ARTE
ARTE Mi 21.10.
Doku
Ilana und Yehuda Shimon sind jüdische Siedler. Ihr Haus und Auto sind abgebrannt, sie glauben, dass Palästinenser den Brand gelegt haben. Ermittlungen haben das jedoch nicht ergeben. ZDF
Nethanel von Boxberg, jüdischer Siedler mit deutschen Wurzeln, hält die Palästinenser für die Aggressoren. ZDF
Rettungssanitäter Bashar Qaryuti vor der ausgebrannten Moschee im palästinensischen Dorf Qusra, jüdische Siedler hatten sie angezündet. ZDF

Re:

TV-Programm des deutsch-französischen Rundfunkveranstalters Association Relative à la Télévision Européenne. ARTE sendet ein Vollprogramm mit den Schwerpunkten Kultur, außergewöhnliche Dokumentationen, zeitgenössische Spielfilme sowie Musik- und Theaterproduktionen.

Eskalation im Westjordanland

  • D 2026
  • 30'
Reportagereihe Seit dem Terrorangriff der Hamas am 7. Oktober 2023 auf Israel hat die Gewalt radikaler jüdischer Siedler im Westjordanland stark zugenommen. Zugleich treibt die israelische Regierung den Bau von Siedlungen und Außenposten voran. Ist das Westjordanland als Heimat für Palästinenser bald verloren?

Inhalt

Für Bashar Qaryuti ist jeder Krankentransport ein Risiko. Straßensperren zwingen den palästinensischen Rettungssanitäter zu Umwegen, sein Wagen wurde mehrfach von israelischen Siedlern angegriffen, sein Kollege wurde bei einem Einsatz erschossen. Der 43-Jährige dokumentiert die Übergriffe und spricht mit Opfern von Siedlergewalt, wie der Familie Tubasi aus Jalud. Nach wochenlanger Belagerung durch Siedler musste sie aus ihren Häusern fliehen. Bis Ende August 2026 registrierten die Vereinten Nationen mehr als 1.600 Angriffe israelischer Siedler auf Palästinenser im Westjordanland, mehr als 2.300 Palästinenser wurden vertrieben. Vor allem für radikal-religiöse, nationalistische Siedler wie Ilana und Yehuda Shimon ist das Westjordanland Teil des biblischen Landes Israel. Das tiefreligiöse Ehepaar lebt in Havat Gilad, einst ein illegaler Außenposten, den die israelische Regierung nach eigenen Angaben 2018 legalisierte. Seit 2022 wurden insgesamt mehr als 100 neue Siedlungen oder bereits bestehende Außenposten nachträglich genehmigt oder legalisiert. Und die israelische Regierung plant den Bau weiterer Siedlungskomplexe. Siedlergewalt sei vor allem Notwehr, so sieht es Nethanel von Boxberg. Der gebürtige Deutsche lebt in der Siedlung Neve Daniel in der Nähe von Jerusalem, für ihn ein Ort wie jeder andere in Israel. Zum Einkaufen allerdings nimmt er oft eine Pistole mit, um sich im Notfall verteidigen zu können. Während sich die Israelis im Westjordanland - auch mit Gewalt - weiter ausbreiten, fühlen sich Palästinenser wie Bashar Qaryuti zunehmend eingekesselt.

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