Kein anderes Objekt im Weltall ist so energiereich und groß wie die supermassiven Schwarzen Löcher, die scheinbar in jeder Galaxie zu finden sind, so wie auch im Zentrum der Milchstraße. Supermassive Schwarze Löcher befinden sich im Zentrum vieler Galaxien. Niemand weiß genau, woher sie kommen und wie sie so groß werden. Fressen sie Antimaterie, oder entstehen sie aus sterbenden Sternen? Und könnten sie der Anfang allen Ursprungs sein? Schwarze Löcher gibt es überall im Universum - im Zentrum fast jeder Galaxie sind sie zu finden. Das supermassereiche Schwarze Loch im Zentrum unserer Milchstraße trägt den Namen Sagittarius A*. Seine Masse entspricht vier Millionen Sonnenmassen. Aber im Vergleich zu anderen entsprechenden Objekten ist es geradezu winzig. Supermassive Schwarze Löcher verschlingen Sterne und spielen mit ihrem massiven Energiefeld eine zentrale Rolle in Galaxien. Sie sind die Giganten des Universums. Aber wie erreichen diese rätselhaften Formationen diese Größe? Die Forscher können nur spekulieren, da es bislang nur sehr verschwommene Aufnahmen von Schwarzen Löchern gibt. Wie werden Sterne geboren, welche Gefahren gehen von Schwarzen Löchern aus, und wie funktioniert das Universum wirklich? Diese Wissenschaftsreihe nimmt die Zuschauerinnen und Zuschauer mit auf eine Reise in die Tiefen des Kosmos. Jede Folge befasst sich mit einem spannenden Themengebiet der Astronomie und zeigt Errungenschaften der modernen Weltraumforschung. Von fernen Sonnensystemen über Dunkle Materie bis zu den Elementen, die vor vielen Milliarden Jahren entstanden sind. Die Geschichte des Universums liegt oft unter Alltäglichem verborgen.
Der Astrophysiker Harald Lesch bereitet Themen aus verschiedenen Wissenschaftsbereichen für die Zuschauer allgemein verständlich und mit einem Augenzwinkern auf.
Das Format bietet Einblicke in die Welt der Muslime in Deutschland. Von konservativ bis liberal, von politisch über kulturell bis religiös oder theologisch sind alle Lebenseinstellungen zu finden.
Kritisch, investigativ und unerschrocken - das ZDF-Politmagazin bietet Reportagen, Analysen und Hintergründe zu den aktuellen Themen aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. "frontal" ist unabhängig und keinem verpflichtet. Denn für das Magazin zählen Meinungsvielfalt, klare Standpunkte und der kritische Blick im Interesse der Zuschauer. Die Reporter decken Missstände auf und liefern Fakten, die andere lieber verbergen wollen.
Der 3. November könnte zum Tag der Abrechnung mit der Politik von US-Präsident Donald Trump werden. Dann stehen die Midterms an, die Zwischenwahlen. Sie gelten als Abstimmung über die Politik des Präsidenten - und liefern ein Bild von der politischen Stimmungslage in den USA. Wie zufrieden sind die Menschen in den USA mit Donald Trump, und was heißt das Ergebnis für ihn und seine Politik? Was sind die wichtigsten Themen für die Wähler? Welche Rolle spielen die hohe Inflation, der Krieg gegen Iran, die für viele Amerikaner unbezahlbare Gesundheitsvorsorge und das Thema Immigration an der Wahlurne? Das "auslandsjournal" berichtet in einem 45-minütigen "auslandsjournal spezial: Midterms - Amerika hat gewählt" live aus Washington. Shakuntala Banerjee begrüßt an ihrem Set mit Blick auf das Kapitol hochkarätige Expertinnen und Experten. Was bedeutet das Ergebnis für Donald Trump? Wie verändert es die amerikanische Politik, womöglich auch bei Zöllen, Handel und in der Kooperation mit Deutschland? Zusammen mit ZDF-Studioleiter Elmar Theveßen und Reporterinnen und Reportern in verschiedenen Bundesstaaten ordnet Shakuntala Banerjee die Ergebnisse ein.
Alison bevorzugt Männer afrikanischer Herkunft, um kulturelle Differenzen zu vermeiden. Doch mit Dominik, ihrem deutschen Partner ohne religiösem Hintergrund, wagt sie neue Wege. Früher wollte Alison nur schwarze Männer, besser noch, nur Männer aus dem Kongo daten, weil sie sich bei ihnen nicht erklären muss. Sie schätzt es, dass diese Männer ihre Kultur, Werte und Normen verstehen und nichts hinterfragen. In einer Gesellschaft, die sich mit anderen Kulturen immer noch häufig überfordert zeigt, wollte sie eine Beziehung, in der das kein Thema ist. Als sie Dominik kennenlernt, ändert sich das. Er stellt keine komischen Fragen, sondern begegnet ihr offen, interessiert und zeigt sich aware. Vor ihm hat sie nicht das Gefühl, sich erklären zu müssen. Trotzdem verläuft ihr Kennenlernen eher holprig. Erst ein Jahr, nachdem die beiden sich zum ersten Mal gesehen haben, haben sie ihr erstes richtiges Date. Schnell merken sie, dass sie mehr füreinander fühlen, verlieben sich, aber Dominik steht kurz vor einem Auslandssemester. Trotzdem wagen es die beiden und führen zunächst eine Fernbeziehung. Tägliche Face-Time-Anrufe retten sie durch diese Monate. Als Dominik zurück in Deutschland ist, könnte ihre Beziehung so richtig losgehen, wenn da nicht Alisons konservative Familie wäre. Nicht einmal von ihrem vorherigen Freund, der kongolesische Wurzeln hatte, hat sie ihnen erzählt. Alison ist eines von sechs Geschwistern. Sie hat große Angst, sich ihrer Familie zu öffnen, denn auch für sie ist diese Beziehung ein Experiment. Bevor sie ihren Eltern von einem Mann erzählt, geschweige denn ihn vorstellt, muss sie sicher sein, dass er der Mann fürs Leben ist. Dominiks Familie hingegen lernt sie bereits kennen, als die beiden noch nicht einmal ein Paar sind. "Ich wusste nicht, was ich davon halten soll. Das hat mir das Gefühl gegeben, er meint es nicht ernst." Doch Dominik meint es ernst, und schließlich traut sich auch Alison nach zwei Jahren, ihren Eltern von Dominik zu erzählen. Allen Bedenken, allen Sorgen zum Trotz folgt nach dem ersten Kennenlernen die große Erleichterung: Alisons Eltern lieben Dominik. Mittlerweile lernt er französisch und interessiert sich sehr für die kongolesische Kultur. Alisons Mutter bringt ihm sogar ein traditionelles Rezept via Videocall bei. Dominik und Alison wissen, eine interkulturelle Beziehung zu führen bedeutet, sich ständig auf neue Perspektiven und Herausforderungen einzulassen. Dominiks aktuelle Herausforderung ist es, zu lernen, mit Afrohaaren umzugehen, damit die Pflege der Haare von künftigen gemeinsamen Kindern nicht nur Alisons Aufgabe ist.
Ein Social-Media-Trend, bei dem männliche Teenager und junge Erwachsene alles dafür tun, ihr Aussehen zu perfektionieren. Die Methoden dafür sind oftmals drastisch - und gefährlich. Bei manchen geht das Looksmaxxing zudem mit Selbst- und Frauenhass einher. Filmemacher Ben Zand hat ein Jahr lang in der bizarren Szene recherchiert. Er trifft Looksmaxxer, die überzeugt sind, nur besonders attraktive Männer hätten Erfolg im Leben und bei Frauen. Darunter der 20-jährige Finn, der viele Stunden am Tag in Looksmaxxing-Foren verbringt. Um männlicher zu wirken und sein Gesicht zu modellieren, spritzt er sich verschreibungspflichtige Medikamente. Oder Influencer Austin Wayne, der auf seinen Plattformen Tipps zur Selbstoptimierung gibt und seinen Anhängern auch persönliche Coachings anbietet, selbstverständlich gegen Bezahlung. Während Austin Wayne vor allem Maßnahmen wie Sport und die richtige Hautpflege propagiert, greifen andere Looksmaxxer zu extremeren Maßnahmen. Das reicht von der Bearbeitung der Gesichtsknochen mit einem Hammer bis hin zur kosmetischen Operation. So wie "LT", der unerkannt bleiben will. Ben Zand trifft ihn im polnischen Warschau. Um acht Zentimeter an Körpergröße zu gewinnen, hat er sich die Beine operativ verlängern lassen - ein langwieriger, teurer und extrem schmerzhafter Eingriff. In London spricht Zand mit "Adonis". In Videochats lässt der 18-Jährige seinen Körper von fremden Frauen bewerten. Er ist davon überzeugt, dass die weibliche Partnerwahl nur auf zwei Faktoren basiert: Geld oder guten Genen. Oftmals ist diese Überzeugung allerdings gepaart mit einem antiquierten, traditionellen Frauenbild bis hin zur Verachtung von Frauen.
