MDR
MDR Di 18.08.
Doku
Nadine Baer, Leiterin der Musikschule J. S. Bach in Köthen MDR/Katja Herr
Martin Olejnicki, Pfarrer in Köthen MDR/Katja Herr
Organisator Julian Miethig aus Köthen beim 3. CSD in Köthen am 11. Juli 2026 MDR/Katja Herr
Blick über Köthen MDR/Katja Herr
Wahl-Köthener Folkert Uhde, Konzertdesigner und Intendant der Köthener Bachfesttage MDR/Torsten Backofen
Dreharbeiten im Köthener Rathaus MDR/Katja Herr

Von wegen Kuh-Kaff Köthen! Die unterschätzte Bachstadt

  • 45'
Dokumentation Köthen? War das nicht diese ostdeutsche Kleinstadt mit dem grauen Image und den "Ritters", dem berühmt-berüchtigten TV-Familienclan? Der Ort, wo man im Zug lieber durchfährt, als auszusteigen? Die neue Folge von "Der Osten - Entdecke wo du lebst" räumt mit diesen Klischees auf und zeigt ein Köthen, das überrascht, provoziert und begeistert.

Inhalt

Die Dokumentation widerlegt charmant Vorurteile, denn wer bei Köthen nur an den abfälligen Beinamen "Kuh-Kaff" denkt, verpasst einen der geschichtsträchtigsten und gleichzeitig lebendigsten Orte Mitteldeutschlands. Autorin Katja Herr begleitet vier außergewöhnliche Persönlichkeiten, die das Gesicht des modernen Köthen prägen: Martin Olejnicki, der eigentlich nur seine drei Pflichtjahre als Pfarrer absitzen wollte - und nach 13 Jahren feststellt, dass er eine neue Heimat gefunden hat, die er nie wieder verlassen möchte. Nadine Baer, die nach zehn Jahren in den Niederlanden als neue Musikschulchefin zurückkehrte und nun Kultur als gelebte Demokratie feiert. Christian Ratzel wird vorgestellt, der leidenschaftliche Universalhistoriker, der die geheimen Schätze der Stadt hütet. Und Folkert Uhde, der Berliner Klassik-Rebell und Intendant der Bachfesttage, der Bachs Erbe so radikal modernisiert, dass es im wahrsten Sinne des Wortes im Schloss spukt. Köthen ist der Ort, an dem Johann Sebastian Bach seine weltberühmten Brandenburgischen Konzerte erschuf und Samuel Hahnemann die Homöopathie begründete. Es ist die Stadt, in der vor 400 Jahren die deutsche Schriftsprache kultiviert wurde - ein Erbe, das heute von der Computerlinguistin Prof. Uta Seewald-Heeg mit internationalen Studierenden aus fast 100 Nationen in die Zukunft getragen wird. Doch die Dokumentation blickt auch auf die Schattenseiten: die rechten Aufmärsche von 2018 kommen zur Sprache und den tagtägliche Kampf für Toleranz durch den jungen Organisator des CSD in Köthen, Julian Miethig. Ein Film voller überraschender Perspektivwechsel, emotionaler Höhepunkte und einer großen Portion Humor. Nach diesen 45 Minuten steht fest: Beim nächsten Mal steigen Sie in Köthen aus!

Sendungsinfos

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