annehmen, um den Lebenden den Schlaf zu rauben. Noch heute halten sich solche Vorstellungen zum Teil hartnäckig, auch in Teilen Europas. In manchen Gegenden Rumäniens sind alte Rituale zur Abwehr von Untoten bis heute lebendig. Doch auch in Großbritannien sind solche Fantasien präsent. Laut Umfragen glauben dort mehr Menschen an Gespenster als an Gott. Mit Kulturanthropologin Deborah Hyde geht "ZDF-History" auf Geisterjagd und sucht nach wissenschaftlichen Erklärungen für die Gruselerscheinungen. Auch der Historiker Prof. Ronald Hutton von der Universität Bristol forscht zu Hexenglauben und Magie. Er entschlüsselt rätselhafte Zeichnungen in Höhlen, die dem Schutz vor "bösen Geistern" dienen sollten, und zeigt, wie tief die Angst vor dem Unheimlichen bis heute in uns verwurzelt ist.
In dieser Folge der "Terra X"-Reihe "Eine kurze Geschichte über ..." beleuchtet der Geschichts-Blogger Mirko Drotschmann - alias "MrWissen2Go" - die Zeit der Hexenverfolgung. Verhöre, Folter, Scheiterhaufen - die Hexenprozesse der Vergangenheit schockieren heute. Kaum ein Thema ist so klischeebeladen wie die Hexenverfolgung. Der YouTuber Mirko Drotschmann erzählt die grausame Geschichte der Hexenjagd in Deutschland. Noch lange sind nicht alle Fragen über die dunkle Epoche der Hexenjagd in Deutschland beantwortet. Wie konnte es dazu kommen? Wer waren die Opfer, wer die Täter? Waren es wirklich vor allem Frauen, die verfolgt wurden? Und was genau geschah hinter den Mauern der Gerichtssäle und Folterkammern? Bis 1780 fielen etwa 50.000 Menschen den Hexenverfolgungen in Europa zum Opfer - über die Hälfte davon im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation. Mirko Drotschmann räumt mit hartnäckigen Vorurteilen auf und erklärt, was man über Hexenwahn und Hexenverfolgung wissen muss. Er schildert, wie es dazu kam, dass Nachbarn oder Bekannte plötzlich andere als Hexen bezichtigten. Und er erzählt, warum Frauen und Männer Taten gestanden, die sie nicht begangen hatten. Der Film rollt den tragischen Fall der "Bader-Ann" aus Veringenstadt auf der Schwäbischen Alb auf. Im Jahr 1680 wurde sie als Hexe verurteilt, enthauptet und dann auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Mirko Drotschmann findet im Archiv der Stadt die Verhörprotokolle und Prozessakten. Es ist eine Expedition in ein düsteres Kapitel der Geschichte: Wer einmal in die Mühlen des juristischen Apparates geriet, war kaum noch zu retten. Die Verurteilung sollte auf einem Geständnis beruhen, doch das wurde in den meisten Fällen mit Folter erzwungen. Neben dem Richter spielte vor allem der Scharfrichter eine wichtige Rolle im Prozess. Die Henker waren mehr als reine Vollstrecker. Sie kannten sich mit der menschlichen Anatomie mindestens genauso gut aus wie ein Arzt. Die perfide Aufgabe des Henkers war es, das Opfer so lange wie möglich am Leben zu halten, um das gewünschte Geständnis zu erpressen. Die Menschen der frühen Neuzeit lebten in einer Welt, die von Aberglaube und magischem Denken bestimmt war. Zudem versetzten Wetterkatastrophen, Missernten, Krieg und Pest-Epidemien viele in eine apokalyptische Stimmung. Die Archäologin Marita Genesis ist Expertin für Richtstätten - also Orte, an denen Verurteilte gehängt, gerädert oder enthauptet wurden. Sie hat Dutzende Skelette ausgegraben und herausgefunden, dass einige Tote aus Angst vor Wiedergängern mit magischem Abwehrzauber bestattet wurden. Zum Motor für die unmenschlichen Verfolgungen und massenhaften Hinrichtungen wurde ein Handbuch der Hexenjäger: der "Hexenhammer". Der Dominikanermönch Heinrich Kramer beschreibt darin detailliert, wie Hexen und Zauberer zu erkennen und zu verfolgen seien. Vor allem in Frauen sah er willfährige Opfer des Teufels. Mirko Drotschmann beschäftigt sich mit der Motivation des fanatischen Hexenverfolgers und analysiert, warum sein Werk so lang seine fatale Macht entwickeln konnte. Erst im Jahr 1775 wurde die letzte vermeintliche Hexe in Deutschland umgebracht. Doch wer glaubt, der Spuk sei heute vorüber, irrt sich. Tatsächlich gibt es auch heute noch Hexenverfolgungen, zum Beispiel in einigen Gebieten Südostasiens, Lateinamerikas und Afrikas. Auch dort ist es keine Seltenheit, dass überwiegend Frauen der Hexerei bezichtigt, verstümmelt oder sogar getötet werden. Es scheint in der Natur des Menschen zu liegen, sich einen Sündenbock zu suchen, Menschen in eine Schublade zu stecken oder Feindbilder aufzubauen. Für erlebtes Leid wird oft ein anderer verantwortlich gemacht - so wie damals die Hexen.
Burgen - mächtige Symbole ritterlichen Lebens, geheimnisvolle und majestätische Zeugen mittelalterlicher Baukunst. Mehr als ein halbes Jahrtausend dominieren sie Europas Landschaften. Gerade Burgen und ihre Bewohner prägen unsere Vorstellung vom Mittelalter. Ihre Entstehung, Architektur und Funktion folgen politischen, kulturellen und militärischen Auseinandersetzungen und Entwicklungen in Europa: Einfache Holztürme werden zu steinernen Festungen. Im 9. Jahrhundert entstehen erste Befestigungsanlagen aus Holz nach antiken Vorbildern. Im 10. und 11. Jahrhundert werden die ersten steinernen Burgen gebaut. Mit massiven Mauern und Ecktürmen scheinen sie uneinnehmbar. Sie dienen jedoch nicht nur militärischen Zwecken, sondern sind auch herrschaftliche Residenz. Ein Symbol des sich entwickelnden Feudalsystems. Ab dem 14. Jahrhundert verlieren Burgen an Bedeutung. Der neuen Artillerie hält kaum eine Mauer stand. Das 16. und 17. Jahrhundert bedeutet das Ende der Burgen. Sie weichen luxuriösen Residenzen, den Schlössern. Die romantische Sehnsucht des 19. Jahrhunderts nach glorreicher ritterlicher Vergangenheit entdeckt die steinernen Überreste des Mittelalters neu. Aus Ruinen entstehen neogotische Märchenträume. Bis heute regen Burgen die Fantasie der Menschen an. Eine Dokumentation über Entstehung, Funktion und Geschichte der Burgen.