Filler, Botox, knallharte Sportroutinen und riskante OPs. Frauen gehen sehr weit für ihre Schönheit in Zeiten, in denen der Druck, endlich perfekt auszusehen, nie größer war. Schöner, glatter, dünner - der Druck, perfekt zu sein, bestimmt das Leben vieler Frauen. Nie gab es mehr Schönheitseingriffe als heute. Die Doku begleitet Frauen, die teils große Risiken eingehen und viel Zeit und Geld investieren, um ihren Körper zu optimieren. In einer Welt, in der Social Media zum Alltag gehört und die Grenzen zwischen realen und künstlich veränderten Menschen und Bildern verschwimmen, stehen vor allem junge Frauen unter dem Druck, unerreichbaren Idealen von Schönheit zu entsprechen. Die Dokumentation "Make me beautiful - Perfekt um jeden Preis" zeigt, wie gesellschaftliche Erwartungen, Medien, Unternehmen und Social Media das Selbstbild einer ganzen Generation prägen - und wie weit die Frauen bereit sind, im Namen der Schönheit zu gehen. Den Wunsch, schön zu sein, teilen alle Protagonistinnen des Films. Paula, eine junge Sportinfluencerin in den Startlöchern ihrer Social-Media-Karriere, versucht, dem perfekten Fitness-Ideal zu entsprechen, und geht dabei streng mit sich ins Gericht, wenn mal eine Trainingseinheit ausfallen muss. Reality-TV-Star Melody nimmt gefährliche Operationen in Kauf, um ihr Aussehen immer weiter zu optimieren. Für sie ist der Weg zum "perfekten Körper" ein nie endender Prozess. Alexandra und ihre Freundinnen zeigen, wie selbstverständlich Botox und andere kosmetische Eingriffe für sie zum Alltag gehören. Die 15-jährige Influencerin Isi erfährt beim Arztbesuch von den dramatischen Konsequenzen der zahlreichen Produkte, die sie in ihren Pflegeroutinen verwendet. Die Protagonistinnen sprechen offen über ihren Alltag, ihre Routinen und Grenzerfahrungen. Sie zeigen, was sie im Namen der eigenen Optimierung tun. Sie erzählen, warum. Und sie sagen selbst, was sie daran begeistert und wo sie ins Grübeln kommen. Kein Erklärstück, keine Einordnung von oben, sondern echte Geschichten aus einer Welt, in der Schönheit für viele zum Teil der Identität geworden ist. Der Film stellt die Frage, welchen Preis wir bereit sind zu zahlen, um den Schönheitsidealen der modernen Gesellschaft so nah wie möglich zu kommen.
Ihr Ziel: der perfekte männliche Körper. Ihr Preis: Schmerzen, Kosten, die eigene Gesundheit. Männer tun viel für ihren starken Wunsch nach Schönheit. Sie unterwerfen ihr Leben einem Trainingsplan. Lassen sich für 100.000 Euro die Beine brechen. Verdicken ihren Penis. Spritzen sich illegale Substanzen oder werden Looksmaxxer auf Social Media. Groß, stark, perfekt - der harte Weg zu maximaler Männlichkeit. "Ich will einfach der Typ mit den dicksten Muskeln sein", beschreibt Maik den Antrieb für seinen Lebenstraum: als Bodybuilder bei Mr. Olympia zu starten. Diesem Traum ordnet er alles unter: aufstehen um 5:30 Uhr, sieben festgelegte Mahlzeiten pro Tag, über 30 Supplements, zweieinhalb Stunden Krafttraining. Für den 16-jährigen Soufian ist gutes Aussehen der Schlüssel zu Erfolg und Beliebtheit: Als Looksmaxxer tauscht er sich auf Social Media mit anderen jungen Männern aus. Lässt sich von der Community oder einer App bewerten, wobei die Skala von "Subhuman" bis "Chad" geht. Jede Körperpartie, vom Winkel der Augen bis zum Abstand zwischen Ohr und Kieferknochen, hat dabei einen Idealwert, den es zu erreichen gilt. Nachhelfen können Looksmaxxer mit Aminosäuren, Wachstumshormonen, dem Malträtieren ihres Wangenknochens mit einem Hammer und natürlich zahlreichen als Softmaxxing und lange weiblich geltenden Schönheitsmaßnahmen wie Skincare, Botox und Co. Alex leidet unter seiner Körpergröße und verlängert für viel Geld und mit monatelangen Einschränkungen seiner Beweglichkeit schon zum zweiten Mal seine Beine. Auch vor dem Penis macht die Selbstoptimierung nicht Halt: Er soll länger und dicker werden. Die Nachfrage nach ästhetischer Intimchirurgie steigt stetig. Was ist das Idealbild eines attraktiven Mannes, woher kommt es, und warum sind junge Männer auf einmal bereit, für dieses Ideal bis zur Schmerzgrenze und darüber hinauszugehen? Von der Balance zwischen attraktivem Äußeren als Lifestyle und extremen Eingriffen in den eigenen Körper auf der Suche nach Perfektion erzählt der Film "Make me beautiful".
Tattoos, Piercings oder Body Modifications: Menschen verändern ihren Körper - schon immer, immer wieder und manchmal auch massiv - trotz Schmerzen, Risiken und Vorurteilen. Tätowierte Gesichter, Teufelshörner, die implantiert werden, oder chirurgisch geformte Elfenohren: Body Modifications fallen auf und können polarisieren. Wenn Menschen ihren Körper bewusst verändern, ist das für viele der beste Ausdruck des eigenen Selbst. Tattoos auf Rücken, Armen und Beinen sind weitverbreitet und damit längst in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Aber einige gehen weiter und wollen mehr: Marcel aus Wien lässt seinen Körper nahezu vollständig tätowieren, Tobi lässt sich die Zunge spalten und Teufelshörner einsetzen, Mandy bekommt Elfenohren, Sabrina erhält nach ihrer Brust-OP im Rahmen ihrer Krebserkrankung ihr Körpergefühl wieder zurück, und für Diakon Rainer geht seine Liebe zu Gott buchstäblich unter die Haut. Sie alle haben ihre Körper modifiziert. Aus Spaß, als Kunstwerk, zur Identitätsverstärkung oder zur Heilung. "Also, die typischen Vorurteile, die ich eigentlich mitbekomme mit meinem Aussehen, sind arbeitslos, irgendwie kriminell oder gewalttätig und drogenabhängig", beschreibt Tierpfleger Tobi die Reaktionen auf seine fast 400 Tattoos, Implantate und die gespaltene Zunge. Marcel ist in den sozialen Medien bekannt als "Eternal Exodia" und hat dafür mehr als 730 Stunden auf dem Tätowierstuhl verbracht. Er richtet sein gesamtes Leben konsequent auf seinen außergewöhnlichen Look aus, hat seinen Körper zum Kunstwerk gemacht: "Warum ich es mache? Weil ich das gesamte Kunstwerk sehe. Ich sehe mich in den Spiegeln und denke mir, so was gibt es nur einmal auf der Welt." Tattoo-Legende Henk Schiffmacher blickt auf über fünf Jahrzehnte in der Branche zurück und hat beobachtet, wie aus einer kleinen Subkultur ein weltweites Geschäft wurde. Mandy erfüllt einen lange gehegten Traum und lässt sich an den Ohren operieren. Jetzt haben sie die Form von Elfenohren. Für Sabrina wird ein medizinisches Tattoo nach ihrer Krebserkrankung zum wichtigen Schritt zurück in ein selbstbestimmtes Körpergefühl. Und Rainer Fuchs trägt seinen Glauben dauerhaft auf der Haut und erlebt als Diakon, wie seine Tattoos Türen öffnen, die anderen Kirchenvertreterinnen und -vertretern oft verschlossen bleiben. Wie viel Schmerz muss man aushalten, um endlich so auszusehen wie Marcel? Und was war die größte Angst, bevor Tobi sich das Auge tätowieren ließ? Sie zeigen, wie viel Zeit, Geld und Überwindung hinter ihren Veränderungen stecken, und erzählen, weshalb sie diesen Weg trotzdem immer wieder gehen. "Make me beautiful" fragt, warum der Wunsch nach Individualität für manche Menschen unter die Haut geht und was ihre persönlichen Geschichten über den gesellschaftlichen Blick auf Schönheit, Normalität und Anderssein erzählen.
Waffen aus dem 3D-Drucker: Unter seinem Pseudonym "JStark1809" konstruiert Jacob D. aus Hannover den Bauplan für eine Schusswaffe, die jeder nachbauen kann: die FGC-9. "JStark1809" flüchtet unter seinem Decknamen in die Abgründe des Internets. Dort inszeniert er sich als Freiheitskämpfer und propagiert das Recht auf Waffen für alle. Doch wer steckt hinter der Fassade? Und wie funktioniert die 3D-Waffenszene im Netz? "JStark1809" entwirft nicht nur eine tödliche Waffe, seine Selbstinszenierung als zu allem entschlossener Freiheitskämpfer macht ihn im Netz zur Kultfigur einer globalen Underground-Bewegung von Schusswaffenfanatikern. Doch kurz bevor ihm die Ermittler auf die Schliche kommen, stirbt er unter bis heute ungeklärten Umständen. Er hinterlässt die Baupläne einer Schusswaffe, die mit einem 3D-Drucker gebaut werden kann. Sein Ziel: Waffen für alle. Autor Andreas Wagner erzählt in "Print to Kill" die bislang unerzählte Geschichte eines gespaltenen Menschen. Denn hinter der kämpferischen Maske von "JStark1809" verbirgt sich eine zutiefst tragische Figur. Jacob D. aus Hannover ist einsam und in der Ideologie der Incel-Szene gefangen. Sein Ausweg ist das Internet, wo er sich unter seinem Pseudonym in Foren und Podcasts radikalisiert und gleichzeitig an seinem Traum einer 3D-Drucker-Waffe arbeitet. Die Dokumentation beleuchtet entlang der Geschichte von Jacob D. die undurchsichtige Welt der Waffenforen, die sich über das Internet global vernetzt. Internationale Experten und enge Weggefährten kommen zu Wort und flankieren die Erzählung von seinem zweifelhaften Aufstieg zum Internethelden bis zu seinem rätselhaften Tod 2021 im Alter von gerade 28 Jahren. Selbstbewusster Waffenbauer oder einsamer Junge auf der Suche nach der Anerkennung und Zuneigung? "Print to Kill - Waffen aus dem 3D-Drucker" erzählt die Lebensgeschichte eines jungen Mannes, dessen Aufstieg schnell zum Fall wird. In der Reihe "World Wide Cybercrime" zeigt ZDFinfo die Seiten des Internets, die vielen oft verborgen bleiben - von echtem Betrug über undurchsichtige Geschäfte bis hin zu gefährlichen Connections im Netz.
