ARTE
ARTE Di 26.05.
Doku
"Büchel", das ist Siebenbürger Sächsisch für "Buckel" oder "Hügel". Die Büchel sind eine Besonderheit der Natur Siebenbürgens. Hier rutschten lehmige Hänge nach Regenfällen ab und schoben sich zu Hügeln zusammen. BR
Ein Schwalbenschwanz ? noch fast starr von der nächtlichen Kälte: Die Schmetterlingsparadiese entstanden, weil die Bauern im Mittelalter aus Eigennutz Heuwiesen schufen und erhielten. Ohne Pflanzenvielfalt keine Schmetterlinge. BR
Die Heuwiesen sind wohl Siebenbürgens größter Naturschatz. Sie haben hier seit dem Mittelalter überdauert. BR
Es ist wie eine Zeitreise zurück ins Mittelalter ? als nicht nur die Kirchenburg, sondern auch die Landschaft bei Deutsch-Weißkirch entstand. BR
Im Mittelalter bauten die Siedler Kirchenburgen, um sich bei Angriffen feindlicher Heere zu verschanzen. Sieben von ihnen wurden von der Unesco als Weltkulturerbe anerkannt. Sie bieten Lebensraum für Störche, Eulen und Fledermäuse. BR

Siebenbürgen - Reise in die Natur des Mittelalters

TV-Programm des deutsch-französischen Rundfunkveranstalters Association Relative à la Télévision Européenne. ARTE sendet ein Vollprogramm mit den Schwerpunkten Kultur, außergewöhnliche Dokumentationen, zeitgenössische Spielfilme sowie Musik- und Theaterproduktionen.

Transsilvaniens Paradiese aus Menschenhand

  • D 2025
  • 43'
Dokumentation Im Mittelalter drängten vielerorts Siedler die Wildnis zurück, wodurch die Natur bunter und vielfältiger als je zuvor wurde. Wie ging das? Und warum finden wir in Europa solche Fülle nur noch in Siebenbürgen? Zwei Kleinbauern zeigen es. Was sie für ihren Lebensunterhalt tun, erhält die Naturvielfalt. Aber auch hier bedroht die industrielle Landwirtschaft dieses Idyll.

Inhalt

Es ist wie eine Zeitreise zurück ins Mittelalter. Damals kamen auch am Fuß der Karpaten erste Siedler an. Sie fällten den Urwald, schufen Kirchenburgen, Dörfer, Äcker. Viele wurden freie Bauern und nannten ihre neue Heimat Siebenbürgen. Sie drängten die Wildnis zurück - und die Natur wurde bunter und vielfältiger als je zuvor. Wie ging das? Damals war eine solche Artenvielfalt in Europa weit verbreitet. Aber heute finden wir sie nur noch in Rumänien. Die Brüder Wolfgang und Hermann Baak sind die letzten Kleinbauern im Dorf Malmkrog, die ihr Land mit einfacher Technik und Pferden noch fast mittelalterlich bewirtschaften. Sie zeigen uns, wie seit der Besiedelung aus Wildnis Kulturland geschaffen wurde und bis heute erhalten wird. Hier können auf nur zehn Quadratmetern Wiese 99 Pflanzenarten wachsen - ein Rekord der Artenvielfalt. Und das alles nur, weil die Bauern hier wie früher nicht düngen, und einmal im Jahr mähen. Von der Pflanzenvielfalt profitieren Schmetterlinge, von denen manche als Raupe nur an einer einzigen Pflanzenart fressen. So können hier auf nur zwei Quadratkilometern unglaubliche 1.500 Schmetterlingsarten leben. Braunbären kommen aus dem Schutz des Waldes auf die Wiesen, um wie Kühe die Vielfalt der Kräuter abzuweiden. Rotfüchse füttern ihre Welpen mit den Wühlmäusen, die hier seit dem Mittelalter bevorzugt leben. Weil die Bauern Heu und Weideland für ihr Vieh brauchten, schufen sie mit den Heuwiesen unabsichtlich Siebenbürgens größten Naturschatz. Aber jetzt geben immer mehr Kleinbauern auf, und die industrielle Landwirtschaft übernimmt. Heuwiesen werden zu Äckern umgepflügt, ihre Lebensgemeinschaft zerstört. Noch ist Siebenbürgens Natur mit ihrem Artenreichtum einzigartig in Europa. Aber wird sie in ihrer mittelalterlichen Fülle weiterbestehen?

Sendungsinfos

Regie: Tobias Mennle Untertitel, Stereo
Sender auswählen

Jetzt in der Senderleiste auf klicken.

Gelesen
Seite merken

Lesezeichen für tvheute.at erstellen:
Jetzt in der Symbolleiste auf klicken.

Gelesen
Sender navigieren
links | rechts
WISCHEN