Geköpft, gerädert, gehenkt: Was am Richtplatz geschah
D 2018
45'
Todesurteile und Hinrichtungen: Früher gehörten sie in Deutschland zum Alltag. "ZDF-History" geht auf Spurensuche und erzählt, was einst auf deutschen Richtplätzen wirklich geschah. Viele Mythen ranken sich bis heute um ehemalige Henkersplätze und Galgenhügel. Richtplatz-Archäologen treten an, um Fakten von Fiktion zu trennen. Mit detektivischem Spürsinn lassen die Forscher Schicksale von Verurteilten auferstehen, die vergessen schienen. Wie die Archäologin Marita Genesis oder der deutsche Historiker Jost Auler, der sich als "Galgenpapst" einen Namen gemacht hat. Ergebnisse aktueller Ausgrabungen lassen neue Schlüsse über die Rechtspraxis im Mittelalter und der frühen Neuzeit zu. Wie arbeitete die Justiz damals wirklich? Wie wurden Urteile vollstreckt, wie grausam waren die Hinrichtungen, und was ist über die Opfer bekannt?
Der Urknall soll aller Anfang sein: des Universums, unserer Erde, von uns Menschen. Doch noch ist längst nicht alles geklärt. Harald Lesch macht sich auf die Suche nach dem wahren Big Bang. Wissenschaft und Kirche ringen seit Jahrhunderten um die Frage nach dem Ursprung des Universums. Trotz Widersprüchen gibt es mehr Übereinstimmungen, als man denkt. Doch ein Rätsel bleibt: Welche Rolle spielt die geheimnisvolle Dunkle Materie? Alles, was existiert, geht aus einem unvorstellbar dichten, heißen Anfangszustand hervor - dem Urknall. Diese Vorstellung revolutionierte vor weniger als 100 Jahren die Astrophysik und stellte zugleich alte religiöse Schöpfungsbilder infrage. Lassen sich Naturwissenschaft und Glaube heute wieder vereinbaren? Obwohl die Big-Bang-Theorie vieles erklärt, bleiben entscheidende Fragen unbeantwortet: Wenn die Wucht des Urknalls das Universum auseinandertreibt - was hält es dennoch zusammen? Es muss etwas geben, das eine anziehende Kraft ausübt und die Entstehung der großräumigen Struktur des Kosmos ermöglichte. Forschende vermuten: Es ist Dunkle Materie, die einen Großteil der Masse im Universum ausmacht und deren Gravitation alles zusammenhält. Doch wie lässt sich etwas nachweisen, von dem man nichts weiß und das man nicht sehen kann? Im Laboratori Nazionali del Gran Sasso in Italien forscht man an der Dunklen Materie. Das Versuchslabor liegt 1400 Meter tief im Fels, um es vor jeglicher Störung abzuschirmen. Harald Lesch erkundet diesen Ort nahezu perfekter "Stille" und trifft Forscherinnen und Forscher, die dort nach Signalen suchen, die von Dunkler Materie stammen könnten. Harald Lesch zeigt, wie sich unser kosmisches Weltbild im Laufe der Geschichte verändert hat, und erlebt vor Ort, wie durch ungewöhnliche Experimente immer neue Kapitel in der Erforschung des Urknalls beginnen - des Ursprungs unseres Seins.
Kein Strom, keine Heizung, ein massiver Blackout legte Anfang 2026 Teile Berlins für Tage lahm. Wie sicher ist Deutschlands Stromnetz? Harald Lesch analysiert drei Blackout-Szenarien. Auch der große Stromausfall in Spanien und Portugal im April 2025 sorgt noch immer für Diskussionen. Binnen Sekunden brach die Stromversorgung zusammen. Welche Rolle spielten dabei die erneuerbaren Energien? Könnte auch uns solch ein Szenario drohen? Die Liste der großen Stromausfälle weltweit zeigt, zwischen 1965 und 2000 - also in 35 Jahren - ereigneten sich weltweit "nur" fünf große Stromausfälle. Anders sieht es ab 2000 bis heute aus: Innerhalb der letzten 25 Jahre ereigneten sich 28 Blackouts. Das sind fast sechsmal so viele. Welche Gründe gibt es dafür? Am 28. April 2025 geht nicht nur in Bezirken einer Hauptstadt, sondern in weiten Teilen Spaniens, Portugals, Südfrankreichs und sogar Marokkos das Licht aus. Mehrere Stunden dauert der Blackout: Ampeln funktionieren nicht mehr, Züge stehen still, das Mobilfunknetz ist lahmgelegt, Notstand in Krankenhäusern. Was war die Ursache des massiven Stromausfalls? Ein Cyberangriff konnte ausgeschlossen werden. Schließlich fand man heraus: Eine Kettenreaktion durch Überlastungen, ausgelöst von zu viel eingespeistem Strom aus erneuerbaren Energien und dadurch erzeugten Spannungsschwankungen im iberischen Stromnetz, führte zu dem Blackout. Mega-Blackouts durch Solar- und Windenergie? Bedeutet das eine Gefahr auch für unsere Stromversorgung in Deutschland? Wie kann unser Netz stabil bleiben, wenn wir bis 2045 komplett auf Solarstrom und Windenergie umstellen? In der Folge kommt es erneut zu heftigen Diskussionen über Deutschlands Energiepolitik. Ist die Rückkehr zu Kernkraftwerken und Strom aus fossilen Brennstoffen vielleicht doch die bessere Lösung? Wie sicher ist unser Stromnetz? Wie gut der Schutz auch vor Anschlägen und Cyberangriffen? Harald Lesch trifft Forschende, die an unserer zukünftigen Stromversorgung arbeiten, und lässt sich aus erster Hand zeigen, wie man Blackouts verhindern will.