Memecoins: der scheinbar schnelle Weg zu viel Geld. Krypto-Influencer versprechen ihren Käufern Renditen in Millionenhöhe. Doch wer profitiert am Ende wirklich, und wer verliert? Die digitalen Münzen basieren auf Internet-Witzen. Angetrieben durch Social-Media-Hypes und Influencer werden sie schnell zur Falle für diejenigen, die auf das schnelle Geld hoffen. Welche Mechanismen treibt dieser Markt an, der kaum Regeln kennt? Vom rasanten Aufstieg und beispiellosen Crash des "Hawk Tuah"-Coins bis hin zu Streamern, die für Aufmerksamkeit und Krypto-Gewinne ihr Leben riskieren - der Handel mit Memecoins ist ein Spiel mit dem Feuer, bei dem Gewinn in Sekunden zum Verlust werden kann. Plattformen wie Pump.fun und die Solana-Blockchain machen es Betrügern extrem leicht, mit manipulierten "Pump and Dump"-Geschäften Millionen abzuzocken, während die Masse der Nutzer ihr Erspartes verliert. In dieser Onlinewelt gehören die Angst, den großen Gewinn zu verpassen, Manipulation und Erfolgsdruck zum Alltag. Diejenigen, die ihre Coins vermarkten, gehen ein hohes Risiko ein. Denn am Ende können dabei reale Existenzen zerstört werden. Autor Andreas Wagner blickt mit "Crypto Hype - Milliardenfalle Memecoins" hinter die glänzende Fassade von Krypto-Influencern auf der ganzen Welt und entlarvt einen Milliardenmarkt, der mit rechtlichen Grauzonen Geschäfte macht. Experten und Ermittler ordnen ein und erklären Hintergründe und Mechanismen hinter dem System. In der Reihe "World Wide Cybercrime" zeigt ZDFinfo die Seiten des Internets, die vielen oft verborgen bleiben - von echtem Betrug über undurchsichtige Geschäfte bis hin zu gefährlichen Connections im Netz.
2019: Ein Paar aus Massachusetts wird Opfer von Drohungen und bizarren Lieferungen. Dahinter steckt ein unglaublicher Stalking-Skandal, in den der Online-Marktplatz eBay verwickelt ist. Spinnen, Kakerlaken und eine blutige Schweinemaske per Post: Das Ehepaar Ina und David Steiner wird monatelang terrorisiert und online verfolgt. Die Belästigungen eskalieren. Der erste Teil der dreiteiligen Dokumentation zeigt, welche Einschüchterungsmethoden das Blogger-Paar erlebt: anonyme Twitter-Nachrichten und Drohungen, Pakete mit lebenden Tieren und einem Schweinefötus, zahlreiche Pizza-Bestellungen. Ina und David Steiner berichten seit 1990 in ihrem Onlinemagazin "EcommerceBytes" über Händlerplattformen wie Amazon, eBay und Etsy. Sie geben Verkäufern Tipps und kennen die Branche. Alles beginnt mit einem kritischen Blog-Artikel über den eBay-Konzern. Unerwünschte Pizza-Lieferungen in der Nacht, Einladungen zum Hausflohmarkt, den es gar nicht gibt: Was wie ein Dumme-Jungen-Streich beginnt, entwickelt sich zu einem der spektakulärsten Cybermobbing-Fälle, in dessen Zentrum zwei Blogger und eBay stehen.
Das Ehepaar Ina und David Steiner schaltet die Polizei ein. Das FBI übernimmt den Fall. Schockierende Vorwürfe gegen ehemalige eBay-Mitarbeiter werden laut. 2019 wird eine perfide Belästigungskampagne in den USA publik: Mitarbeiter des eBay-Konzerns gehen mit mafiaähnlichen Methoden gegen ein Blogger-Paar vor. Der zweite Teil der dreiteiligen Dokumentation befasst sich auch mit der Geschichte der E-Commerce-Plattform eBay. Die Möglichkeit zum weltweiten Handel macht den Online-Marktplatz zu einer der beliebtesten Webseiten. Wie wurde eBay erfolgreich? Das US-amerikanische Unternehmen wird 1995 unter dem Namen "AuctionWeb" von dem Programmierer Pierre Omidyar gegründet. Damals noch als "Flohmarkt im Internet", auf dem gebrauchte Gegenstände weiterverkauft werden können. Das Unternehmen setzt erst später auf Auktionen und wird milliardenschwer. Unerwünschte Pizza-Lieferungen in der Nacht, Einladungen zum Hausflohmarkt, den es gar nicht gibt: Was wie ein Dumme-Jungen-Streich beginnt, entwickelt sich zu einem der spektakulärsten Cybermobbing-Fälle, in dessen Zentrum zwei Blogger und eBay stehen.
Der eBay-Skandal eBay gerät 2019 durch einen Großinvestor unter Druck. Das Unternehmen entscheidet sich, gegen Kritiker vorzugehen - Mitarbeitende machen dafür auch vor kriminellen Methoden nicht halt. eBay-Beschäftigte sollen das Blogger-Ehepaar Steiner tyrannisiert und eingeschüchtert haben. Der Skandal erschüttert die E-Commerce-Plattform nachhaltig. Der dritte Teil der dreiteiligen Dokumentation rekonstruiert die Hintergründe des Cyberstalking-Skandals und zeigt die Auswirkungen auf das Leben von Ina und David Steiner. FBI-Ermittler schildern, wie sie den ehemaligen eBay-Mitarbeitern auf die Schliche gekommen sind. Diese wollten das Paar wegen seines kritischen Blogs mobben. Ein sechsköpfiges Team um den damaligen Leiter der Sicherheitsabteilung hatte den perfiden Plan geschmiedet. Unerwünschte Pizza-Lieferungen in der Nacht, Einladungen zum Hausflohmarkt, den es gar nicht gibt: Was wie ein Dumme-Jungen-Streich beginnt, entwickelt sich zu einem der spektakulärsten Cybermobbing-Fälle, in dessen Zentrum zwei Blogger und eBay stehen.
Alle fünf Minuten stirbt in den USA ein Mensch an einer Überdosis. Als Auslöser der Opioid-Epidemie gilt die Einführung des Schmerzmittels OxyContin der Firma Purdue Pharma in den 1990er-Jahren. Die Inhaberfamilie Sackler vermarktet das Medikament jahrelang aggressiv und verharmlost das Suchtpotenzial, indem sie behauptet, das Abhängigkeitsrisiko läge unter einem Prozent. Hunderttausende geraten in die Sucht: für die Sacklers ein Milliardengeschäft. Der Sackler-Clan und das Pharmaunternehmen Purdue sind untrennbar mit der Opioid-Krise in den USA verbunden. Das Schmerzmittel mit dem Handelsnamen OxyContin, das 1995 auf den Markt kommt, entwickelt sich zum Bestseller. Pharmareferenten beeinflussen Ärzte in ihrem Verschreibungsverhalten und raten auch bei moderaten Schmerzen zu unnötig hohen Dosierungen über längere Zeiträume. Die Dokumentation arbeitet den Pharmaskandal auf und zeichnet den Aufstieg und Fall von Purdue Pharma nach. Zu Wort kommen Betroffene wie der ehemalige Arzt Louis Ortenzio, der seinen Patienten großzügig OxyContin verschrieb und irgendwann selbst abhängig wurde. Als er alles verliert, schafft er den Absprung: Heute ist er seit 20 Jahren clean und betreibt ein Rehazentrum für Suchtkranke. Zwei ehemalige Purdue-Pharmareferenten berichten über die Arbeitsmethoden des Konzerns, zwei Anwälte ordnen die Vorkommnisse juristisch ein. Auszüge aus internen E-Mails und Dokumenten sowie Mitschnitte von Anhörungen verdeutlichen die Skrupellosigkeit, mit der die Sackler-Familie vorgeht, um ein Milliardenvermögen zu erwirtschaften.
