ARTE
ARTE So 03.05.
Info
Wie beeinflussen sich Geschwister gegenseitig? Machen sie uns zu besseren Menschen? Oder sind sie im sozialen Gefüge aus Eltern, Partnern und Freunden überbewertet? HR
Die Frage, wie sich Menschen, die unter demselben Dach aufwachsen, bewusst voneinander abgrenzen oder sich trotz unterschiedlicher Lebenswege erstaunlich ähnlich bleiben können, beschäftigt die Wissenschaft. HR
Einzelkinder gelten seit Jahrhunderten als verwöhnt, neurotisch oder einsam. Ist da was dran? Oder geht es ihnen in Wirklichkeit sogar besser als Menschen mit Geschwistern? HR

42 - Die Antwort auf fast alles

TV-Programm des deutsch-französischen Rundfunkveranstalters Association Relative à la Télévision Européenne. ARTE sendet ein Vollprogramm mit den Schwerpunkten Kultur, außergewöhnliche Dokumentationen, zeitgenössische Spielfilme sowie Musik- und Theaterproduktionen.

Brauchen wir Geschwister?

  • D 2025
  • 27'
Infomagazin Warum werden manche Geschwister zu Gegenspielern und andere zu Verbündeten? Welchen Einfluss hat es, ob wir die Ältesten oder die Jüngsten sind? Und was ist eigentlich mit Einzelkindern: Die gelten seit Jahrhunderten als verwöhnt, neurotisch ... oder einfach einsam. Ist da was dran? Oder unterschätzen wir sie - und es geht es ihnen in Wirklichkeit sogar besser als Geschwistern?

Inhalt

Wie stark prägen uns Geschwister wirklich - und wie viel bilden wir uns nur ein? Die Psychologin Julia Rohrer taucht tief in internationale Datensätze ein und sucht nach Mustern, die viele für selbstverständlich halten. Etwa die Idee, dass Erstgeborene verantwortlicher seien oder dass jüngere Geschwister risikofreudiger durchs Leben gehen. Ihre Erkenntnisse bringen viele vertraute Kategorien ins Wanken. Auch wenn Geschwisterbeziehungen durchaus ihre Spuren hinterlassen. Die Neurowissenschaftlerin Christy Rogers beobachtet im Labor, wie Geschwister sich in ihren Entscheidungen gegenseitig beeinflussen. Ob Bewunderung, Konkurrenz oder stilles Mitlaufen: In ihren Experimenten zeigt sich, dass solche Dynamiken nicht nur im Verhalten, sondern auch im Gehirn ihre Wirkung entfalten. Der Persönlichkeitspsychologe Christian Kandler setzt beim Einfluss der Geschwister noch viel früher an: bei Genen, geteilten Erfahrungen und der Frage, wie Menschen, die unter demselben Dach aufwachsen, sich bewusst voneinander abgrenzen - oder sich trotz unterschiedlicher Lebenswege erstaunlich ähnlich bleiben können. Währenddessen verschieben sich weltweit die Familienmodelle. Die Demografin Alice Goisis erforscht, was es bedeutet, wenn immer mehr Kinder als Einzelkinder aufwachsen - und warum dieser Umstand je nach Land, sozialer Lage und Kultur ganz unterschiedliche Konsequenzen haben kann. Wie steht es also um Geschwisterbeziehungen? Sind sie so einzigartig, wie wir denken? Oder wären wir ohne sie vielleicht sogar besser dran?

Sendungsinfos

Regie: Henrike Kolletzki Untertitel, Stereo
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