Kriege, Klima, Inflation - wir leben im Zeitalter der Angst. Was macht das mit uns, und wer nutzt sie aus? Harald Lesch zeigt, wie wir die Angstspirale durchbrechen können. Angst scheint zum Grundgefühl unserer Zeit geworden zu sein. Medien und Politik verstärken sie - teils bewusst, denn Angst ist ein Machtinstrument. Doch es gibt Wege, die Kontrolle zurückzugewinnen und der ständigen Verunsicherung etwas entgegenzusetzen. Angst ist ein starkes Gefühl, das sich instinktiv einstellt, sobald wir Bedrohung wahrnehmen. Früher sicherte das unser Überleben, ließ uns vor Raubtieren fliehen oder vor Abgründen zurückweichen. Heute richten sich unsere Ängste jedoch oft auf diffuse Gefahren in einer ungewissen Zukunft. Sie werden zu einer Dauerbelastung, die unser Denken, Handeln und sogar politische Entscheidungen prägt. Warum hat Angst so viel Macht über uns - und wie verhindern wir, dass sie zur Waffe wird? In dieser Folge zeigt Harald Lesch, wie unser Gehirn auf Bedrohungen reagiert: von evolutionären Reflexen der Urzeit bis zu den Herausforderungen der digitalen Gegenwart. Wissenschaftliche Experimente machen sichtbar, warum Unsicherheit oft belastender ist als eine klare Gefahr - und wie politische Akteure diese Mechanismen gezielt nutzen, um Ängste zu schüren und Gesellschaften zu spalten. Zuspitzung, Übertreibung und einfache Antworten dienen ihnen als Werkzeuge, um Aufmerksamkeit und Einfluss zu gewinnen. Gemeinsam mit der Neurowissenschaftlerin Dr. Liya Yu blickt Harald Lesch ins Gehirn: Warum fällt uns der Umgang mit Unsicherheit so schwer? Weshalb reagieren manche Menschen stärker auf Bedrohungen als andere? Und wie hängt das mit politischen Einstellungen zusammen? Das Forschungsfeld der Neuropolitik liefert faszinierende Einblicke - und zeigt, wie biologische Faktoren Polarisierung begünstigen. Doch wie können wir uns gegen die Macht der Angst wappnen? Diese Folge präsentiert Wege aus der Angstspirale: von praktischer Vorsorge und Zivilschutz bis zu einer zentralen Fähigkeit für unsere Demokratie - Ambiguitätstoleranz, also dem Aushalten von Mehrdeutigkeit. Im Gespräch mit der politischen Theoretikerin Maike Weißpflug, inspiriert von Philosophin Hannah Arendt, wird deutlich: Nur gemeinsames Handeln und offene Debatten können verhindern, dass Angst unsere Gesellschaft spaltet. "Terra X Harald Lesch" geht einer der drängendsten Fragen unserer Zeit nach - wie wir lernen können, die Angst zu beherrschen, statt von ihr beherrscht zu werden.
Auf seinem Roadtrip folgt Harald Lesch den Spuren der klügsten Denker und Forscher der Wissenschaft. Wo sind die genialsten Ideen entstanden? Wie haben sie die moderne Forschung inspiriert? Harald Lesch hat sich schon als Kind gefragt, wie all das, was wir wissen, in die Welt kam. Auf seiner Reise öffnet er Türen in den schillernden Kosmos der Wissenschaft - angefangen von den Babyloniern über die Griechen bis hin zu den arabischen Gelehrten. Die Geschichte der Wissenschaft beginnt vor etwa 5000 Jahren mit den Sumerern und ihren systematischen Beobachtungen des Nachthimmels. Auf Basis ihrer Erkenntnisse entwickeln die Babylonier einen Kalender, mit dem sie Sonnen- und Mondfinsternisse genau berechnen können. Das ist die Geburtsstunde der Astronomie, der ersten Wissenschaft der Menschheit. Über Jahrtausende werden Himmelszeichen vor allem religiös gedeutet. Aber im 6. Jahrhundert vor Christus setzt sich in Griechenland eine neue Denkschule durch. Ihre Anhänger wie Thales, Heraklit, Platon oder Aristoteles wollen nicht nur glauben, sondern vor allem verstehen. Sie beobachten, denken nach und versuchen, Zusammenhänge in der Natur nach dem Prinzip "Ursache und Wirkung" theoretisch zu erklären. Archimedes hingegen ist ein anderer Forschertypus. Er gehört zu den genialen Erfindern, die Wissenschaft in praktische Erfindungen umsetzen. Zu seinen technischen Meisterwerken zählt die Archimedische Schraube. In diese Blütezeit fällt auch der weltberühmte Mechanismus von Antikythera, der seit Jahrzehnten erforscht wird. Harald Lesch besucht den britischen Mathematiker Tony Freeth. Er und sein Team haben wesentlich zur Entschlüsselung des Mechanismus beigetragen. Der nächste Stopp ist Alexandria, das schon bald nach seiner Gründung zur Hochburg von Wissenschaft und Technik wird. Als Weltwunder geht der Leuchtturm von Alexandria in die Geschichte ein, aber viel bedeutender ist das sogenannte Museion - eine Hochschule für Supergelehrte aus Griechenland, Ägypten, Persien und vielen Ländern mehr - mit einer riesigen Bibliothek, in der fast das gesamte Wissen der damaligen Welt bereitsteht: Astronomie, Medizin, Mathematik, Physik und Philosophie. Heute ersetzt ein moderner Bau den längst zerstörten Tempel des Wissens. Die Bibliotheca Alexandrina versteht sich als Plattform für Dialog, Offenheit, Toleranz und Akzeptanz, wie Dr. Marwa El-Wakil, die Leiterin der Forschungsabteilung, erklärt. Mit dem Christentum ändert sich das Verhältnis zur Wissenschaft grundlegend. Unter Kaiser Justinian gilt: Wahres Wissen kommt nur von Gott. Der Glaube zählt mehr als jede Vernunft. Er schließt die Akademien in Athen, lässt Lehrer vertreiben und Bücher vernichten. Zahlreiche Gelehrte verlassen den europäischen Kontinent. Aber sie nehmen viele Manuskripte mit, darunter auch Werke über Medizin. Vom persischen König in Gondishapur werden sie mit offenen Armen empfangen. An seiner Akademie unterhält er ein Krankenhaus, in dem Jungärzte nicht nur theoretisch, sondern auch