2012 wird in den USA das Fentanyl-Spray Subsys für Krebspatienten im Endstadium zugelassen. Über ein Betrugssystem vermarktet der Hersteller Insys Therapeutics das Mittel jedoch im großen Stil. Insys besticht Ärzte und belohnt die Verordnung von Subsys mit hohen Summen. In einem eigens eingerichteten Callcenter geben sich Mitarbeitende von Insys gegenüber Krankenversicherungen als Praxisangestellte aus, um die Versicherer zur Kostenübernahme zu bewegen. Der zweite Teil der Dokumentation legt den Fokus auf den Siegeszug von Fentanyl. Das synthetische Opioid ist 50-mal stärker als Heroin und darf eigentlich nur für tumorbedingte Durchbruchschmerzen angewendet werden. Über die kriminellen Machenschaften des Pharmakonzerns Insys Therapeutics berichten Whistleblower sowie der damalige Vize-Marketingchef. Ein Schicksal, das für viele andere steht: Die 32-jährige Sarah Fuller stirbt an einer viel zu hohen Dosis Subsys, die ihr für chronische Rückenschmerzen verschrieben wurde. Ihre Familie erzählt, wie ihr das gefährliche Opioid bei einem Arztbesuch von einer Pharmavertreterin angepriesen und schließlich ohne jegliche Aufklärung verordnet wird. Anfang der 2000er-Jahre ist Florida das Mekka für Schmerzpatienten und Suchtkranke: Da es keine einheitliche Patientendatenbank gibt und die Abgabe von Schmerzmitteln nicht reguliert wird, schießen sogenannte "Pill Mills" - Pillenfabriken - aus dem Boden: auf den ersten Blick legitime Schmerzkliniken, in denen Ärzte wie am Fließband Opioide verschreiben. Die Brüder Chris und Jeff George betreiben eine solche Klinik und werden schließlich zu langen Haftstrafen verurteilt. Zur Einsicht oder Reue hat dies offensichtlich nicht geführt.
Somalia stürzt durch die Zunahme des Terrors der Al-Shabaab-Miliz in immer größeres Chaos - für Somalias Bürger ist es ein Kampf ums nackte Überleben. Seit 2006 ringen die Dschihadisten um die Vormacht in Somalia. Inzwischen beherrschen sie den Süden und das Zentrum des Landes. Regierung, Armee und Polizei verlieren immer mehr die Kontrolle. Trotz Milliardenhilfen aus dem Ausland ist Somalia schwächer denn je. Die Fundamentalisten der Al-Shabaab reißen jedes Jahr Tausende Menschen durch Autobomben, Waffengewalt und Selbstmordanschläge in den Tod. Trotz Präsenz der afrikanischen Armee AMISOM rangiert Somalia unter den ersten zehn der am stärksten von Terror bedrohten Länder der Welt. Der Investigativjournalist Stéphane Girard hat sich mit jungen Bürgern, Politikern und Mitarbeitern verschiedener Organisationen getroffen, um Hintergründe zu beleuchten: Warum zerrüttet das Land am Horn von Afrika immer mehr? Und wie gehen die Somalier mit dem Anstieg von Terror und Gewalt um? Sein Film zeichnet ein mehrschichtiges Bild des kriegsähnlichen Alltags.
Eine Insel, zwei Welten: Während Haiti von Gewalt und Armut geprägt ist, suchen viele Menschen Schutz in der Dominikanischen Republik. Doch dort droht ihnen jederzeit die Abschiebung. Viele Haitianer leben seit Jahren dort und arbeiten auf Baustellen, in Hotels oder Privathaushalten. Die meisten von ihnen haben keine Aufenthaltserlaubnis. Behörden greifen sie auf und schieben sie ab. Ein Großteil kehrt zurück, wovon auch Schleuser profitieren. Haiti und die Dominikanische Republik teilen sich eine Insel - und doch trennen sie Welten. Während die Dominikanische Republik Touristen mit Traumstränden empfängt, herrschen im Nachbarland Gewalt, Armut und Perspektivlosigkeit. Viele Haitianer suchen deshalb Arbeit und Schutz jenseits der Grenze. Dort sind sie in wichtigen Branchen unverzichtbar, bleiben aber zugleich rechtlos und bedroht. Die Dokumentation zeigt maskierte Einwanderungsbeamte bei Razzien, Menschen in überfüllten Gefängnis-Lkw und Familien, die ohne Vorwarnung auseinandergerissen werden. Im Mittelpunkt steht Pastor Rémy, der mit seiner Frau abgeschoben wird, während seine Kinder zurückbleiben. Ihre Geschichte führt an eine offiziell geschlossene Grenze, an der Schleuser, Bestechung und Angst zum Alltag gehören.
Wenn Gefühle außer Kontrolle geraten, kann das tödlich enden - Verbrechen aus Leidenschaft gab es immer und überall. Doch die Staatsideologen der DDR taten sich schwer damit, das zu akzeptieren. Die Folge "Tödliche Liebe" der Doku-Reihe "Mysteriöse Kriminalfälle der DDR" bringt Licht ins Dunkel der Kriminalgeschichte des Arbeiter- und Bauernstaates und fokussiert dabei auf Morde aus sexuellen Motiven. Doch jeder Fall erzählt auch ein Stück Geschichte. Authentische Dokumente aus dem umfangreichen Stasi-Unterlagen-Archiv, Zeitzeugen, Ermittler und Experten zeigen auf, unter welchen Umständen diese Fälle aufgeklärt wurden. Im Fokus der Dokumentation steht unter anderem das Verbrechen eines Stasi-Oberleutnants. Auf bestialische Weise ermordete der Funktionär aus niederen Motiven seine Ehefrau. Doch vor Gericht wurde aus der Beziehungstat auf einmal eine hanebüchene Spionage-Geschichte, die in einem höchst umstrittenen Todesurteil mündete, bei dem sich der Richter sogar über ein Veto Honeckers hinwegsetzte. In einem weiteren Fall wurden die Beziehungen zwischen Ost und West auf die Probe gestellt, als eine kopflose Leiche an der Transitautobahn nahe Berlin gefunden wurde. Das Transitabkommen zwischen DDR und BRD sollte gemeinsame Ermittlungen erleichtern. Es verschaffte aber auch skrupellosen Mördern die Chance, ihre Opfer quasi im Niemandsland verschwinden zu lassen. Doch dank einer gelungenen Ost-West-Zusammenarbeit gelang es im vorliegenden Fall, den Täter zu stellen. Politisch heikel ist auch der Mordfall an einem hochrangigen DDR-Diplomaten, dem sein sexuelles Doppelleben zum Verhängnis wurde. Anlass für die Doku, die Akzeptanz von Homosexualität auf beiden Seiten der Mauer historisch zu thematisieren. Öffentliche Berichte über Schwerstkriminalität hatten in der DDR Seltenheitswert. Einerseits sollte die Bevölkerung nicht beunruhigt werden, andererseits ging es um den Ruf des Landes. Doch auch im Sozialismus wurde gemordet, geraubt und betrogen. Umso überraschender sind die Fakten, die ehemalige Kriminalisten der Morduntersuchungskommission, Staatsanwälte und Historiker heute über die spektakulären Kriminalfälle der DDR preisgeben.
Zur DDR-Zeit kontrollierten Partei und Geheimdienst, wie Verbrechen aufgeklärt, Täter bestraft und die Bürger informiert wurden. ZDFinfo deckt die spektakulärsten Fälle von damals auf. Auch die Folge "Kein Entkommen" der Doku-Reihe "Mysteriöse Kriminalfälle der DDR" macht deutsch-deutsche Geschichte anhand schicksalhafter Ereignisse erlebbar. Im Blickfeld stehen Opfer, Täter und Ermittler - und der Alltag im real existierenden Sozialismus. Auch im Arbeiter- und Bauernstaat wurde gemordet, geraubt und betrogen - wie in jedem Land der Welt. Doch öffentlich darüber berichtet wurde in DDR-Medien kaum. Was Ermittler, Staatsanwälte, Kriminologen und Journalisten damals nicht laut sagen durften, das enthüllen sie nun in der Dokumentation. Im Fokus der Folge "Kein Entkommen" steht unter anderem das Verbrechen eines flüchtigen Sowjetsoldaten, das ein traumatisiertes Dorf in Brandenburg und viele offene Fragen hinterließ. Die Stasi war zwar in die Ermittlungen involviert, doch die Vernehmungen führte allein der große Bruder. In einem anderen Fall hielt ein spektakulärer Postraub die Ermittler zwei Jahre lang in Atem. Der Posträuber selbst erzählt von seinen Motiven und seiner Zeit im Gefängnis. Verbrecher durften vom Regime keine Gnade erwarten. In mehreren Fällen verhängte das Gericht die Todesstrafe für den Täter. So auch im Fall der Tötung eines Dorfpolizisten, korrekterweise als ABV zu bezeichnen. Solche "Abschnittsbevollmächtigte" waren eine DDR-typische Polizei-Instanz auf lokaler Ebene. Selbst ein persönlich motivierter Angriff gegen einen ABV wurde vom System kategorisch als Angriff auf den Staat beziehungsweise als "Terrorismus" betrachtet und entsprechend drastisch bestraft. Insgesamt 164 Todesurteile wurden in der DDR vollstreckt. Erst 1987 wurde die Todesstrafe offiziell abgeschafft. Authentische Dokumente aus dem umfangreichen Stasi-Unterlagen-Archiv, Zeitzeugen, Ermittler und Experten zeigen auf, unter welchen Umständen die meisten, aber nicht alle Fälle aufgeklärt wurden. Und der Fall eines jugendlichen Straftäters wirft Licht auf ein finsteres Kapitel des DDR-Strafvollzugs: In sogenannten Jugendhäusern erlebten die Insassen eine Behandlung, die viele von ihnen bis heute schwer traumatisiert zurücklässt.
