ARTE
ARTE Do 06.08.
Doku
Fast 30 Jahre, nachdem Pinochet die Macht abgeben hat, gehen 2019 massenhaft Menschen auf Chiles Straßen und protestieren gegen die marktliberale Verfassung. Ein Jahr später gibt es ein Referendum. SWR
Am 4. September 2022, drei Jahre nach Beginn der Proteste, dürfen mehr als 15 Millionen Chileninnen und Chilenen über die neue Verfassung abstimmen. SWR
Pamela Figueroa, Professorin an der Universität Santiago de Chile SWR
Valentina Miranda ist Mitglied des Verfassungskonvents. Für sie überwindet die neue Verfassung das Unrecht der Diktatur. SWR
Ein Plakat auf einer Demonstration gegen die herrschende Verfassung ?- sie stammt aus der Zeit der Diktatur von Augusto Pinochet. SWR

Wir schreiben Chiles Verfassung

TV-Programm des deutsch-französischen Rundfunkveranstalters Association Relative à la Télévision Européenne. ARTE sendet ein Vollprogramm mit den Schwerpunkten Kultur, außergewöhnliche Dokumentationen, zeitgenössische Spielfilme sowie Musik- und Theaterproduktionen.

Gegen das Erbe der Diktatur

  • D 2022
  • 52'
Dokumentation Fast 30 Jahre nach dem Ende der Pinochet-Diktatur 1990 gehen in Chile Menschen auf die Straßen: 2019 protestieren sie gegen die neoliberale Verfassung aus der Zeit des Diktators. Bildung, Gesundheit und Rente sind in Chile zu großen Teilen privatisiert. Selbst Trinkwasser ist Privateigentum. Nach den Protesten schreibt eine Volksversammlung an einer neuen Verfassung für Chile. Die Dokumentation begleitet eine junge Feministin, Indigene und auch einen Konservativen, der den Prozess eher skeptisch sieht. 2022 wird dieser erste Entwurf vom Volk abgelehnt. Doch das Ringen um eine neue Verfassung für Chile dauert an.

Inhalt

Bis heute prägt das Erbe der Pinochet-Diktatur das Leben der Menschen in Chile. Die Verfassung von 1980 aus der Zeit von Augusto Pinochet setzte darauf, dass ein völlig freier Markt alles am besten regelt. Doch die Entfesselung der Märkte hat nur wenigen genutzt, eine große Zahl von Menschen in Chile leidet unter der Privatisierung grundlegender Lebensbereiche: Für Bildung muss man zahlen. Das staatliche Gesundheitssystem ist unterfinanziert, eine bessere private Versicherung können sich viele nicht leisten und was die privaten Rentenfonds ausbezahlen, reicht oft nicht zum Überleben. Selbst Trinkwasser ist Privateigentum. Fast 30 Jahre, nachdem Pinochet die Macht abgegeben hat, gehen 2019 massenhaft Menschen auf Chiles Straßen und protestieren gegen die marktliberale Verfassung. Ein Jahr später gibt es ein Referendum, in dem mehr als drei Viertel der Abstimmenden für einen Neuanfang votierten: eine neue Verfassung, die von einer Volksversammlung geschrieben werden soll. Die Dokumentation begleitet Chileninnen und Chilenen, die an dieser neuen Verfassung mitgearbeitet haben: eine junge Frau, für die soziale Gerechtigkeit und das Recht auf straffreien Schwangerschaftsabbruch im Zentrum stehen; einen Konservativen, der den ganzen Prozess für falsch hält; und Indigene, die sich von einer neuen Verfassung Gehör für ihre Anliegen erhoffen. 2022 wird dieser erste Entwurf in einem erneuten Referendum abgelehnt. Doch der Prozess geht weiter, das Ringen um eine neue Verfassung und um eine Zukunft für Chile, in der alle Menschen ihren gerechten Platz finden, dauert an.

Sendungsinfos

Regie: Steffi Fetz Untertitel, Stereo
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