praktisch ausgebildet werden. Im 9. Jahrhundert wird Bagdad zum Forschungshotspot. Dort beginnt eine neue Ära der Wissenschaft: Die Kalifen von Bagdad machen Wissenschaft zur Chefsache und fördern sie mit großzügigen Mitteln. Sie gründen das Haus der Weisheit - das bedeutendste Forschungsinstitut seiner Zeit, das zahlreiche Erfindungen hervorbringt. Im Gegensatz zum Christentum sieht der Islam Wissenschaft damals nicht als Bedrohung, sondern als Weg zu Gott. Für einen islamischen Gelehrten ist das Studium von Aristoteles, Platon und Co. eine fromme Pflicht. Denn nur wer die Naturgesetze versteht, begreift auch die Werke Gottes. Von Bagdad aus verbreitet sich die arabische Wissenschaft im ganzen Orient - besonders astronomische Studien liegen im Trend. Männer der Weisheit bringen ihre Ideen, Schriften und Erkenntnisse auch in die Stadt Fès im heutigen Marokko. Seit 859 gibt es dort eine Universität, die aus der al-Qarawiyin-Moschee und einer Koranschule hervorgegangen ist. Sie gilt als die älteste Hochschule der Welt - und sie wurde von einer Frau gegründet. Am Ende seiner Reise trifft sich Harald Lesch in Kairo mit drei Studentinnen der al-Azhar-Universität. Basama, Rahma und Asmaa studieren dort Mathematik, Chemie und Physik und erzählen Harald, wie Glaube und moderne Naturwissenschaft zusammengehen.
Wissenschaft kennt keine Grenzen, vorausgesetzt, es herrschen Offenheit und Denkfreiheit. Harald Lesch folgt den Wegen großer Denker und Erfinder und erklärt, wie sie die Welt veränderten. Harald Leschs Roadtrip beginnt in Córdoba, einer der Keimzellen des Goldenen Zeitalters der arabischen Wissenschaft. Von dort reist er über Fès, Istanbul und Venedig bis nach Cambridge - dem Ausgangspunkt der wissenschaftlichen Revolution der Neuzeit. Den Grundstein für die modernen Wissenschaften legen die alten Griechen. Durch Beobachten und Nachdenken formulieren sie die ersten Naturgesetze und revolutionieren das Verständnis von Natur und Logik. Bedeutende Denker wie Thales, Pythagoras, Aristoteles oder Archimedes liefern wegweisende Erkenntnisse über Astronomie, Mathematik, Philosophie und Medizin. Doch mit dem Christentum droht das Wissen der antiken Welt unterzugehen. Aufgehalten haben das arabische Gelehrte, die im Auftrag ihrer Herrscher beginnen, die alten Schriften zu bewahren, zu studieren und wissenschaftlich weiterzuentwickeln. Harald Leschs erster Stopp auf seinem "Wege des Wissens" ist Córdoba. Nach der Eroberung durch die Umayyaden wird die Stadt unter Abd ar-Rahman I. im 8. Jahrhundert zum multikulturellen Wissenszentrum in Europa. Er und seine Nachfolger buhlen um die klügsten Köpfe ihrer Zeit, und Moslems, Christen und Juden folgen ihrem Ruf. Im gemeinsamen Forschungsdrang gelingt es ihnen über religiöse und kulturelle Grenzen hinweg, ein goldenes Zeitalter der Wissenschaft zu begründen. Der Erfinder und Flugpionier Abbas ibn Firnas ist der erste große arabische Gelehrte aus Andalusien. Auch az-Zarqali ist ein gefragter Mann, nicht nur wegen seiner astronomischen Präzisionsinstrumente, sondern auch als führender Mathematiker. Und muslimische Ärzte sind Wegbereiter in der Augenheilkunde und in der Erfindung medizinischer Instrumente. Im 12. Jahrhundert aber setzt sich in Andalusien ein konservativer Islam durch, es wird gestritten, ob Glaube und Wissenschaft vereinbar sind. Anhänger der griechischen Vordenker wie der jüdische Gelehrte Maimonides oder auch der muslimische Denker ibn Ruschd müssen ins Exil ausweichen. Mit der Rückeroberung Spaniens ändern sich die Vorzeichen in Spanien. In Toledo werden christliche Gelehrte die treibende Kraft in Wissenschaft und Forschung. Harald Lesch lässt sich die Bedeutung der dortigen Übersetzerschule erklären, die wesentlich an der Übertragung griechischer und arabischer Texte ins Lateinische beteiligt war. Schon bald sind Klöster und Bibliotheken die neuen Zentren der Gelehrsamkeit. Und in Italien, Frankreich und England entstehen die ersten Universitäten Europas. In Köln ist es der Theologe und Naturwissenschaftler Albertus Magnus, der den Grundstein für die Universität legt. Trotz allem Wissensdursts im christlichen Europa bleiben die Araber auf vielen wissenschaftlichen Gebieten noch lange Vorreiter und beeinflussen die abendländische Forschung. Dazu gehört der Kartograf Al-Idrisi, der in Fès studiert hat und erstmals eine Karte entwickelt, die ein fast vollständiges Bild von Europa, Afrika und Asien zeigt und für die großen Entdecker wie Christoph Kolumbus unersetzlich ist. In Italien profitiert Leonardo Fibonacci, der auf seinen Handelsreisen die indisch-arabischen Zahlen kennenlernt und sie mit seinem "Buch der Rechenkunst" in der westlichen Welt populär macht. Auf seinen Erkenntnissen beruht die Entwicklung des Bankgeschäfts in Städten wie Pisa, Florenz und Venedig. Dass Wissenschaft keine Grenzen kennt, dafür sorgt nicht zuletzt ein internationales Netzwerk von Gelehrten, dem sich auch Nikolas Kopernikus im polnischen Frombork verpflichtet fühlt. Mit seiner Theorie vom heliozentrischen Weltbild revolutioniert er die Forschung - allerdings zunächst nur auf dem Papier. Den Beweis tritt erst Galileo Galilei, der Vater der modernen Astronomie, an. Er kann überzeugend belegen, dass die Erde um die Sonne kreist und nicht umgekehrt. Während die westliche Wissenschaft in die Zukunft eilt, verliert die arabische Forschung zunehmend an Strahlkraft. Verantwortlich ist der Buchdruck, den muslimische Herrscher über Jahrhunderte für sämtliche gelehrte und religiöse Texte aus ihrem Kulturkreis ablehnen. Damit verzögert sich die Verbreitung neuer Erkenntnisse. Im 17. Jahrhundert entstehen überall in Europa Kaffeehäuser wie das "Grecian Coffee House" in London. Dort trifft sich die Forscherelite, darunter auch der berühmte Isaac Newton. Er wird 1703 Präsident der Royal Society, die aus den wissenschaftlichen Kaffeekränzchen im "Grecian" entsteht. Isaac Newton verkörpert den Höhepunkt der wissenschaftlichen Revolution der Neuzeit. Aber kritische