Unglaubliche Geschichten erzählen von Wettrüsten, Zwangsarbeit für Westdevisen und staatlich beauftragten Mordanschlägen. Wer aus der DDR fliehen will, muss Unglaubliches leisten. Nach James-Bond-Manier überwindet Ingo Bethke die Grenze gleich mehrfach, bis auch sein letzter Bruder in Freiheit ist. Der Ex-DDR-Bürger Wolfgang Welsch baut gleich eine ganze Fluchthilfeorganisation auf. Hinter der glattpolierten sozialistischen Fassade der DDR geschehen unfassbare Dinge, die nicht nur die DDR-Bürger betreffen, sondern auch die Weltpolitik. Nachdem die USA zur Atommacht aufgestiegen sind, will die Sowjetunion unbedingt gleichziehen. Doch dazu fehlt ihr Uran. Der damals größte Flächenstaat der Welt hat keine Minen, die genug waffenfähiges Uran liefern würden. Uranerz finden Stalins Geologen ausgerechnet im Erzgebirge. Unter dem Tarnnamen "Wismut" lässt die UdSSR einen großen Teil des Urans, den sie zum Bau von Atomwaffen benötigt, in Sachsen und Thüringen fördern. Unter strengster Geheimhaltung. Ähnlich geheim sind die unmenschlichen Bedingungen, unter denen politische Gefangene in den Gefängnissen der DDR leben müssen. Niemand soll wissen, dass sie dort Zwangsarbeit leisten. Im Frauengefängnis Hoheneck nähen die Gefangenen Damenstrümpfe und Bettwäsche. Die hohen Vorgaben sind nicht zu schaffen. Im Chemiedreieck um Bitterfeld müssen Zwangsarbeiter ohne Arbeitsschutz mit Säuren und Quecksilber hantieren - und gefährden ihre Gesundheit. All diese Waren werden für Devisen in den Westen exportiert. So entstehen IKEA-Möbel, aber auch zahlreiche Produkte für den Quelle-Katalog und Kaufhausketten wie Woolworth und Karstadt. Die gefangenen Frauen und Männer müssen oft jahrelang schuften, bis die Bundesrepublik sie freikauft. Ihr Verbrechen war in den meisten Fällen ein gescheiterter Fluchtversuch. Wer erfolgreich aus der DDR fliehen möchte, braucht unglaublichen Erfindergeist. So wie die Brüder Ingo und Holger Bethke. Ingo flieht als Erster mit einer Luftmatratze über die Elbe, sein Bruder wenige Jahre später an einem Drahtseil hängend über die Berliner Mauer. Den dritten Bruder, Egbert, holen Ingo und Holger mit zwei Ultraleichtflugzeugen raus. Drei waghalsige Aktionen, die dreimal gut gehen. Andere machen aus der Fluchthilfe ein Business, so wie Wolfgang Welsch. Mithilfe von Reisepässen, die ihm ein Beamter aus der Bundesrepublik zur Verfügung stellt, schleust er DDR-Bürger aus Bulgarien in den Westen. Doch die Stasi kommt ihm auf die Spur und setzt einen Agenten auf ihn an. Der gewinnt zuerst Welschs Freundschaft und verübt dann einen Mordanschlag auf ihn - im Auftrag der Stasi. "DDR unglaublich" erzählt Geschichten von DDR-Bürgern auf der Suche nach Freiheit und einer Staatsführung, deren Aktionen und Entscheidungen heute fast unglaublich klingen.
Die DDR - ein Land der Widersprüche. "DDR unglaublich" erzählt von verbotenen Auftritten, versteckten Mördern und einem Flecken Sozialismus unter Palmen. Erst nach der Wende, mit der Öffnung der Stasiakten, kommen viele Kapitel der DDR-Geschichte ans Licht. Unglaublich, wie weit die Kontrolle des Geheimdienstes reicht. Manches bleibt vor der eigenen Regierung verborgen. Die DDR versteht sich als das bessere Deutschland: ein Staat, in dem alles seine Ordnung hat. Wer aus der Reihe tanzt, spürt schnell die Grenzen: Westmusik ist zwar nicht verboten, gilt aber als dekadent. Auftreten darf nur, wer mit seinen Songs in den Sozialismus passt. Das gilt lange nicht für den unkonventionellen BRD-Rockstar Udo Lindenberg. Mit seiner politischen Haltung provoziert er das Regime und wird zur Obsession der Genossen. Der Künstler und seine unzähligen Fans in der DDR träumen jahrelang von einem Liveauftritt in Ostberlin, doch die Einreise bleibt ihm verwehrt. Bis zum 25. Oktober 1983: Lindenberg wird zu einem Friedenskonzert im Palast der Republik eingeladen, vor handverlesenem Publikum. Der Sänger bleibt unberechenbar und sorgt prompt für Aufregung bei den Genossen. Der Zeitzeuge Reinhold Beckmann, damals als Kameraassistent dabei, erinnert sich an Udo Lindenbergs außergewöhnlichen Besuch in der DDR. Jahrelang wird in der Bundesrepublik nach gefährlichen RAF-Terroristen gefahndet, und erst nach dem Mauerfall werden sie gefunden. Ausgerechnet in der DDR, versteckt vom eigenen Geheimdienst. Um der Strafe für ihre Verbrechen im Westen zu entgehen, holte die Stasi zehn Aussteiger heimlich in den Osten: neue Pässe, eine neue Identität, unter dem Schutz des Ministeriums für Staatssicherheit. Was der Staat nach außen im Verborgenen tut, zeigt sich nach innen ganz offen: bei der eigenen Führungsriege. Selbst wer den Politbüro-Mitgliedern in der Waldsiedlung Wandlitz den Kaffee einschenkt, wird von der Stasi handverlesen. Hinter hohen Mauern, mitten im Wald, verschanzt sich das Regime vor der eigenen Bevölkerung. Von Mangelwirtschaft keine Spur: Während draußen die Menschen Schlange stehen, verprasst die Führungsriege Devisen, schwelgt in Westwaren und lässt sich jeden Wunsch erfüllen. Erich Honeckers Kellner Lothar Herzog gibt Einblicke in diese unglaubliche Episode der DDR-Geschichte. Denn nirgendwo zeigt sich die Doppelmoral des Staates so schonungslos wie dort. Als die Mauer fällt, lösen die ersten Bilder aus der Siedlung eine Welle der Entrüstung aus. Nach dem Mauerfall stößt die Öffentlichkeit auch auf andere überraschende Reste der DDR: eine karibische Insel, die der kubanische Staatsführer Fidel Castro seinem Genossen Erich Honecker 1972 geschenkt hat. Ein winziges Eiland unter Palmen: die Ernst-Thälmann-Insel. Ein Hobbyfilmer ist live dabei, als dort eine riesige Thälmann-Büste eingeweiht wird, und Schlagersänger Frank Schöbel erinnert sich noch heute an die Dreharbeiten zu seinem Musikvideo. Ansonsten weiß bis 2001 kaum jemand von diesem kleinen Paradies. Landesweit vermelden die Medien plötzlich die Sensation: Deutschland könnte doch ein 17. Bundesland unter Palmen haben. Denn die Besitztümer der DDR müssten nach der Wiedervereinigung doch eigentlich auf die Bundesrepublik übergegangen sein, oder? "DDR unglaublich" erzählt Geschichten von DDR-Bürgern auf der Suche nach Freiheit und einer Staatsführung, deren Aktionen und Entscheidungen heute fast unglaublich klingen.
Schwere Unglücke passen nicht zur SED-Propaganda für einen erfolgreichen Sozialismus. Ursachen bleiben oft geheim. Denn die Regierung ist an einigen tödlichen Havarien nicht ganz unschuldig. Die Staatsmacht braucht Westdevisen. Das bedeutet: Planerfüllung um jeden Preis. Viele DDR-Betriebe sind marode, und neue Anlagen gehen in Betrieb, bevor sie fertig sind. Produktionsdruck zulasten der Sicherheit kostet immer wieder Menschenleben. 1978 explodiert im Erzgebirge die gerade erst neu gebaute Gasstation Sayda. Sie soll das gesamte Land mit Erdgas aus der Sowjetunion versorgen und Devisen einbringen - ein Mammutprojekt. Doch bereits ein halbes Jahr nach der Eröffnung gelangt Gas in die Messwarte und entzündet sich. Das Gebäude explodiert und stürzt ein - zwei Menschen sterben. Die Stasi stellt hinterher verheerende Sicherheitsmängel fest. Unfertige Anlagen und die fehlende Ausbildung des Personals führen zu einer der größten Katastrophen in der DDR-Geschichte. Auch in den Buna-Werken bei Leipzig geht Produktion vor Sicherheit. Dort wird Karbid hergestellt - wertvoller Grundstoff für "Plaste und Elaste" und Basis für viele Gebrauchsgegenstände, von Spielzeug bis zum Trabant. Die DDR exportiert Karbid in den Westen und verdient gut daran. Doch die Arbeitsbedingungen an den glühend heißen Öfen sind hart, die Umwelt wird schwer belastet. 1990 sind die alten Anlagen aus den 1930er-Jahren völlig marode. Einer der Karbidöfen explodiert, fünf Menschen verlieren ihr Leben. Katastrophen bringen Helfer und Rettungskräfte immer wieder an ihre Grenzen. Als im Sommer 1989 in Berlin-Schönefeld ein Passagierflugzeug der Interflug verunglückt und ausbrennt, fehlt schnell Löschwasser. Doch die DDR lehnt Hilfe vom Klassenfeind aus Westberlin ab. War es menschliches Versagen oder ein technischer Fehler? Details des Unglücks kommen erst nach dem Ende der DDR ans Licht. Der Film erzählt von tragischen Unglücksfällen der DDR, über die vor 1990 kaum berichtet wurde. Mithilfe von Zeitzeugeninterviews an den Originalschauplätzen, seltenem Archivmaterial und Akten aus dem Stasi-Unterlagen-Archiv deckt die Dokumentation Hintergründe auf und zeigt die besonderen Hürden im Alltag der DDR.
