ARTE
ARTE Sa 27.06.
Doku
Tagsüber dürfen die Gefangenen von Gorgona sich auf der Insel frei bewegen. ARTE
Auf Gorgona dürfen die Gefangenen in eigenen Musikbands spielen. ARTE
Die Gefangenen auf der Insel Gorgona leben zwar in vergitterten Zellen ? doch diese werden nur nachts abgeschlossen. ARTE
Paolo wurde wegen Mordes zu einer Haftstrafe von 23 Jahren verurteilt. Zehn hat er noch vor sich. ARTE

360° Reportage

TV-Programm des deutsch-französischen Rundfunkveranstalters Association Relative à la Télévision Européenne. ARTE sendet ein Vollprogramm mit den Schwerpunkten Kultur, außergewöhnliche Dokumentationen, zeitgenössische Spielfilme sowie Musik- und Theaterproduktionen.

Gorgona, gefangen im Paradies

  • D 2024
  • 32'
Reportage Gorgona, die kleinste Insel des toskanischen Archipels, ist die letzte Strafkolonie Europas. Hier leben die Gefangenen unter freiem Himmel inmitten der mediterranen Macchia, umgeben von Weinhügeln, Olivenhainen und steilen Klippen, die von den Wellen des Tyrrhenischen Meers umspült werden. Ein Paradies, dem man nicht entfliehen kann. Doch Mauern gibt es in diesem Gefängnis nicht und die Zellentüren stehen offen. Nur nachts werden sie abgeschlossen. Am Tag bewegen sich die meisten der rund 85 männlichen Gefangenen frei auf dem etwa zwei Quadratkilometer großen Eiland. Das Meer ersetzt die Mauern - bis zum Festland sind es rund 34 Kilometer. Vom höchsten Gipfel der Insel sieht man in alle Himmelsrichtungen nur Wasser.

Inhalt

Die Warteliste für Gorgona ist lang. In dieses "Traum-Gefängnis" kommen nur als ungefährlich geltende Häftlinge mit positivem Führungszeugnis. Hier verbringen sie die letzten Jahre ihrer Haft als Vorbereitung auf ihre Wiedereingliederung. Die meisten der rund 85 Insassen sind Mörder, Räuber, Totschläger, Mafiosi und Drogenhändler, die bereits mehrere Jahre in den Haftanstalten auf dem Festland gesessen haben. Auf Gorgona erlernen sie einen Beruf in der Landwirtschaft, Tierzucht oder in einer der vielen Werkstätten. Die Arbeit in Eigenverantwortung gibt den Gefangenen nicht nur Würde und Selbstvertrauen zurück, sondern auch ein reguläres Gehalt, das sie für den Neubeginn als freie Menschen ansparen können. Mit knapp zehn Prozent ist die Rückfallquote niedrig. Gewaltausbrüche sind selten. Die erfahrenen Wächter, die mit ihren Geländewagen ständig unterwegs sind und die Gefangenen aus der Distanz im Blick behalten, versuchen, Spannungen im Keim zu ersticken. Hinzu kommt, dass kaum jemand zum Ende seiner Strafzeit die höchste Strafe riskieren will: die Rückversetzung in eine geschlossene Anstalt auf dem Festland. Doch wie funktioniert der Alltag auf dieser Insel, auf der so vieles anders ist und die Gefangenen fast so etwas wie Selbstverwaltung praktizieren? Die Reportage begleitet zwei wegen Mordes verurteilte Gefangene in ihrem Alltag auf Gorgona - ob bei der Arbeit in der Imkerei, in der Großküche oder in der Freizeit, beim Musizieren in einer Band oder allein in ihren Zellen. Paolo und Filippo zeigen konkret, was "offenes Gefängnis" in der Praxis bedeutet und wie sehr es den inneren Weg zur Überwindung von Gewalt anregen kann.

Sendungsinfos

Regie: Carmen Butta Untertitel, Stereo
Sender auswählen

Jetzt in der Senderleiste auf klicken.

Gelesen
Seite merken

Lesezeichen für tvheute.at erstellen:
Jetzt in der Symbolleiste auf klicken.

Gelesen
Sender navigieren
links | rechts
WISCHEN