Gibt es außerhalb der Erde intelligentes Leben im Universum? Was ist dran an Ufo-Sichtungen? Prof. Harald Lesch nimmt uns mit auf eine spannende Spurensuche. In unserem Universum gibt es Abermilliarden Sterne. Viele davon ähneln unserer Sonne und werden wie sie von Planeten umkreist. Können wir da wirklich die einzigen intelligenten Lebewesen im All sein? Haben uns "die anderen" vielleicht sogar schon besucht? In dieser Folge von "Terra X: Die großen Fragen" geht Prof. Harald Lesch einer der spannendsten Fragen der Menschheit nach: Sind wir allein im Universum? Was lehren uns die unterschiedlichen historischen, kulturellen und wissenschaftlichen Perspektiven auf diese Frage? 2017 gingen Videoaufnahmen von Piloten des US-Militärs um die Welt: Sie zeigen Objekte, die sich mit hoher Geschwindigkeit am Himmel bewegen. Das Pentagon bestätigt später die Echtheit der Videos - doch von außerirdischen Objekten spricht es nicht. Ufo-Gläubige misstrauen den offiziellen Stellungnahmen - immerhin hat das US-Militär schon in der Vergangenheit so einiges verschwiegen. Jenseits aller Spekulationen erforschen Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen, wie wahrscheinlich außerirdisches Leben tatsächlich ist. 2020 wurde der Planet Kepler-1649c entdeckt. Er ist etwa so groß wie die Erde und umkreist seinen Stern in einer Entfernung, die lebensfreundliche Temperaturen ermöglicht. Wird es uns eines Tages gelingen, außerirdisches Leben nachzuweisen - echte Aliens? Benannt ist Kepler-1649c nach Johannes Kepler, einem Astronomen, der Anfang des 17. Jahrhunderts gewirkt hat. Die Gesetze der Planetenbewegung, die Kepler beschrieben hat, sind bis heute gültig. Doch der Astronom war auch einer der Ersten, die sich Gedanken darüber gemacht haben, wie Aliens aussehen könnten. Seine Überlegungen faszinieren noch heute. Anhänger der Prä-Astronautik sind überzeugt, Aliens wären schon längst auf der Erde gewesen. Sie deuten archäologische Funde wie die "Goldflieger" aus Kolumbien oder den Grabstein von Palenque als Beweise für außerirdische Technologie. Doch die Archäologie hat andere Erklärungen. Ob Ufo-Gläubige, Forschende oder schlicht Fans der Alien-Popkultur - sie alle eint die Sehnsucht nach Gesellschaft im Universum. Eine Sehnsucht, die uns sogar Botschaften ins All schicken lässt. Die Voyager-Sonden, die eine Wegbeschreibung zu uns an Bord haben, haben inzwischen unser Planetensystem verlassen. Aber ist es überhaupt klug, auf uns aufmerksam zu machen? Harald Lesch nimmt die Zuschauerinnen und Zuschauer mit auf eine fantastische Erkenntnisreise, illustriert durch Geschichten über Kanäle auf dem Mars, Lebewesen, die im antarktischen Eis leben, und Philosophen, die an der Intelligenz der Aliens zweifeln. Dabei schwingt immer auch die Frage mit, wie wir unsere eigene Rolle im Universum definieren.
Ist alles vorherbestimmt? Harald Lesch geht dem Schicksal auf den Grund - zwischen antiken Mythen, moderner Wissenschaft und den Geheimnissen des Zufalls. Ist unser Leben ein vorgezeichneter Weg, eine Kette von Zufällen oder die Summe unserer Entscheidungen? Seit Jahrtausenden suchen Menschen nach Antworten, ob in Astrologie, Religion oder Wissenschaft. Welche Bedingungen bestimmen unser Leben? In dieser Folge von "Terra X - Die großen Fragen" begibt sich Harald Lesch auf eine Reise durch Wissenschaft, Philosophie und Geschichte, um das Rätsel des Schicksals zu entschlüsseln. Es sind die unvorhergesehenen, die unwahrscheinlichen Lebensereignisse, die uns an eine Bestimmung glauben lassen. So wie die Geschichte von Violet Jessop, die drei Schiffsunglücke überlebte, obwohl sie nie schwimmen gelernt hatte. Kann so etwas Zufall sein? Schon die alten Griechen glaubten an ein unentrinnbares Schicksal, gelenkt durch die Schicksalsgöttinnen. Die Weissagungen des Orakels von Delphi galten als ein Blick in eine vorherbestimmte Zukunft. Legenden wie die von König Ödipus erzählen davon, dass nicht einmal die mächtigsten Menschen ihrem Schicksal entgehen konnten. Die Naturwissenschaft scheint ebenfalls eine Art Schicksal zu kennen: die Naturgesetze. Wenn alle Ereignisse im Universum eine Kette von Ursache und Wirkung sind, dann ist auch der Verlauf unseres Lebens vorherbestimmt. Doch wie passt die Chaostheorie in dieses Bild? Lassen die Naturgesetze doch Spielraum für echte Zufälle, für individuelle Freiheit? Wie viel Kontrolle haben wir über unser Leben? Experimente zeigen, dass Menschen ihren Beitrag zu ihrem Erfolg oft überschätzen, dass glückliche Fügungen eine größere Rolle spielen, als uns bewusst ist. Unsere Gene und unsere Herkunft suchen wir uns nicht aus - doch sie bestimmen den Verlauf unseres Lebens mehr, als uns lieb ist. Wie viel Einfluss haben wir auf unser Schicksal? Anhand verblüffender Experimente, philosophischer Betrachtungen und alltäglicher Erfahrungen zeigt Harald Lesch, ob es so etwas wie ein Schicksal geben kann - oder ob wir doch unseres eigenen Glückes Schmied sind.