Großbrände, ein Zugunglück, ein Brückeneinsturz. ZDFinfo widmet sich einem wenig beachteten Thema der DDR-Geschichte: Wie kam es zu solchen Unfällen, und wie ging man damit um? Anhand von Augenzeugenberichten, Archivmaterial und privaten Filmaufnahmen ermöglicht die Doku einen neuen Blick auf die oft geheimen oder vertuschten Fakten. Historiker und Technik-Experten schildern die damaligen Ermittlungen nach schweren Unglücken. In der DDR wurde über große Katastrophen in den Medien kaum berichtet. Die wahren Hintergründe wurden geheim gehalten, und immer war die Staatssicherheit mit am Unglücksort. Sie ermittelte mit eigenem Personal, vertuschte und strengte auch Prozesse gegen politisch unliebsame Personen an, wie gegen den Brückenkonstrukteur Gisbert Rother. Ausgerechnet zum Mauerbau-Jubiläum am 13. August 1973 stürzte ein Teilstück seiner im Bau befindlichen Brücke in Zeulenroda ab. Vier Bauleute kamen ums Leben. Das MfS hatte den Chefkonstrukteur bereits wegen seiner "politisch negativen Grundeinstellung" im Visier. Obwohl Gisbert Rother am Einsturz unschuldig war, strengte die Stasi einen Schauprozess gegen ihn an. Doch der hatte unerwartete Folgen. Oft war auch die marode DDR-Wirtschaft Grund für ein Unglück. So im Februar 1979, als explosive Dämpfe einer verschlissenen Anlage im Ölwerk Riesa zur Explosion führten. Elf Tote und 51 teilweise schwer Verletzte waren die Folge. Neben der Feuerwehr versuchte ein schlecht ausgerüsteter NVA-Trupp, Überlebende mit bloßen Händen aus den Trümmern zu retten. Das MfS ermittelte minutiös die Ursache der Explosion und offenbarte das Versagen der staatlich gelenkten Wirtschaft. Weil das aber nicht sein durfte, wurden schließlich Unschuldige verurteilt. Angst vor Repressionen und starker Nebel führten am 29. Februar 1984 zu einer schlimmen Bahnkatastrophe. Im Bahnhof Hohenthurm fuhr der Transitzug D354 nach Saarbrücken auf einen stehenden "Schichterzug". Transitzüge durften wegen möglicher "Republikflucht" in der DDR nicht langsam fahren oder halten. So übersah der Zugführer im dichten Nebel ein rotes Signal. Die Bilder der entstellten Opfer verfolgt die Rettungskräfte bis heute. Das MfS versuchte, den Unfallort abzuschirmen, konnte aber Berichte in den Westmedien nicht verhindern. Ein Großbrand führte im Juni 1986 zum gefährlichsten Feuerwehreinsatz in der DDR. In der Leipziger Wollkämmerei ging hoch brennbarer Kunststoff in Flammen auf. Zwei Arbeiterinnen konnten nur tot geborgen werden. Auch für die Rettungskräfte entwickelte sich der Einsatz zu einem nie da gewesenen Desaster: 26 Feuerwehrmänner kollabierten, 45 kamen in die Notaufnahme. Giftige Gase und die große Hitze versetzten auch die nachrückenden Einsatzkräfte in Angst und Schrecken. Schnell ermittelte das MfS den Brandstifter. Doch warum so viele Feuerwehrleute ausfielen, blieb geheim und gibt noch heute Betroffenen Rätsel auf.
Ein Villenviertel in Berlin-Pankow, die Politbüro-Siedlung in Wandlitz oder das Jagdschloss Hubertusstock: Von Anfang an schottete sich die Führungselite der DDR von der eigenen Bevölkerung ab. An diesen geheimen Orten der Macht wurde Politik gemacht - in informellen Zirkeln der Parteiführung, verborgen vor den Augen der DDR-Öffentlichkeit. Der Herbst 1989 setzte dem ein Ende, doch die ehemaligen Schaltzentralen der Macht bergen bis heute Geheimnisse. Schon 1949 hatte die SED-Führung ein Villenviertel in Berlin-Pankow, das die sowjetische Besatzungsmacht zum Sperrgebiet erklärt hatte, als geschlossene Wohnsiedlung für die Spitzenfunktionäre übernommen. Die Besitzer der Häuser wurden enteignet. Als es den Funktionären nach dem Volksaufstand in der DDR vom 17. Juni 1953 im sogenannten Städtchen auf Dauer zu unsicher schien, begann der Bau einer abgeriegelten Siedlung bei Wandlitz nördlich von Berlin. Dort lebten die gut 20 Politbüro-Mitglieder mit ihren Familien ab 1960, weit weg vom Alltag der DDR-Bevölkerung, umgeben von mehr als 600 Angestellten und im Genuss einer "Sonderversorgung" - Westwaren inklusive. Auch die Ablösung des langjährigen Staats- und Parteichefs Walter Ulbricht betrieb der designierte "Kronprinz" Erich Honecker an einem verborgenen Ort. Ende April 1971 begab sich Honecker mit bewaffnetem Begleitschutz in Ulbrichts Feriendomizil Döllnsee und legte seinem langjährigen Förderer ein vorformuliertes Rücktrittsgesuch vor. Die Telefonleitungen hatte er vorsorglich kappen lassen. Bei Jagdausflügen mit Kremlchef Leonid Breschnew in der Schorfheide, einem Waldgebiet bei Berlin, hatte er zuvor die Zustimmung zum Machtwechsel erlangt. Ulbricht blieb keine Wahl: Er musste dem Rücktritt "aus Altersgründen" zustimmen. 18 Jahre später, 1989, war es dann Honecker, der sich in Döllnsee von einer Operation erholte und nicht wahrhaben wollte, wie sich die Lage im Land immer mehr zuspitzte.
Als 1989 die Mauer fällt, ist nichts mehr so wie vorher. Das Jahr bis zur Wiedervereinigung ist wild, verrückt und chaotisch. Keiner weiß, was die Zukunft bringt, alles scheint möglich. Nach 40 Jahren sozialistischer Diktatur bricht plötzlich die staatliche Kontrolle weg. Viele DDR-Bürger fühlen sich befreit, viele aber auch verunsichert und alleingelassen. Im ganzen Land herrscht eine Stimmung zwischen Aufbruch und Anarchie. Die Erstürmung der Stasi-Zentrale in Ostberlin geht um die Welt. Aber die Bürger der DDR räumen auch anderswo auf. Parteichefs, Bürgermeister und Schuldirektoren werden aus ihren Ämtern gefegt. Die Volkspolizei ist höchstens noch geduldet, längst nicht mehr respektiert. In Ostberlin tanzen Tausende in verlassenen Kellern am Todesstreifen, ehemaligen Bunkern und Industrieruinen. Techno wird das große Freiheitserlebnis, vereint Ossis und Wessis in Trance. Auch Wohnungsbesetzungen sind ein Phänomen dieser Zeit. Allein in Berlin entstehen im Sommer 1990 über 100 solcher "Hausprojekte". Freiheit endlich auch beim Thema Sex: Überall in der noch-DDR schießen Sexshops aus dem Boden. Mit Dildos, Pornofilmen und Dessous erzielen die neuen Erotikläden Rekordverkäufe. Der Kaufrausch nach bunten Waren aus dem Westen macht auch vor Gebrauchtwagen nicht halt. Schrottautos aus dem Westen werden zu völlig überhöhten Preisen im Osten verhökert. "Wenn sie rosten, ab in den Osten!", heißt es unter Autohändlern. Zeitzeugen aus Ost und West, darunter die Schauspielerin Christiane Paul und Jimmy Hartwig, damals erster Fußballtrainer aus dem Westen in der DDR, berichten über die "Wilden Zeiten" im Jahr nach dem Mauerfall.
