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NDR Mi 28.10.
Doku

Der Fall Josephine R. - Eine Familie am Abgrund

  • 3. Folge
  • 30'
Recht und Kriminalität Im Juli 2023 werden die Eltern von Josephine zu langjährigen Haftstrafen verurteilt. Das Gericht folgt der Staatsanwaltschaft und schenkt den entlastenden Hinweisen der Kripo kaum Beachtung. Die Verteidigung nutzt die letzte Chance, die sie noch hat und geht in Revision. Zur großen Überraschung kippt der Bundesgerichtshof das Urteil aus Braunschweig. Es sei nicht ausreichend geprüft worden, ob die Zeugin glaubwürdig sei. Josephine R. beschuldigt nun auch ihre eigene Anwältin des Missbrauchs. Der Prozess wird neu verhandelt. Für die Eltern die letzte Hoffnung, aus dem Gefängnis zu kommen.

Inhalt

Eine junge Frau aus Goslar beschuldigt ihre Mutter und ihren Stiefvater des jahrelangen sexuellen Missbrauchs: mit grauenvollen Details zu Gruppenvergewaltigungen, Folter und einem Mordplan. Die Eltern werden zu hohen Haftstrafen verurteilt, die Mutter sogar mit anschließender Sicherungsverwahrung. Wenige Jahre zuvor hatten Josephine und ihre Mutter mit ihren Partnern noch eine Doppelhochzeit gefeiert, es soll Josephines Idee gewesen sein. Jetzt war sie die Zeugin der Anklage, gegen ihre Eltern. Die Justiz glaubte Josephine, die Medien glaubten ihr. Auch ihren damaligen Ehemann beschuldigte sie der Vergewaltigung. Doch dann kommen Zweifel auf: Was, wenn Josephine R. gar kein Opfer ist? Die Ermittler der Kriminalpolizei hatten schon sehr früh festgestellt: Allein die Chatverläufe von Josephine R. passen rein zeitlich nicht mit ihren Anschuldigungen zusammen. Sie befürchteten, die Eltern würden zu Unrecht in Untersuchungshaft sitzen. In der neuen ARD Crime Time-Staffel "Der Fall Josephine R." spricht ein damals leitender Kripobeamter über seine Arbeit und über seine Zweifel. Doch die zuständige Staatsanwaltschaft blieb bei ihrem Kurs. Das Landgericht Braunschweig hat sich in seinem Urteil wesentlich auf die Anschuldigungen von Josephine R. gestützt. Später kritisieren Bundesrichter, es sei gar nicht geprüft worden, ob Josephine R. überhaupt aussagetüchtig gewesen sei. Erik Westermann, Kriminalreporter der "Braunschweiger Zeitung", hat die Verhandlungen intensiv begleitet - und mit seinen Berichten auch ein Bild in der Öffentlichkeit erzeugt. Es sollte der Fall seines Lebens werden. Er berichtet über seine Suche nach der Wahrheit, auch in Gesprächen mit Josephine R. selbst. Die Eltern von Josephine erzählen in der dreiteiligen ARD Crime Time-Serie erstmals exklusiv vor einer Kamera von plötzlichen Verhaftungen und von 684 Tagen in Haft. Über eine traumatische Zeit, in der ihnen kaum jemand geglaubt hat. Josephines damaliger Ehemann Enrico spricht in der Doku-Serie über seine Jugendliebe - und darüber, dass frühmorgens die Polizei seine Wohnung durchsuchte: Verdacht auf sexuellen Missbrauch und Vergewaltigung. "Der Fall Josephine R." berührt die Urängste eines jeden: der eigenen Freiheit beraubt zu werden und sich ohnmächtig gegenüber der Macht des Staates zu fühlen. Zu spüren, wie es ist, wenn einem niemand mehr hilft oder helfen kann. in der ARD Mediathek ab dem 21.10.2026

Sendungsinfos

Kamera: Bernd Hermes, André Krüger, Christoph Rohrscheidt Von: Ina Kessebohm Redaktion: Norbert Lorentzen Untertitel
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