Die Frage entfesselt Kriege, lässt Philosophen verzweifeln und kann uns tief erschüttern: Gibt es Gott? Harald Lesch findet in der Wissenschaft verblüffende Antworten. Lässt sich das Universum ohne Gott überhaupt denken? Oder werden Naturgesetze und unser Leben von einer "höheren Macht" bestimmt? Bis heute versuchen große Denker immer wieder, Gott näher zu kommen. Manche sind sicher: Seine Existenz ist längst bewiesen. In dieser Folge "Die großen Fragen" will Harald Lesch nicht weniger, als die vielleicht bedeutendste aller Fragen beantworten. Was kann die Wissenschaft über Gott sagen - und was nicht? Das Universum scheint wie für uns geschaffen: Galaxien, Sterne, Planeten - und damit auch unsere Erde - könnten nicht existieren, wenn die Naturgesetze nur ein klein wenig anders wären. Ist das ein Beweis für einen göttlichen Plan? Ist es vorstellbar, dass die komplexen Lebensformen auf der Erde sich ganz ohne Lenkung von außen selbst organisieren? Oder sind wir auf einem Irrweg, wenn wir versuchen, Gottes Existenz durch sein Wirken zu belegen? Kann unser Geist Gott erkennen - oder erweist sich alles nur als Hirngespinst? Auf der Suche nach einer Antwort lässt Harald Lesch sein eigenes Gehirn durchleuchten - und lernt dabei viel über Gott, sich selbst und die menschliche Natur. Kann es einen echten Beweis für Gottes Existenz überhaupt geben? Seit der Antike suchen Theologen, Philosophen und Naturwissenschaftler nach einem stichhaltigen Beweis. Der österreichische Mathematiker Kurt Gödel formulierte den wohl komplexesten dieser Beweise, geschrieben in der Sprache der Logik. Mithilfe eines Computers konnte bestätigt werden: Gödels Beweis ist tatsächlich folgerichtig. Ist die Existenz Gottes damit bewiesen? Sind Wissenschaft und Religion ein Widerspruch, der nicht aufzulösen ist, oder lassen sie sich doch versöhnen? Harald Lesch blickt mit den Zuschauern sowohl in die Tiefen des Alls als auch in den Mikrokosmos der ganz kleinen Organismen. Er zeigt wundersame Begegnungen und tiefe Einblicke in das menschliche Bewusstsein. Er erzählt die Geschichte von den frühesten Zeugnissen der Götterverehrung in der Steinzeit bis zu den neuesten Versuchen, die Existenz Gottes mithilfe künstlicher Intelligenz zu beweisen. Eine abenteuerliche Suche nach dem Schöpfer selbst.
Lässt sich die Existenz der Seele beweisen? Harald Lesch prüft die wissenschaftlichen, philosophischen und religiösen Theorien - und findet überraschende Antworten. Es ist eine Frage, die uns tief im Inneren berührt: Gibt es etwas, das unseren Tod überdauert? Die Suche nach einer Antwort führt von experimentellen Versuchen, die Seele zu wiegen, über spirituelle Traditionen bis hin zur modernen Hirnforschung. In der neuen Folge von "Terra X - Die großen Fragen" widmet sich Harald Lesch einem der ältesten und faszinierendsten Themen der Menschheit: der Seele. Ist sie die unsterbliche Essenz unseres Seins oder nur ein Symbol für den menschlichen Wunsch nach Unsterblichkeit? Gibt es etwas in uns, das über unseren Tod hinaus weiter existiert, oder ist unser Ich nur eine flüchtige Illusion, geschaffen von unserem Gehirn? Harald Lesch beleuchtet das berühmte "21-Gramm-Experiment", das einst das Gewicht der Seele bestimmen wollte, und zeigt, wie sich die Vorstellung einer Seele über die Epochen und Kulturen hinweg verändert hat. Von den westlichen Philosophen Aristoteles und Descartes bis zu den östlichen Weisheitslehren - was lässt sich heute aus ihren Überlegungen lernen? Haben Tiere eine Seele? Wie hängt sie mit unserem Bewusstsein zusammen? Wenn unser Denken und Fühlen nur das Ergebnis biochemischer Prozesse ist - kann dann trotzdem ein Teil von uns unabhängig von unserem Körper existieren? Erfahrungsberichte von Menschen, die dem Tod nur knapp entronnen sind, scheinen das zu bestätigen: Die Betroffenen berichten, während ihrer Nahtoderfahrung ihren Körper verlassen zu haben, sie beschreiben ein helles Licht und ein Gefühl vollkommenen Glücks. Haben sie den Moment erlebt, in dem ihre Seele den Körper verlassen hat? Heute soll künstliche Intelligenz bei der Suche nach der Seele helfen. Studien zur Visualisierung von Träumen mithilfe von KI öffnen ein Fenster zu unserem Unterbewusstsein - kommen wir so der Seele auf die Spur? In faszinierenden Bildern und Gesprächen mit Experten zeigt Harald Lesch, was Wissenschaft, Religion und Philosophie über den Kern des Menschseins zu sagen haben. Und er lädt die Zuschauer ein, über das eigene Selbstverständnis nachzudenken.