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Leben hinter Stacheldraht. Manch ein Gefangener in den deutschen Justizvollzugsanstalten ist öfter und dadurch längere Zeit im Gefängnis als in Freiheit. In Deutschland sitzen rund 44.000 Strafgefangene und Sicherungsverwahrte im Knast. Rund jeder dritte Straftäter ist nicht zum ersten Mal im Gefängnis. Wie ergeht es den Dauer-Inhaftierten? Und warum fällt ihnen der Sprung in ein straffreies Leben so schwer? JVA Saarbrücken, größte Haftanstalt für männliche Gefangene im kleinen Saarland. Dort sind 140 U-Häftlinge, Schwerverbrecher und Langzeithäftlinge. Es ist eine JVA, die wie ein autarkes Dorf funktioniert - mit medizinischer Abteilung, Bäckerei, Metzgerei und Großküche. Außerdem gibt es eine Holzwerkstatt und eine Druckerei, die eine eigene Haftzeitung herausgibt. Sebastian R. war sein halbes Leben im Gefängnis. Der 43-Jährige verbrachte insgesamt 23 Jahren hinter Gittern - in sieben unterschiedlichen Haftanstalten. Derzeit ist er in der JVA Saarbrücken untergebracht. Er hat zwei Herzinfarkte im Knast überlebt und versucht gerade, eine Ausbildung zum Maler zu absolvieren. Er ist regelmäßig in medizinischer Behandlung und hofft jetzt, dass er endlich mal neue Zähne bekommt, nachdem er durch seine lange Drogensucht nur noch wenige Zähne im Mund hat. Mit ihm sitzt dort auch der Gefangene mit der vermutlich längsten Haftzeit in Deutschland: Seit über 50 Jahren ist der verurteilte Mörder bereits im Knast. JVA Meppen: Walter A. ist seit 2015 in der Sicherungsverwahrung, eine Art Rentner-WG für schwere Straftäter, die nach der Haftverbüßung zu gefährlich sind für die Allgemeinheit. Statt in Haftzellen wohnen sie in circa 20-Quadratmeter-Apartments. Der größte Teil der Verwahrten sind Sexualstraftäter. In der JVA Meppen in Niedersachsen sind die zehn Männer in der Sicherungsverwahrung alle schon seit mehreren Jahren dort: eine kleine Senioren-WG der Schwerstkriminellen, wo die Insassen Kuchen backen und ihre Orchideen pflegen. ZDFinfo begleitet die Langzeit-Inhaftierten in ihrem Knast-Alltag und spricht mit ihnen über das Leben in Haft, Reue und den Wunsch nach einem Leben in Freiheit. Mörder, Betrüger und Kleinkriminelle: Rund 44.000 Männer und Frauen sitzen hierzulande hinter Gittern. Wie sieht der Alltag in deutschen Gefängnissen aus?
Wenn Frauen in Haft kommen, verlieren sie oft mehr als ihre Freiheit. Der Kontakt zur Familie bricht ab. Doch in der JVA Frankfurt III gibt es für einige eine Chance auf einen Neuanfang. Nur etwa sechs Prozent der Inhaftierten in Deutschland sind Frauen. Viele sind suchtkrank oder traumatisiert. Die JVA Frankfurt III ist eine der größten Frauenhaftanstalten des Landes und bietet alle Haftarten, von kurzen Strafen bis zur lebenslangen Haft. "Wir kommen mit allen Straftaten in Kontakt", sagt Justizvollzugsbeamtin Reetz. Doch hinter jeder Strafakte steckt eine individuelle Geschichte. Lisa M. zum Beispiel. Die 33-Jährige ist drogenabhängig und sitzt unter anderem wegen Betrugs und Diebstahl in Haft. Ihre drei Töchter sieht sie seit Jahren nicht. Im Gefängnis macht sie eine Ausbildung in der Systemgastronomie - eine Chance für einen Neustart. Doch der Alltag bleibt hart: Haftraumkontrollen, feste Abläufe, die Trennung von der Familie. Regine S. kennt dieses Leben. Die 49-Jährige ist ebenfalls drogenabhängig, zum zweiten Mal in der JVA inhaftiert und mittlerweile clean: "Ich hoffe, dass mir die Leute draußen noch mal eine Chance geben." Für Mütter, die ihre Kinder mit in den Vollzug bringen, gibt es in Frankfurt ein Mutter-Kind-Heim. Im geschlossenen Bereich können Kinder bis zu drei Jahren mit ihren Müttern zusammenleben. Auch Katarina A. lebt dort mit ihrem Baby. Ihr Kind kam während ihrer Haft per Kaiserschnitt zur Welt. "Mein Mann durfte nicht bei der Geburt dabei sein, stattdessen waren Justizbeamte im Raum", erzählt sie. Während ihr Neugeborenes mit ihr in Haft ist, wachsen ihre älteren Kinder beim Vater auf. "Mein großer Sohn weiß, wo ich bin. Der Kleine denkt, ich bin in einer Therapieeinrichtung." Neben dem Alltag der Inhaftierten beleuchtet die Dokumentation auch die Arbeit der Justizvollzugsbeamten und Sozialarbeiter. In Frankfurt kümmern sich rund 170 Mitarbeitende um die Inhaftierten. Sozialarbeiterin Marjorie Schol arbeitet mit Frauen, die schwere Gewaltverbrechen begangen haben. "Es ist wichtig, die Frauen in ihren Geschichten ernst zu nehmen - aber auch ihre Verantwortung nicht aus den Augen zu verlieren." Die Dokumentation zeigt die Herausforderungen, Ängste und Hoffnungen der Frauen hinter Gittern. Ein Blick auf ein Leben, das für viele nicht vor, sondern erst in der Haft wirklich beginnt.
Weggesperrt für Jahrzehnte, verurteilt für ein Kapitalverbrechen. Knapp 1800 Inhaftierte verbüßen derzeit in Deutschland eine lebenslange Freiheitsstrafe. Wie sieht ihr Alltag aus? Zwei Mörder, ein Serienbankräuber und eine Mörderin reden über ihre Taten, ihre Haft, was sie im Knast denken, tun und fühlen - und welche Hoffnungen sie mit dem fernen Tag der Haftentlassung verbinden. Doch dieser Tag will sorgfältig vorbereitet sein. Mord nach Paragraf 211, für dieses Kapitalverbrechen erhält man in Deutschland eine lebenslange Freiheitsstrafe. Von den insgesamt 40.450 Gefangenen in Deutschland verbüßen aktuell 1769 Inhaftierte eine lebenslange Freiheitsstrafe. Wie sieht ihr Knastalltag aus, und was passiert hinter Gittern mit diesen Kapitalverbrechern? Das Filmteam besucht drei Gefängnisse in Nordrhein-Westfalen und Niedersachen und spricht mit Straftätern, die eine lebenslange Freiheitsstrafe verbüßen. "Ich bin ein verurteilter Mörder, ich bin seit 18 Jahren in Haft", erzählt Uwe H., 53 Jahre alt und seit über einem Jahrzehnt in der JVA Aachen inhaftiert. "Knastblick", den hat auch Stefanie N. Die 53-Jährige ist verurteilte Mörderin und seit fünf Jahren in der JVA für Frauen in Vechta. Die dreifache Mutter verbüßt eine lebenslange Freiheitsstrafe und ist damit eine von 109 Frauen, die LL haben, die Abkürzung im Vollzugsjargon für Lebenslange. "Ja, ich bin verurteilte Mörderin", erklärt Stefanie N. Ein Urteil, mit dem sie aber bis heute nicht klarkommt. "Es ist schwierig, man muss das Urteil verdauen. Wann verdaut man das? Eigentlich nie." Die damalige Alkoholikerin tötete mit ihrem Saufkumpel einen Mann. Dafür wurden beide zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt. Ihren Mittäter, der in der JVA Bremen inhaftiert ist, hat sie sogar in Haft geheiratet. Hochzeit hinter Gittern, ein emotionaler Höhepunkt, ansonsten herrscht im Knast öder Alltag und viel Zeit auf der Zelle. Diesen immer wiederkehrenden Knastalltag kennt auch Uwe H. Lange betäubte er sich auch im Knast mit Drogen, verdrängte seine brutale Tat und wollte sich nicht damit auseinandersetzen: "Da ist ein Monster gewesen", beschreibt er sich selbst. Dann endlich macht es klick, und er beginnt eine Therapie. Seitdem ist er im Hafthaus 2 in der Behandlungswohngruppe für Gewaltstraftäter. "Das ist hier kein Mädchenpensionat, das ist harte Arbeit für die Straftäter, wir lassen hier sprichwörtlich die Hosen runter", erklärt der Beamte Frank Merzbach das Konzept der Behandlungswohngruppe. Tatleugner können sie dort nicht brauchen, denn Therapie ist nicht Selbstzweck, sondern Teil der gesetzlich vorgeschriebenen Resozialisierung. Alles Maßnahmen, die einen Grundgedanken haben: Nur wer seine Tat begreift und die Hintergründe erkennt, die dazu geführt haben, kann sich ändern. Denn auch Mörder kommen irgendwann wieder in Freiheit. Laut kriminologischen Statistiken verbleiben Straftäter, die zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt wurden, im Schnitt etwa 19 Jahre im Gefängnis, doch viele sind auch wesentlich länger hinter Gittern. "Wir haben auch welche, die schon 30, 40 Jahre hier sind", erklärt der Leiter der JVA Aachen, Dr. Jörg Uwe Schäfer. Jahrzehnte hinter Gittern, das verändert die Gefangenen. Einige bekommen einen Haftkoller, andere einen Haftschaden. "Manche werden aggressiv, manche depressiv", erzählt ein Beamter, der viele Strafgefangene erlebt hat. Andere lebenslang Inhaftierte verlernen die Freiheit und stellen fest: "Ich bin im Kosmos Knast. Knast ist mein Zuhause und ja, ich habe einen Haftschaden", sagt Elmar M. über sich. Der Serienbankräuber ist seit mehr als 20 Jahren in Haft. Zusammen mit Hubert B. war er jahrelang im geschlossenen Regelvollzug, zog von einer JVA in die andere, bevor beide jetzt in die JVA Euskirchen verlegt worden sind. Dort im offenen Vollzug werden sie schrittweise an die Freiheit herangeführt. Im sogenannten Übergangshaus lernen Straftäter mit sehr langen Haftstrafen wieder Alltagsfähigkeiten wie den Umgang mit dem Handy, das Einkaufen oder Online-Bankgeschäfte. Alles, um lebenslang Verurteilte wieder in die Gesellschaft einzugliedern. Dabei ist den Straftätern eines klar: Das Stigma und das Urteil "lebenslang" bleiben. "Ich bin ein Mörder, ich bin immer ein Mörder, und ich werde immer ein Mörder bleiben", sagt Uwe H., denn er weiß, wie man draußen über ihn denkt.