Juni 1904 - Hilbrand Gringhuis geht im Weerdinger Moor seiner Arbeit als Torfstecher nach, als er zwei dicht nebeneinanderliegende Leichen entdeckt. Opfer eines Doppelmordes? Der herbeigerufene Dorfpolizist stellt fest: Die Toten sind ihrem Zustand nach vor langer Zeit gestorben. Ihre Haut ist ledrig und die Knochen fast ganz aufgelöst. Die Neuigkeit vom Fund macht im niederländischen Weerdinge schnell die Runde. Da die kleinere Mumie auf dem rechten Arm der größeren Mumie liegt, hält man die beiden lange für ein Ehepaar und nennt sie fortan Herr und Frau Veenstra. Die mumifizierten Toten werden schließlich dem Drents Museum in Assen übergeben, wo sie sich noch heute befinden. Dort versucht man seit mehr als 120 Jahren, den Geheimnissen des etwa 2000 Jahre alten Mumienpaares auf die Spur zu kommen. Wer waren die beiden, und warum wurden sie im Moor versenkt? Ein großer Schnitt in der Brust der größeren Mumie deutet darauf hin, dass sie einen gewaltsamen Tod fand. Auf die kleinere Mumie trifft das vermutlich auch zu. Aber was war der Grund dafür? War es kaltblütiger Mord? Wurden die beiden für ein Verbrechen bestraft? Für eine verbotene Liebe? Oder wurden sie im Rahmen eines Rituals geopfert? Zwischen Mythos und Wissenschaft: Moorleichen erzählen von Gewalt, Ritualen und falschen Legenden. Moderne Untersuchungsmethoden liefern Hinweise auf Geschlecht, Alter, Datierung und Verletzungen.
Als Arbeiter 1835 in Dänemark auf die Leiche einer Frau stoßen, gehen sie zunächst von einem Verbrechen oder einem Vermisstenfall aus. Doch dann nimmt alles eine unerwartete Wendung. Nach der Untersuchung im Krankenhaus von Vejle steht fest: Die Tote ist vor langer Zeit gestorben. Daraufhin macht eine faszinierende Geschichte über ihre Identität die Runde. Wurde im Moor nahe des Gutshofs Haraldskär eine Wikinger-Königin geborgen? Der dänische Historiker Niels Matthias Petersen ist überzeugt, dass es sich bei der Frau um Königin Gunhild aus dem 10. Jahrhundert handelt, die der Legende nach vom dänischen König Harald I. "Blauzahn" nach Dänemark gelockt, getötet und im Moor versenkt wurde. Diese Deutung ist so populär, dass König Friedrich VI. sie bald nach ihrem Auffinden in einem Kiefernholzsarg in der Kirche von Vejle beisetzen lässt. Doch es gibt auch Gegenstimmen. Nach Auffassung des jungen Archäologen Jens Jacob Asmussen Worsaae stammt die Tote aus der Eisenzeit und könnte Opfer einer rituellen Tötung gewesen sein. Aus welcher Epoche sie stammt, kann lange Zeit nur spekuliert werden. 1977 soll eine Altersbestimmung mittels Radiokohlenstoffdatierung Gewissheit bringen. Laut dieser Untersuchung stammt die Tote aus der vorrömischen Eisenzeit. Eine neuere Messung datiert eine Probe mit hoher Wahrscheinlichkeit in den Zeitraum 409 bis 263 vor Christus; eine weitere Probe ergab 200 bis 50 vor Christus. Eines belegen die Untersuchungen allerdings eindeutig: Die Frau fand einen gewaltsamen Tod. Kann die Wissenschaft das Rätsel um die mysteriöse Tote von Haraldskär lösen? Zwischen Mythos und Wissenschaft: Moorleichen erzählen von Gewalt, Ritualen und falschen Legenden. Moderne Untersuchungsmethoden liefern Hinweise auf Geschlecht, Alter, Datierung und Verletzungen.
Im Mai 1897 arbeiten zwei Torfstecher im Moor in der Nähe des niederländischen Ortes Yde, als sie auf die Überreste einer Moorleiche stoßen. Neun Tage nach dem Fund informiert der Bürgermeister das Provinzialmuseum in Assen. Die folgenden Untersuchungen ergeben, dass es sich um die Leiche eines etwa 15- bis 16-jährigen Mädchens handelt. Sie wird bis heute das "Mädchen von Yde" genannt. Fast ein Jahrhundert nach ihrer Entdeckung liefern moderne Untersuchungsmethoden neue Erkenntnisse über das Mädchen und seinen Tod. Warum hatte das Mädchen einen zur Hälfte kahlen Schädel? Warum wurde sie so brutal getötet? Und wie mag ihr kurzes Leben im Alltag ausgesehen haben? Dank Radiokarbonuntersuchungen lässt sich feststellen, dass sie zwischen 42 vor Christus und 59 nach Christus gelebt hat. Zu dieser Zeit fanden die römischen Feldzüge in Germanien statt. Einige niederländische Experten vermuten, dass ihr Tod im Zusammenhang mit der römischen Invasion stehen könnte und sie den Göttern geopfert wurde. Zu Beginn der 1990er-Jahre wird eine Gesichtsrekonstruktion für die Moorleiche angefertigt. Sie zeigt ein junges Mädchen im Teenageralter. Durch die Rekonstruktion wurde das "Mädchen von Yde" zu einer der berühmtesten Moorleichen Europas. Zwischen Mythos und Wissenschaft: Moorleichen erzählen von Gewalt, Ritualen und falschen Legenden. Moderne Untersuchungsmethoden liefern Hinweise auf Geschlecht, Alter, Datierung und Verletzungen.
1959 entdecken Torfstecher bei Dätgen in Schleswig-Holstein die kopflose Leiche eines Mannes. Sein Kopf wird erst Monate später im Moor gefunden - drei Meter vom Leichenfundort entfernt. Der Mann wurde nicht nur enthauptet, sondern auch erstochen und mit spitzen Holzpfählen fest im Moor verankert. Wer ist der Unbekannte aus der fernen Vergangenheit? Warum wurde er so grausam getötet? Und welche rituelle Bedeutung hatte seine Niederlegung im Moor? Als die Moorleiche entdeckt wird, halten die Torfstecher sie zunächst für einen Tierkörper, doch schnell wird klar, dass es sich bei dem Fund um einen Menschen handelt. Leider wird die Leiche unter anderem bei der Ausgrabung und anschließenden Konservierung beschädigt. Immerhin ergibt die Radiokarbondatierung, dass der Mann von Dätgen in der sogenannten Römischen Kaiserzeit gestorben ist, irgendwann zwischen den Jahren 135 und 385 nach Christus. Ein im Moor erhalten gebliebener Haarknoten könnte außerdem darauf hinweisen, dass er in seiner Gemeinschaft einen hohen Rang einnahm. Doch über die Hintergründe seiner brutalen Tötung lässt sich nur spekulieren: Hatte er sich unter seinen Leuten Feinde gemacht? Handelt es sich vielleicht sogar um ein Menschenopfer, um die Götter zu besänftigen? Und was haben seine Niederlegung im Moor, die Enthauptung und die spitzen Holzpfähle mit dem Glauben der damaligen Menschen und dem Mythos vom Wiedergänger zu tun? Zwischen Mythos und Wissenschaft: Moorleichen erzählen von Gewalt, Ritualen und falschen Legenden. Moderne Untersuchungsmethoden liefern Hinweise auf Geschlecht, Alter, Datierung und Verletzungen.
Unglaublich: Acht der zehn erfolgreichsten Spielfilme aller Zeiten handeln vom Fantastischen. Der Filmpionier George Me?lie`s bringt als Erster fantastische Geschichten auf die Leinwand. Und geht damit pleite. In den 1950ern werden Fantasyromane als Trivialliteratur für Kinder und Träumer abgetan. Und in den 1980ern fristen Rollenspieler, die sich auf deutschen Schulhöfen gebannt über "Das Schwarze Auge" beugen, meist ein Dasein im Abseits. Doch bald wird aus der Nischen-Industrie für B-Movies und Jugendliteratur innerhalb weniger Jahre ein milliardenschweres Geschäft. Das Fantasy-Epos "Game of Thrones" zum Beispiel ist die teuerste Serie aller Zeiten. Wo liegen die Ursprünge der Fantasy? Und was fasziniert uns daran so sehr? Der erste Teil der Dokumentationsreihe "Die Geschichte der Fantasy" untersucht den Helden und wie sich sein Bild im Laufe der Zeit verändert. Steht die Heldenfigur auch für die Gesellschaft, in der wir leben? Die archetypischen Fantasy-Charaktere durchleben oft dieselbe Reise. Heldengeschichten aus aller Welt folgen mehr oder weniger dem gleichen Erzählmuster. Doch gibt es auch den Gegenentwurf: Die Regisseurin Vicky Jenson hat zusammen mit Andrew Adamson den wohl liebenswertesten Antihelden für die Leinwand adaptiert. Der einzelgängerische Oger Shrek ist all das, was ein klassischer Fantasy-Held nicht ist. Die Welt von "Shrek" ist der düstere Gegenentwurf zu den zuckersüßen Märchenfilmen à la Disney - ein Königreich voller Selbstreflexion und Sarkasmus.
Diese Folge der Dokumentationsreihe "Die Geschichte der Fantasy" zeigt und analysiert die Welten des Fantasy-Genres. Die Handlungen der Filme und Serien entführen in zauberhafte Reiche. Der Film trifft rätselhafte Wesen und lässt sich von magischen Gegenständen verzaubern. Viele der Geschöpfe gehen zurück auf uralte Legenden und Mythen. Um attraktiv zu bleiben, müssen sie sich den aktuellen gesellschaftlichen Begebenheiten anpassen. So spiegeln die fantastischen Welten auch unsere reale Welt wider, sind Metaphern für unsere Gesellschaft. Ein Beispiel bietet J. R. R. Tolkien, Autor von "Der Herr der Ringe". Er hat die Industrialisierung Anfang des 20. Jahrhunderts am eigenen Leib erlebt. Dass Hobbingen und Mordor so gegensätzlich gezeichnet sind, steht für die sozialen und ökologischen Umwälzungen dieser Zeit. Einer der erfolgreichsten Fantasyautoren Deutschlands, Wolfgang Hohlbein, erzählt anhand einer neu entworfenen Geschichte mehr über die Zauberwelten des Genres. Im Reich der Fantasy herrschen keine Regeln, wie wir sie kennen. Fantasyautoren verwenden viel Zeit darauf, neue Gesetze zu entwickeln. Sie erfinden zum Beispiel Sprachen mit eigener Grammatik, um die magischen Welten glaubwürdig wirken zu lassen. Fantasy-Welten sind von den sonderbarsten Wesen bevölkert: Zwergen, Orks, Feen, Trollen und Drachen. Die Liste scheint endlos. Woher nehmen Macher des Genres wie George R. R. Martin ihre Inspiration, und wie erwecken sie diese zum Leben?
Im alten Ägypten dient die Sphinx als Verkörperung der mächtigen Pharaonen. Aber warum lassen sie sich als Wesen darstellen, das neben ihrem eigenen Kopf den Körper eines Löwen besitzt? Die Große Sphinx von Gizeh ist die berühmteste. Im antiken Griechenland wird der positive, gottähnliche Charakter der Sphinx jedoch umgedeutet. Dort gilt sie als menschenfressendes Monster, das überaus bedrohlich ist. Wie ist dieser Wandel zu erklären? Vor Tausenden von Jahren gehört die Sphinx zu den beliebtesten mythologischen Wesen in der Alten Welt. Sie ist nicht nur in Einzelfiguren erhalten, sondern auch in Form einer ganzen Armee: Die Prachtstraße zwischen den Tempelanlagen von Luxor und Karnak säumen mehr als 600 dieser Mischwesen, die den mächtigen ägyptischen Gott Amun-Re bei Prozessionen schützen sollen. Wissenschaftler versuchen, die Bedeutung der Sphinx für die Ägypter zu rekonstruieren. Sie stützen sich dabei auf Inschriften in den Tempelanlagen oder auf Steinen, die bei anderen Ausgrabungen gefunden wurden. Für die alten Ägypter sind die Sphinx-Statuen lebendige Wesen und edle Wächter. Doch die Griechen sehen sie Jahrhunderte später als bösartige, menschenfressende Monster. Was steckt hinter dieser radikal anderen Interpretation?