Jung, weiblich, straffällig - was bedeutet die Haft für junge Frauen? Die Doku begleitet sie im Jugendvollzug - zwischen Alltag und dem Wunsch nach Veränderung. Nur rund vier Prozent der Inhaftierten im Jugendstrafvollzug sind weiblich. Die Doku zeigt den Alltag der 16- bis 21-Jährigen zwischen Schule, Kontrollen und Zukunftsplänen - und gibt seltene Einblicke in das Innenleben des weiblichen Jugendstrafvollzugs. In der JVA Zweibrücken und der JVA für Frauen in Berlin-Lichtenberg leben junge Frauen zwischen 16 und 21 Jahren, die zum Teil schwere Straftaten begangen haben. Die Dokumentation begleitet sie durch einen Alltag, der wenig mit ihrem Leben draußen gemein hat - geprägt von festen Abläufen, klaren Regeln und Kontrolle. Samira sitzt in der JVA für Frauen Berlin-Lichtenberg. Am Anfang wollte sie nur raus. "Die ersten Monate waren sehr, sehr schwer. Ich hab lange gebraucht, um mich hier einzugewöhnen." Der Verlust der Freiheit traf sie hart - besonders der Kontakt zu ihrer Familie und ihrem Freund fehlt ihr. Ohne Handy und Social Media sind Telefonate aus dem Haftraum ihr einziger Kontakt nach draußen. In der JVA Zweibrücken geben sich die Zwillingsschwestern Anna und Emmi gegenseitig Halt. Anna wurde zuerst inhaftiert, fast zwei Jahre später folgte Emmi. Draußen fehlte beiden jede Struktur: "Ich bin morgens erst nach Hause gekommen und hab dann bis 16.00 Uhr geschlafen. Hab Scheiße gebaut", sagt Emmi. Jetzt arbeiten sie regelmäßig, erleben erstmals einen geregelten Alltag - mit festen Zeiten, Aufgaben und klaren Grenzen. Neben den jungen Frauen kommen die Justizvollzugsbeamtinnen Renate Render und Sabine Eckert zu Wort. Sie sprechen über Nähe und Distanz und das tägliche Ringen um Struktur, Sicherheit und Erziehung. Denn Streit, Drogenspürhunde und Suchterkrankungen gehören ebenso zum Gefängnisalltag wie Kochabende, Sport und erste Liebesgeschichten. "Knast in Deutschland" zeigt das Spannungsfeld zwischen Kontrolle und Entwicklung, zwischen Abschottung und Zusammenhalt - und lässt diejenigen zu Wort kommen, die meist nur eine Randnotiz in den Strafvollzugsstatistiken sind und oft übersehen werden.
In der JVA Bruchsal in Baden-Württemberg sitzen mehr als 400 Männer unter höchster Sicherheitsstufe mit überwiegend langen Haftstrafen, darunter 60 "Lebenslängliche". "Man wird miteinander alt", so Marcus Bornhäuser, seit 22 Jahren als Justizvollzugsbeamter in Bruchsal tätig, "manche Personen begleitet man bis zum Tod." Die Autoren lernen Intensivtäter wie Manuel kennen, der offen zugibt: "Ich würde mich noch nicht entlassen." Die Justizvollzugsanstalt Bruchsal, 1848 als Männerzuchthaus erbaut, hat sich im strahlenförmigen Hauptgebäude rein äußerlich nicht viel verändert. Doch hinter den alten Mauern des sogenannten "Stern von Bruchsal" und schweren Holztüren findet heute modernster Regelvollzug statt. Von Beginn an bis zum heutigen Tag ist die Strafanstalt männlichen Insassen vorbehalten. Für Timo, der wegen Mordes zu lebenslanger Freiheitsstrafe verurteilt wurde, ist es trotzdem "ein richtiges Scheißleben". Er hat erst drei Jahre seiner Strafe verbüßt, mindestens zwölf hat er noch vor sich: Frühestens nach 15 Jahren hinter Gittern kann ein "Lebenslänglicher" in Deutschland einen Antrag auf vorzeitige Entlassung stellen. In den neuen Gebäuden der Sozialtherapie sitzen in der JVA Bruchsal schwere Gewalt- und Sexualstraftäter ein, bei denen das Gericht zusätzlich die Sicherungsverwahrung angeordnet hat. Nach dem Vollzug der regulären Haftzeit ziehen diese in gesonderte Anstalten um. Die Unterbringung ist unbefristet, wird aber mindestens jedes Jahr geprüft. In Bruchsal gibt es für diese Gefangenen die Möglichkeit zur Prüfung schon während der Strafhaft. Einer, der das Therapieangebot nutzt, ist Intensivtäter Manuel. Die meisten Straftäter - ob im Regelvollzug oder in der Sicherungsverwahrung - verlassen ihre Anstalt irgendwann als freie Menschen. Doch nicht wenige sitzen 25 Jahre oder länger. Die 45-minütige Begleitreportage zeigt den Knastalltag von vier ganz unterschiedlichen Gewaltstraftätern und geht der Frage nach: Kann man in Deutschland nach einer Verurteilung sein ganzes Leben lang in Haft sein?
Italiens Gefängnisse - kein Hauch von Dolce Vita! Verfallene, überfüllte Anstalten, in denen Häftlinge oft unter menschenunwürdigen Bedingungen leben müssen - und das im Herzen Europas. Rund 61.000 Häftlinge drängen sich in Italiens Gefängnissen, obwohl nur Platz für 51.000 ist - eine Belegungsrate von 120 Prozent, teils sogar 200 Prozent. Schimmel, katastrophale Hygiene und Gewalt prägen den Alltag. Italiens Strafvollzug zählt zu den härtesten Europas. Die Doku ermöglicht Einblicke in zwei unterschiedliche italienische Gefängnisse, enthüllt dabei tiefgreifende Missstände im italienischen Strafvollzug, wo Überbelegung, Geld- und Personalmangel zu katastrophalen Zuständen führen. Während der deutsche Häftling Norbert im EU-finanzierten Mustergefängnis in Mailand vergleichsweise privilegiert lebt, zeigt das Hochsicherheitsgefängnis Secondigliano in Neapel eine andere Realität. Gefangene nähen dort Polizeiuniformen. Doch die Personalnot ist überall spürbar. Schockierende Videoaufnahmen belegen Gewalt durch Aufseher während des Corona-Lockdowns, die das erschütternde Bild abrunden. Die dreiteilige Reportage-Reihe "Deutsche im Knast" gewährt packende Einblicke in das Leben deutscher Häftlinge im Ausland - ein intensiver Blick auf ihren Alltag hinter Gittern und die Herausforderungen fern der Heimat.
Japans Gefängnisse: ein unnachgiebiges System aus Vorschriften und Verboten. Auch Deutsche sitzen dort ihre Strafe ab und müssen sich den strikten Regeln unterwerfen. Meist haben sie versucht, Drogen zu schmuggeln, und erhielten die Standardstrafe für diese Vergehen: acht Jahre. Im Männergefängnis Fuchu und im Knast für Frauen in Tochigi leben sie nun einen eng begrenzten, immer von Strafen und Isolierung bedrohten Alltag. Eintönige Arbeit, kaum Heizung, kaum Kontakte. Nur unter strengen Auflagen durfte das ZDF-Team in den beiden Gefängnissen, in denen auch Ausländer ihre Strafe absitzen, filmen. Und dennoch gibt der Film einen tiefen Einblick in den japanischen Strafvollzug, der in seinen Ursprüngen nach preußischem Vorbild gestaltet ist. Marschieren im Gleichschritt, reden nur mit Erlaubnis, nicht aus dem Fenster schauen, das sind nur einige Regeln, an die sich Gefangene zu halten haben. Tun sie es nicht, droht Einzelhaft, und das bedeutet: den ganzen Tag in nur einer Sitzposition verharren, nicht reden, nicht bewegen. Japans Strafvollzug setzt ganz und gar auf Disziplin, will durch Gehorsam und Arbeit die Straftäterinnen und Straftäter wieder zu respektablen Mitgliedern der Gesellschaft machen. Resozialisierung findet manchmal auf skurrilem Wege statt: So ist die vorherrschende Farbe im Frauengefängnis rosa, vom Zellentrakt über Handtücher und Schuhe bis hin zu den Gittern der Unterkünfte. Ein Albtraum in Pink - das und der ewige Drill führt manche Gefangenen an den Rand eines Nervenzusammenbruchs. Die Reportage-Reihe "Deutsche im Knast" gewährt packende Einblicke in das Leben deutscher Häftlinge im Ausland - ein intensiver Blick auf ihren Alltag hinter Gittern und die Herausforderungen fern der Heimat.